Fleischlose ErnÀhrung und Depression

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Wintersonne
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Fleischlose ErnÀhrung und Depression

Beitrag von Wintersonne » 21.12.2011, 08:23

Ich erinnere mich an die Worte meines Kampfkunstlehrers: "Hör mir auf mit Veganern und Vegetariern! Ich hab viele im Freundeskreis, die sind alle leichenblass und stĂ€ndig mĂŒde." Ums vorweg zu nehmen und bevor ihr euch jetzt aufregt: ich bin selbst Vegetarier mit veganer Tendenz und kĂ€me nicht auf die Idee, den Verzehr von Fleisch zu predigen. Und Ă€rgern will ich auch niemanden.

Folgendes beschĂ€ftigt mich seit einigen Tagen: ich habe mit 11 oder 12 Jahren nach dem Sehen einer Doku ĂŒber einen Schlachthof meinen Fleischkonsum von heute auf morgen eingestellt. Wenn ich mich recht entsinne, wurde ich bereits mit 10 oder 11 Jahren depressiv, als bevor ich mit dem Fleischkonsum brach. Nur bin ich mir nicht mehr ganz sicher, da meine Erinnerungen doch recht verblasst sind und sich ja beides im Alter von etwa 11 Jahren zutrug.

Ich habe mich frĂŒher einmal hobbymĂ€ĂŸig mit orthomolekularer Medizin beschĂ€ftigt, hatte viele BĂŒcher nicht gelesen, sondern systematisch durchgearbeitet und die Aussagen bzw. Forschungsergebnisse miteinander verglichen etc... Diese Recherchen fĂŒhrten mich zu der Erkenntnis, dass ich immer weniger wusste, je mehr ich las und nachforschte. Das lag daran, dass sich sowohl die Autoren als auch die Forschungsergebnisse immer aufs Neue widersprachen. Es erschien mir so, als schrieben die Leute/Fachleute BĂŒcher um des Schreibens willen, um sich zu profilieren, sich ein Denkmal zu setzen und was weiß ich.... Irgendwann erschien mir das Ganze dann so sinnlos, dass mir die Zeit zu schade war, mich weiter damit zu befassen.

Die alten Bedenken bzgl. vegetarischer/veganer MangelernĂ€hrung, spez. in Richtung Vit. B12, Eisen etc. sind euch ja mit Sicherheit bekannt. So geht es mir jetzt auch nicht um diese Stoffe, sondern um folgende: Carnitin (bzw. die Ausgangsstoffe Lysin und Methionin) und Omega-3-FettsĂ€uren. Auf diese beiden Stoffe stieß ich zufĂ€llig, als ich Recherchen bzgl. einer nichtheilbaren degenerativen Netzhauterkrankung meiner beider Jungs betrieb. Sowohl dem Carnitin sowie auch den Omega-3-FettsĂ€uren wird mittlerweile eine therapeutisch unterstĂŒtzende Wirkung in der Depressionsbehandlung zugesprochen. Es sollen auch Studien existieren, die dies eindeutig belegen.

Ich habe in Sachen Depressionsbehandlung einiges durch. Die Antidepressiva der verschiedenen Wirkspektren wirkten bei mir alle nur in Form von Nebenwirkungen. Einen Selbstversuch mit Methylphenidat habe ich aus verschiedenen GrĂŒnden ebenso beendet. NatĂŒrliche Mittel allein wie z.B. Johanniskraut wirkten kaum bis nicht. Also habe ich jetzt die neuen "Strohalme" Carnitin und Omega-3-FettsĂ€uren getestet und ĂŒberrascht festgestellt, dass ich eine spĂŒrbar positive Wirkung habe, wenn ich tĂ€glich 1000-1500 mg Carnitin (in Form des teuren Acetyl-L-Carnitin; normales Carnitin aus dem Supermarkt wirkt nicht so) sowie eine 2-3fache Tagesdosis Fischölkapseln nehme. Schraube ich die Dosis fĂŒr ein paar Tage runter, um Geld zu sparen oder vergesse ich die Einnahme, kehren die Depressionen zurĂŒck.

Nun meine Frage: leidet von euch Veganern/Vegetariern jemand an Depressionen? Habt ihr euch schon mal mit Carnitin (bzw. Lysin + Methionin) und Omega-3-FettsĂ€uren beschĂ€ftigt? Hat jemand Erfahrungen in dieser Richtung - bitte mal melden! Ich möchte weiterhin Carnitin und Omega-3-FettsĂ€uren nehmen, doch ist es dabei mein Ziel, dies auf natĂŒrlichem - und pflanzlichem - Wege zu tun. Zwar habe ich gelesen, dass der Körper wahrscheinlich seine eigene Carnitin-Produktion einstellt, wenn man Carnitin zufĂŒhrt, finde aber auch erwĂ€hnt, dass der Körper mit zunehmendem Alter sowieso die Produktion einstellt. Zu pflanzlichen Omega-3-FettsĂ€uren las ich vor Jahren, dass man etwa das 6fache nehmen muss, um die QualtitĂ€t tierischer zu erreichen. Weiß jemand mehr? Ich habe mich seit Jahren nicht mehr mit ErnĂ€hrung befasst.

martina1966
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Beitrag von martina1966 » 22.12.2011, 10:26

Hallo Wintersonne,

Dein Nickname gefĂ€llt mir; es stimmt: uns fehlt zur Zeit eine Menge an Sonne. Also, das was Du ansprichst, ist sehr fachspezifisch, und ich fĂŒrchte, dass von uns nur Wenige Bescheid wissen und Dir weiterhelfen können, lasse ich aber gerne eines Besseren belehren! (lach)
Die AminosĂ€ure Phenylalanin, die ja in tierischen Produkten enthalten ist, hat eine sehr wichtige Funktion fĂŒr das psychische Wohlbefinden. Ich nehme bei Schwermut von einer niederlĂ€ndischen Firma "Tyrosin"-Kapseln, Tyrosin wird in Dopamin umgewandelt, und diese Kapseln helfen mir jedes Mal gut, ferner Johanniskraut. Außerdem ist eine ausreichende Menge an Vitamin D wichtig, die Meisten haben laut Heilpraktikerin da Mangelerscheinungen.
Mein Mann hat sich Fluor-Vigantoletten gekauft, um den Vitamin D-Spiegel anzuheben.
Methionin ist eine sehr bedeutende, schwefelhaltige AminosĂ€ure, ist wichtigster Lieferant der sog. Methylgruppen (Cystein und Schwefel usw.), auch sehr wichtig fĂŒr den Stoffwechsel des Gehirns. Bei Harnwegsinfektionen und chronischer Niereninsuffizienz wird diese AminosĂ€ure verwendet.
Lysin und Prolin kenne ich in einem anderen Zusammenhang. Sie hindern Keime wie Bakterien und Viren daran, sich mit Hilfe der kollagenspaltenden Enzyme (Kollagenasen) durch die Kollagenschicht zu fressen und sich dann ĂŒber den Blutweg im Körper auszubreiten. Quelle: Dr. med. Matthias Rath, Kardiologe und Zellularmediziner. Wenn wir eine Infektion haben, ist das Lysin plus hochdosiertes Vitamin C immer hilfreich.
Carnitin ist ein vitaminĂ€hnlicher Wirkstoff (Vitamin T), wird vom Körper hergestellt (synthetisiert) und unterstĂŒtzt den FettsĂ€ureabbau.

Vielleicht ist Dir das alles schon bekannt, dann hilft es möglicherweise anderen Usern etwas weiter.

Liebe GrĂŒĂŸe

Martina
StörgefĂŒhle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

Wintersonne
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Beitrag von Wintersonne » 23.12.2011, 17:18

Danke fĂŒr deine BemĂŒhungen! Der Name "Wintersonne" bezieht sich auf mein Ziel, dass es einem immer gut genug gehen sollte, also auch in dĂŒsteren Zeiten sich ein wĂ€rmendes Licht zu bewahren. Von der dopaminergen Schiene bin ich sicherheitshalber wieder runter, da man doch mit einer verengenden Wirkung auf die GefĂ€ĂŸe rechnen muss. Die Erkenntnis, das Carnitin nicht nur beim Fettabbau behilflich ist sondern einen tatsĂ€chlichen Effekt in der begleitenden Depressionsbehandlung haben soll, ist wohl auch noch relativ neu. Trotzdem hatte ich gehofft, dass es vielleicht schon Leute ausprobiert haben, in Verbindung mit Omega-3-FettsĂ€uren. Na, macht nichts, ist nicht weiter tragisch.

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BabaJaguar
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Beitrag von BabaJaguar » 23.12.2011, 19:12

meine schwester urmel und ich sind seit 25 jahren und mehr vegetarier. aber keine veganer.........in all den jahren haben wir nicht unter depressionen gelitten.....
ich habe seit zwei jahren einige probleme...auch
depressionen waren vorhanden....
aber ich meine es hat nichts mit der ernÀhrung zu tun...... :smil94 :smil94 :smil94
Bild
Die Welt ist meine Vorstellung.
Ich weiss, dass ich nichts weiss.

martina1966
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Beitrag von martina1966 » 23.12.2011, 20:36

Hallo Nelia,

es MUSS nicht so sein, es gibt aber Menschen, die haben tatsÀchlich ernÀhrungsbedingte Depressionen oder durch eine Krankheit wie Morbus Parkinson bedingte.
Forscher haben herausgefunden, dass manchmal bei Depressiven sich eine Besserung einstellte, als sie die Low-Carb-DiÀt machten, die bekanntlich sehr proteinreich und kohlenhydratarm ist.

Lieber Gruß

Martina
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Andreas
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Beitrag von Andreas » 01.03.2012, 19:52

Hallo,
Generell fĂŒhrt Fleischverzehr zu Depressionen, das ist richtig.
(hier angedeutet, warum: http://www.spirituelle.info/artikel.php?id=196 ) Jedoch, da es noch andere Ursachen fĂŒr Depressionen gibt, kann man auch ohne Fleischverzehr, also als Vegetarier Depressionen haben.

HĂ€ufige Ursachen von Depressionen sind:
- sich widersprechende WĂŒnsche, die man in diesem oder auch frĂŒheren Leben gemacht hat ( http://www.spirituelle.info/artikel.php?id=102 )
- dass man sich einer TĂ€tigkeit hingibt, die einen innerlich nicht erfĂŒllt. ( http://www.spirituelle.info/artikel.php?id=116 )
Wobei der Grund warum man in einer solchen TĂ€tigkeit ĂŒberhaupt gelandet ist, meist wieder sich widersprechende WĂŒnsche sind, die den Betreffenden dann wiederum in diese TĂ€tigkeit des "kleinsten" gemeinsammen Nenners hineingezogen haben.


GrĂŒĂŸe von Andreas
Ihr könnt mich gerne bei facebook adden, ihr findet mich hier: http://www.facebook.com/andreas.rebmann.96

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zadorra125
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Beitrag von zadorra125 » 01.03.2012, 19:57

Danke Andreas, dem stimme ich ganz deutlich zu!!
Ich bin auf dieser Welt, um frei nach meinem Wissensstand, mir meine Meinung zu bilden.

martina1966
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Beitrag von martina1966 » 01.03.2012, 21:40

Hallo Andreas, hallo Pia,

das hört sich interessant an. Doch eine Frage habe trotzdem noch: was ist denn mit den vielen Fleischessern, die keine Depressionen haben? Das dĂŒrfte die Mehrheit der Fleischkonsumenten sein...

Da fĂ€llt mir wieder ein, habe mal gelesen, (wenn ich noch wĂŒsste wo?), dass in dem Fleisch die Stresshormone des getöteten Tieres seien/sind.

GrĂŒĂŸe
Martina
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martina1966
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Beitrag von martina1966 » 02.03.2012, 11:22

Eins möchte doch gerne loswerden: bei aller Tierliebe, der Text hat leider einen verurteilenden Unterton! Bitte denkt daran, dass ALLES, was auf der Erde passiert und alles, was wir tun, irgendeinen Sinn hat.
Ich erwische mich auch hin und wieder auch dabei, dass ich urteile und deshalb StörgefĂŒhle entwickele. Das ist nicht bedingungsloses Akzeptieren.

DarĂŒber hinaus kenne ich etliche Paare, die Fleischesser sind und trotzdem glĂŒcklich miteinander sind bzw. waren, (z.T. ein Partner verstorben).

Lieber Gruß

Martina
StörgefĂŒhle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

martina1966
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Beitrag von martina1966 » 02.03.2012, 21:49

Forscher/Wissenschaftler haben mit Studien herausgefunden, dass eine proteinreiche ErnĂ€hrung sogar gewisse psychische Krankheiten lindern kann, z.B. Epilepsie und auch Depressionen, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Depressionen, die z.B. von Morbus Parkinson herrĂŒhren, lassen sich damit nicht lindern, schon gar nicht auf Dauer, da bei Parkinson-Patienten ja zuwenig Dopamin im Gehirn hergestellt wird.

GrĂŒĂŸe
Martina
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safari
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Beitrag von safari » 10.12.2012, 02:19

vielleicht(!!!!) ist es eine (karmische) Reaktion / Entwicklungsstufe des Koerpers, wegen den in Mengen konsumierten Fleisch in den vergangenen Leben. Der Koerper muss quasi erst mal entgiften u. entschlacken.* (Sowas.) Und dies aeussert sich in den Symptomen einer Depression.
Aber davon ab, ich kenne auch Fleischesser die ne Depression haben.

(* ne Erklaerung die immer mal wieder ganz gut passt - oder?. :grin: ;) :yy:

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safari
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Beitrag von safari » 10.12.2012, 14:58

Zusatz: Vor einigen Monaten sah ich zum Thema -also: unausgewogene vegetarische Kost- einen Beitrag im TV. Auf einer Fruehgeborenen-Staton von einem Krankenhaus, dort gaben die Krankenschwestern nicht die Muttermilch von einer Vegetarierin an das Fruehchen weiter. Sondern nur die Ersatzmilch-Produkte.

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