Konsumverhalten

F├╝r Dinge, die voll aus dem Leben gegriffen sind.
martina1966
Alter: 51
Beitr├Ąge: 4141
Dabei seit: 2010

Beitrag von martina1966 » 09.03.2012, 22:23

Hallo Yordan,

was "vers├╝ndigen" ist, scheint eine Sache der individuellen Weltanschauung zu sein. Ich k├Ânnte das aber auch nicht, einfach Lebensmittel wegwerfen, auch meine T├Âchter nicht.
Viele Heranwachsende machen sich de facto kaum Gedanken dar├╝ber, was es bedeutet, sehr hart Geld zu verdienen. Oft kommt das erst, wenn sie selbst daf├╝r malochen m├╝ssen und merken, wie schnell das Geld futsch ist! Dann ist Mancher auch sparsamer oder jammert dar├╝ber, zu wenig Kohle zu haben. Manche schaffen es nicht, sparsam zu wirtschaften. Es m├╝ssen oft keine Markenartikel sein, nicht selten sind die No-Name-Produkte, auch unter den Lebensmitteln von genauso guter Qualit├Ąt, Vieles stammt sogar von denselben Firmen. Da kann man eine Menge Geld sparen. Vieles wird auch am Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums weggeworfen, obwohl es durchaus noch gut ist! Da steht "MINDESThaltbarkeit", nicht H├Âchsthaltbarkeit. Vielleicht einfach mal probieren. (Davon wird man nicht gleich krank.)
Oft wird Kleidung rausgeschmissen, weil sie aus der Mode ist. Muss sie das denn sein? F├╝r wen kleide ich mich? F├╝r die Anderen, um ihnen zu gefallen? Gut, es ist nicht ├╝berall vermeidbar, sich modisch zu kleiden, je nach Beruf. Wenn mir ein Teil gef├Ąllt, habe ich es oft 10-15 Jahre. Mich von Mode abh├Ąngig machen? Ist mir schnurzpiepegal.
Autofahren - ein allt├Ąglicher Wahnsinn. Ich traue mich l├Ąngst nicht mehr. Und innerhalb des Vorortes kommt man meistens mit dem Rad schneller an als mit dem Auto, auch weil man keinen Parkplatz suchen muss. Der Sprit ist au├čerdem nicht so teuer.

Gr├╝├če
Martina
St├Ârgef├╝hle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

Benutzeravatar
Morigan
Alter: 44
Beitr├Ąge: 411
Dabei seit: 2011

Beitrag von Morigan » 10.03.2012, 20:23

Ich habe seit einiger Zeit die Nase gestrichen voll, von der ganzen "Wegwerfgesellschaft". Es geht nur noch darum zu konsumieren und sonst nichts. Produktionsfaktoren, Wirtschaftswachtsum, Nachfrage und Bedarf wecken. Ich k├Ânnte :pukeleft: . F├╝r mich kommt die ganze Weltwirtschaft wie eine Plastikblase vor. Alles ist k├╝nstlich, bunt und oberfl├Ąchlich.
Darum habe ich beschlossen, aus dem ganzen Zirkus auszusteigen. Ich kaufe nur noch das was man unbedingt braucht (mein Mann mu├č nicht hungern - keine Angst), Reste werden aufgebraucht oder zu interessanten Gerichten verarbeiten, Klamotten werden nach Nachhaltigkeit gekauft und so lange getragen bis sie auseinanderfallen. Was bei meinem Mann sehr leicht ist. Er hat Klamotten, die hat er schon seit dem letzten Millenium. Und auch meine Lieblingsklamotten sind weder hipp noch supercool. Sie sind ├ľko-Logisch :flower: .
Mystify Your Life!!!

Benutzeravatar
Yordan
Alter: 51 (m)
Beitr├Ąge: 36
Dabei seit: 2012

Beitrag von Yordan » 10.03.2012, 23:31

Strmantis, ich glaube dass das die gro├če ├ľkol├╝ge ist um die Menschen klein zu halten. Alles ist im ├ťberfluss vorhanden, es muss nur anders kanalisiert werden.
Ich lebe seit Jahren als Ausgestiegener aus dem Konsum, kaufe nur wenn etwas nicht anders beschaffbar ist. Das hei├čt ich versuche erst altes zu reparieren, dann versuche ich zu tauschen und erst dann w├╝rde ich was kaufen.

Martina, der grundlegende Fehler, den unsere Gesellschaft hat, ist der Zusammenhang von Arbeit und Versorgung um zu ├╝berleben. Ich finde es pervers, dass man arbeiten muss um seine Grundbed├╝rfnisse befriedigen zu k├Ânnen.
Der Mensch ist diesbez├╝glich entartet. Die Tiere sollten da unser Vorbild sein.
Ich will nicht sagen, dass Arbeit was schlechtes sei, aber arbeiten um zu leben, ist nicht der richtige Denkansatz.
In der idealen Gesellschaft bek├Ąme jeder das was er zum Leben ben├Âtigt, Arbeit wird aus Lust verrichtet und nicht aus Zwang.

Yordan :siw:

martina1966
Alter: 51
Beitr├Ąge: 4141
Dabei seit: 2010

Beitrag von martina1966 » 11.03.2012, 10:13

Ich verstehe Dich, Yordan. Der wohl gr├Â├čte Unterschied zu damals ist: vor Jahrtausenden war der Mensch unabh├Ąngig insofern, als Jeder sich um seine Nahrung und Unterkunft selbst k├╝mmern musste und konnte.
Man sammelte Fr├╝chte u.a., die M├Ąnner jagten, die Felle wurden genutzt usw. Ohne Arbeit ging es eigentlich nie, sie hat nur ein ganz anderes Gesicht.

Gr├╝├če
Martina
St├Ârgef├╝hle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

Aliqui
Alter: 29 (m)
Beitr├Ąge: 302
Dabei seit: 2010

Beitrag von Aliqui » 11.03.2012, 20:24

Ich denke auch, dass es total in ordnung ist, dass man arbeitet, nur um seine Grundbed├╝rfnisse zu erf├╝llen, so funktioniert natur. Man arbeitet nicht, um sich einen tollen Fernseher oder einen tollen Urlaub leisten zu k├Ânnen. Das Problem ist nur, dass es andere arbeit ist und das die Gesellschaft nicht Halt gibt, sondern Druck aus├╝bt. Die Welt k├Ânnte so sehr viel anders sein, wenn das Denken der Menschen anders w├Ąre.
Das Gl├╝ck deines Lebens liegt in der Beschaffenheit deiner Gedanken

snuffyball
Alter: 38
Beitr├Ąge: 14
Dabei seit: 2013

Beitrag von snuffyball » 31.03.2013, 21:03

Eier u. Milch hole ich beim Bauern nebenan - immer frisch.
Brot mag ich nur vom B├Ącker, nicht vom Discounter.
Gem├╝se u. Obst kaufe ich nach Saison vom G├Ąrtner.
Die meisten andern Lebensmittel einfach von Aldi.
Kaufe kein Bio, da es schlichtweg Betrug ist, bei Bio fehlt lediglich die letzte Spritzung, ansonsten nicht anders als die andern, g├╝nstigeren Produkte.
Klamotten kaufe ich keine Marken, ganz schlicht und wenig, ich hasse volle Kleiderschr├Ąnke. Auch gern mal was gut erhaltenes vom Flohmarkt.

Benutzeravatar
Isabellll
Alter: 41
Beitr├Ąge: 36
Dabei seit: 2015

Beitrag von Isabellll » 06.10.2016, 11:15

Ich achte vor allem darauf mir wenig, aber daf├╝r gute Kleidung zu kaufen, auch wenn mir das anfangs sehr schwer gefallen ist. Lebensmittel kaufe ich vor allem auf dem Markt ein. Allgemein versuche ich auch, so wenig M├╝ll wie m├Âglich zu produzieren. Es soll ja jetzt schon erste Lebensmittell├Ąden geben, die komplett auf Verpackungen verzichten, das finde ich super!

hendrickso
Alter: 50 (m)
Beitr├Ąge: 3
Dabei seit: 2016

Beitrag von hendrickso » 15.11.2016, 15:37

Ich habe festgestellt, dass es mich durchaus gl├╝cklicher stimmt, wenn ich weniger besitze. Dementsprechend habe ich mein Konsumverhalten auch vor langer Zeit angepasst. Ich brauche lange nicht mehr das neueste Handy und jeden elektronischen SchnickSchnack. Im Gegenteil: Mittlerweile bin ich ziemlich "├╝bersichtlich" eingerichtet und f├╝hle mich sehr wohl damit. Wenn ich ├╝berlege, was ich alles weggeworfen habe, als ich den Keller ausmistete. Es ist unglaublich, f├╝r was mein sein Geld und seine Energie verschwendet, ohne es zu Merken ...
"Ein bisschen Kranksein ist manchmal ganz gesund."
Rudolf Virchow
Private Krankenversicherungen online vergleichen

Klara
Alter: 28
Beitr├Ąge: 4
Dabei seit: 2017

Beitrag von Klara » 19.03.2017, 12:13

Ich bin w├Ąhrend meines Studiums mit sehr wenig Geld (ca. 800 ÔéČ im Monat) ausgekommen. Mittlerweile habe ich gut das 3-fache zur Verf├╝gung, sage ich jetzt mal. Die ersten Monate habe ich auch erstmal den unterdr├╝ckten Konsum der letzten Jahre kompensiert, da auf einmal alles m├Âglich war. Jetzt konsumiere ich fast wieder auf dem Level meines Studiums. Ich wohne nicht mehr in einer WG sondern habe jetzt eine eigene Wohnung, dass ist aber einzige Posten, der wirklich wesentlich teurer ist. Ich war nach Antritt meines neuen Jobs beim Autoh├Ąndler, habe mich aber doch gegen ein Auto entschieden und bin jetzt sehr froh drum. Urlaube finden zum Gro├čteil im Inland statt und sind eher g├╝nstig. Ich habe zum Gl├╝ck schnell gemerkt, dass Konsum nicht gl├╝cklich macht. Mit dem gesparten Geld kaufe ich mir Freiheit, ich werde dann in absehbarer Zeit evtl. in Teilzeit gehen und kann dann mit der gewonnenen Zeit etwas wirklich sinnvolles tun und anderen Menschen helfen. Ich habe mir noch nicht genau ├╝berlegt, wie das aussehen soll, da es noch ein Weilchen dauern wird. Aber ich denke 40 Jahre in ein B├╝ro zu gehen ist Verschwendung von kostbarer Lebenszeit. Ich kenne auch Leute, die sich mit ihrem Konsum nach kurzer Zeit schon richtig in Ketten gelegt haben. Leasingauto, Eigenheim, Urlaub mit Interkontinentalflug usw. Die m├╝ssen jetzt einfach immer soviel Geld verdienen, da geht es gar nicht mehr anders.

Benutzeravatar
Universum
Alter: 39
Beitr├Ąge: 15
Dabei seit: 2017

Beitrag von Universum » 12.07.2017, 14:28

aus diesem und vielen anderen Gr├╝nden bevorzuge ich auch den minimalistischen Lebens- und Wohnstil.
Hier z. B findet man sehr viele Tipps und Tricks, wie man seine Wohnung minimalistisch einrichtet .http://www.stadtmagazin.com/panorama/mi ... llast/6182
Reduziertes Wohnen, sprich gr├╝ndliches regelm├Ą├čiges Ausmisten, finde ich auch ├Ąu├čerst wichtig in unserer konsumgesteuerten Gesellschaft.
Leider wei├č ich, dass es schwierig ist und nicht jeder es kann bzw. man braucht daf├╝r ziemlich viel Zeit.
Ich bevorzuge aber so durchs Leben zu gehen :-D
Beste Gr├╝├če,
Universum

Antworten