Ein Weg zum inneren Selbst

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Freigeist
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Ein Weg zum inneren Selbst

Beitrag von Freigeist » 15.01.2018, 17:19

Das innere Selbst

Es ist schwer etwas zu beschreiben, was man nicht in Worte fassen kann. Worte sind nur Formen der Konditionierung, die Erfahrungen nur umschreiben. Das innere Selbst kann man nur erfahren, um es vollkommen zu verstehen. Ich möchte versuchen, Dich ĂŒber die Worte hinaus in die Erfahrung des Seins zu weisen. Nehme die einzelnen Bezeichnungen und Umschreibungen daher bitte nicht zu genau, denn ich weise auf den Raum zwischen den Gedanken hin. Spirituelle Denker bezeichnen den Bewusstseinszustand als das universelle Bewusstsein, der Fluß des Lebens oder schlicht die Source. Ein Zustand den jeder Mensch in sich beobachten kann. Eine reine Existenz vom Selbst, frei von jeglicher Wertung.

Wertungen (Konditionierungen) haben uns in eine Situation gebracht, in der wir in einer vollkommen konzeptuellen Welt leben, die ausschließlich von unseren Gedanken aufgebaut wurde. Unser materielle und intellektuelle Welt ist also eine Struktur von Konzepten, Überzeugungen und GlaubenssĂ€tzen. Dabei Ă€ndern wir unser Glaubenssystem (Fortschritt) eigentlich ziemlich hĂ€ufig im Leben. Was nur bestĂ€tigt, wie einfach es ist von einem Konzept loszulassen. Du kannst jederzeit, ohne großen Aufwand, einen Gedanken und das dahinter stehende Konzept verwerfen. Alles, was Du tun musst ist: Von der aktuellen Überzeugung loszulassen, dem aktuellen Gedanken.

Ich möchte Dich ermuntern, es jetzt sofort auszuprobieren. Du kannst den Text lesen, ohne jede Aussage analysieren zu mĂŒssen. Du brauchst keine Angst haben, wenn Du nicht einen Deiner Gedanken, sondern einfach nur meinen Worten aufmerksam folgst. Du wirst Deinen Verstand auch nicht verlieren, wenn Du einen Moment lang von all Deinen Bewertungen los lĂ€sst. Lass los von der Idee von gut und böse, dunkel & hell, oben & unten, links & rechts, so weiter und so fort... Was bleibt jetzt ĂŒbrig, wenn Du von all Deinen Konzepten los lĂ€ĂŸt ? Vorsichtig, das ist keine Frage fĂŒr Deinen Verstand, du wolltest Dich erfahren und nicht erdenken. Die Frage spricht also Deine Wharnehmung an. Was nimmst Du wahr ? Was ist da, wenn Du Dich konzentrierst und auf das fokusierst was ĂŒbrig bleibt ? Versuche diesen Zustand zu erfahren oder zu erleben. Kannst Du diesen reinen Zustand des inneren Selbst jenseits von Bewertungen unserer Gedanken wahrnehmen ? Bist Du dieser Zustand oder die aufkommenden Gedanken ?

Du wirst mir zustimmen, dass Du eher ein Beobachter bist und nicht die Vorstellung (der Gedanke) davon. Die Vorstellung ist unecht, identifiziere Dich nicht mehr damit. Bleib einfach der Beobachter und nehme wahr. Vielleicht wirst Du einen aufkommenden (positiven oder negativen) Gedanken bemerken, lass ihn einfach wieder los und schenke ihm keine weitere Aufmerksamkeit. Mach' Dir keine Sorgen (weitere Gedanken). Du kannst den Gedanken spĂ€ter wieder aufnehmen, bleib in der Aufmerksamkeit. All Deine Gedanken werden sowieso wiederkommen. Das werden sie auch immer tun. Ich möchte Dir nur einen Weg zeigen, wie Du den Gedankenstrom fĂŒr einen Moment unterbrechen kannst. Nur auf diese Weise wird es Dir leichter fallen, Dich von den Gedanken zu unterscheiden und nicht mehr stĂ€ndig in der Vergangenheit oder Zukunft wĂŒhlen. Du wirst Dich nicht mehr so leicht mit jedem Gedanken identifizieren. Dir wird bewusst, dass es nur einer von vielen Gedanken ist.

Ein Gedanke ist wie eine Wolke, eine Form, die vom Geist erbaut wird. Sie entsteht aus dem nichts und wenn Du ihr keine Aufmerksamkeit schenkst, wird sie vorbeiziehen und sich wieder auflösen. Verfolge und analysiere nicht jede Gedankenwolke, bleibe in der Achtsamkeit. Mach einen Schritt zurĂŒck, um die Reinheit des Daseins, jenseits der Bewertungen und ihrer tieferen Konzepte zu sehen. Richte Deine Aufmerksamkeit auf den Raum zwischen den Gedanken. Und Du wirst bemerken, dass dieser Raum nicht leer ist. Du wirst es wissen, wenn Du es erfĂ€hrst und nicht erdenkst. Dein Kopf wird es Dir spĂ€ter sogar danken, wenn Du nicht jedem Gedanke folgst und ausmalst, der Dir in den Sinn kommt. Gönn' dem Kopf eine Pause. Mach etwas Platz und erschaffe Raum. Mit der Zeit werden weniger Gedanken aufkommen. So kannst Du erfahren was die Freiheit des Seins wirklich bedeutet. Solltest Du jetzt hinterfragen, was ich hier schreibe, dann ist das auch nur ein weiterer Gedanke. Dein Denken möchte wieder Deine Aufmerksamkeit. Aber die Gedanken sind nur weitere Konzepte und haben dort wo wir uns bewegen keinen Bestand. Du suchst nach der Erfahrung und das ist einfacher als Du denkst.

Wenn Du den Zustand des Sein zulĂ€sst, kannst Du mir sicher bestĂ€tigen, dass dort keine Vergangenheit oder Zukunft Bestand hat. Die Wahrnehmung des "Jetzt" ist zeitlos, klar und unschuldig. Frei von Bewertungen und Konzepten funktionieren all Deine Sinne in diesem Zustand ungetrĂŒbt. Du kannst Gedanken wahrnehmen, vorbeiziehen lassen oder aussprechen und mit Deiner Umgebung interagieren. Aber Du musst nicht mehr die Klarheit des Ist-Zustandes verlassen. Zu Beginn kann es etwas Übung erfordern den Zustand aufrecht zu halten. Insbesondere, wenn Du Dich sehr lange vollkommen in Deiner Gedankenwelt aufgehalten hast. Du wirst vielleicht auch in den Strom der Gedanken zurĂŒckgezogen und davon getragen werden, aber Dein Geist wird sich mehr und mehr beruhigen. Das Ego hat nicht mehr die Macht ĂŒber Dich, so lange Du ihm keine große Aufmerksamkeit schenkst. Es hat keinen Bestand im reinen Zustand des Seins. Je weniger Du das Ego mit Aufmerksamkeit fĂŒtterst, um so kleiner wird es mit der Zeit werden. Dies kann anfangs verwirrend sein. Es kann vorkommen, dass sich das Ego noch einmal aufbĂ€umt, Bewusstsein als negativ wertet und Ă€hnliche verwirrende Gedanken einredet. Vielleicht versucht es Dein Bewusstsein komplett in Frage zustellen. "Das ist nicht gut fĂŒr Dich!", "Wie willst Du ohne Wertungssystem ĂŒberleben?". So möchte es Dich mit Konzepten konfrontieren und in den Bann ziehen.

Dabei kannst Du ganz leicht sagen, dass Du auf jeden Fall bist. Du bist Dir bewusst, dass da ein Bewusstsein in Dir ist, das sich durch und jenseits Deiner Gedanken bewegt. Es erfÀhrt sich durch Dich, dem Beobachter in Dir.

Ein Ă€hnlicher Streit kann innerhalb Deines Körpers auftreten und GefĂŒhle von Angst, Zerrissenheit oder gar Wut hervorrufen. Genau wie Deine Gedanken, solltest Du Deine GefĂŒhle natĂŒrlich nicht unterdrĂŒcken, aber Du kannst Dich nun bewusst entscheiden und musst nicht blind jedem Gedanken folgen oder auf jedes GefĂŒhl reagieren. Wenn Du Dich weiter in Achtsamkeit und Aufmerksamkeit ĂŒbst, werden sich die gemischten GefĂŒhle und Zweifel mit der Zeit legen. Kopf, Körper und Geist in Einklang kommen und das Leben wird seinen normalen Lauf fortsetzen. Jedoch werden Dich Deine Gedanken nicht mehr so stark aufwĂŒhlen und von Deinen eigentlichen Zielen abbringen. Du hast nun die FĂ€higkeit aus dem Herzen heraus zu handeln. Du wirst jede Situation bewusst (gedankenfilterlos) wahrnehmen und letztendlich die Quellen Deiner wahren Natur erfahren. Vertraue ihr, dann wird sie Deine Hand nehmen und Dich fĂŒhren.

Schlusswort: Die Bezeichnung "Erwachen" beschreibt diesen Prozess des Bewusstwerdens vielleicht am Besten, aber das ist auch nur ein Wort. Wir können nicht sagen, wo das Erwachen beginnt oder wo es endet. Dies wĂŒrde nur zu einem weiteren Konzept des Geistes fĂŒhren...

Ich habe den Text geschrieben, um meine eigene Gedanken zu sortieren. Jetzt möchte ich den Weg in die Erfahrung einfach nur mit anderen Menschen teilen und mich darĂŒber austauschen.

ramalon
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Beitrag von ramalon » 15.01.2018, 18:51

Hallo Freigeist,

das Thema pflĂŒcken wir schon seit Jahren auseinander.
Die grĂ¶ĂŸte Schwelle ist das Loslassen des Egos. Der eigenen Identifikation.
In Endeffekt haben die Menschen Angst vor allem, deswegen gelingt es ihnen nicht.
Mit Ausnahmen.

Gruß ramalon

Freigeist
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Beitrag von Freigeist » 16.01.2018, 15:30

Hallo Ramalon,
vielleicht ist das auseinander PflĂŒcken und analysieren dann nicht die beste Herangehensweise ?
Wir wechseln und Ă€ndern furchtlos unsere Überzeugungen von Konzepten aus allen Wissensbereichen, aber mal 5 Minuten ohne Konzept zu sein fĂŒhrt in eine IdentitĂ€tskrise ? Da braucht es nicht viel Logik um zu bemerken, dass da irgendwas nicht ganz stimmig ist. Diese UnvollstĂ€ndigkeit hat so viel Leid auf die Erde gebracht,
dabei kann jeder in sich eine ganz andere Natur (IdentitÀt) sehen, oder liege ich da falsch ?

Ich bin ĂŒberzeugt, dass wir zusammen etwas Ă€ndern und ĂŒber unsere eigene IdentitĂ€t in Erfahrung bringen können. Ich bin dabei und möchte lernen meiner wahren Natur zu vertrauen anstatt sie weiter zu verleugnen. Ich wĂŒnsche mir, dass sich hier mehr Menschen beteiligen und einen fehlerhaften Gedanken (meinen und deinen "eigenen") einfach mal als Gedanken stehen lassen und stattdessen die Aufmerksamkeit auf uns selbst richten, gemeinsam.

ramalon
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Beitrag von ramalon » 16.01.2018, 19:26

Hallo Freigeist,

nett gemeint, aber ganz so einfach sind die Menschen nicht.
Um ĂŒberhaupt an unsere wie du schreibst, Natur zu kommen, muss erst einmal tĂŒchtig aufgerĂ€umt werden. Wie dir bekannt sein sollte, hat das Ego sich mit allem möglichen Vollgesogen.
Dazu mĂŒssen die Menschen es erst einmal erkennen.
Schaltet das Ego aus, dann hast du die Natur des Menschen.
Nur die meisten halten ihr Ego fĂŒr ihre Natur.
Im anderen Thread haben wir das Gleiche.
Im Grunde muss man die Menschen erst einmal von allen Ängsten befreien, Schubladendenken, Eigenprojektionen, Grenzen auflösen usw.
Das fÀllt dann aber unter Psychologie. Die Natur muss erst einmal ausgegraben werden.

Gruß ramalon

ramalon
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Beitrag von ramalon » 16.01.2018, 19:37

Hallo Freigeist,

jetzt suche Dir einfach mal einen Menschen aus Deiner Umgebung und verfolge mal so deren Gedankengang.
Die stehen morgens auf, schon mal sauer, dass sie aufstehen mĂŒssen.
Dann ab ins Badezimmer. Viele schauen etliche Male in den Spiegel, um zu sehen, was sie fĂŒr einen Eindruck auf die Umwelt machen. Dann mit der Bekleidung, was ziehe ich an. Der Schlabberanzug ist zwar bequem, die alten Latschen sind es auch, aber wie sieht das aus.
Dann mit dem FrĂŒhstĂŒck. Was esse ich da, dass macht dick, dass ist ungesund usw.
Dann mit Wiederwillen zur Arbeit. Erst noch mal in den Spiegle geschaut, und ab geht die Post.
Nachbarn getroffen, was denken die ĂŒber meine aussehen. Das Auto ist dreckig, was denken die Leute und so etwas zieht sich durch den ganzen Tag.
Dann noch die diversen Neurosen, Psychosen und Phobien dabei.
Ängste den ganzen Tag.
Und in unserer Gesellschaft ist es die Regel, nicht die Ausnahme.

Gruß ramalon

Freigeist
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Beitrag von Freigeist » 17.01.2018, 00:26

ramalon hat geschrieben: ↑
16.01.2018, 19:26
nett gemeint, aber ganz so einfach sind die Menschen nicht.
Um ĂŒberhaupt an unsere wie du schreibst, Natur zu kommen, muss erst einmal tĂŒchtig aufgerĂ€umt werden.
Das Erwachen bedeutet nicht, dass nun all Deine Probleme verschwunden sind. Es ist lediglich eine konstante Ebene, auf der man sich freier, wahrhaftiger, leichter bewegen und dabei sehr viel Tiefe begegnen kann.
Es muss also eigentlich ĂŒberhaupt nichts sortiert oder aufgerĂ€umt werden, es wird sich eher mit der Zeit von selbst entrĂŒmpeln. Es wĂ€re auch schrecklich, wenn man nur den innere Frieden und die Ruhe findet (mit anderen Worten: sein darf), wenn man innerlich oder Ă€ußerlich aufgerĂ€umt hat. Das wĂ€re eine sehr große AngriffsflĂ€che, die das Ego mit Sicherheit fĂŒr sich ausnutzen wird. So wird es nie mit Dir zufrieden sein, weil es in der Natur des Egos liegt. Es ist stĂ€ndig auf der Suche, analysiert und bewertet. Davon kannst Du Dich wie oben beschrieben aber frei machen. Gerade wenn alles schief lĂ€uft, braucht man Vertrauen und eine Konstante. Vertrauen ins Leben bedeutet sich frei von Konzepten zu machen. Das Leben entfaltet sich vor Dir, nutze die Chance und vertraue auf Deine Schritte und du wirst getragen werden. Wenn Du erst ein großen Plan verfolgen oder erstellen muss, wirst Du auf alle FĂ€lle die Gelegenheit vom Jetzt verpassen. Das bedeutet nicht, dass Du den Kopf komplett abschalten sollst. Das Gelernte kann durchaus nĂŒtzlich sein, ich möchte nur davor warnen - sich darin zu verlieren. Wenn Dir z.B. ein esotherisches Ritual oder eine spirituelle Weisheit weiter hilft, freut mich das fĂŒr Dich, so lange Du Dein eigentliches Ziel nicht aus den Augen verlierst, spricht nichts dagegen. Wenn mir jemand große Regeln und Gesetze auferlegen möchte, klingt das nicht gerade nach Freiheit und Leichtigkeit. Wem das Thema nĂ€her interessiert, kann ich die Teilnahme an einer Satsang empfehlen. Diese werden von fernnöstlichen "Meistern" gehalten. Inhaltlich sind sie jedoch frei von Religion, spirituellen Konzepten oder Ă€hnlichen GlaubensĂ€tzen und weisen immer auf das innere Selbst im Hier und Jetzt. Davon findet man auch sehr viele Videos kostenlos im Internet.

ramalon
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Beitrag von ramalon » 17.01.2018, 06:39

Hallo Freigeist,

hatte ich frĂŒher schon geschrieben, das Ego von dem Geist oder wie immer man es nennen mag, trennen.
Es sind zwei Arten der Wahrnehmung. Einmal aus dem Ego, die zweite aus den Verbindungen, unserer Natur, wie du schreibst.
Nur die meisten Menschen sind in der Annahme und das Ego ist ihre Seele, ihre Natur.
Das Problem darin liegt, dass das Ego auch in dieser Richtung sehr anpassungsfÀhig ist.
Es suggeriert so gut wie alles.
Willst du eine Welt der DĂ€monen, bekommst du sie usw.
Ich verstehe was du meinst, aber das mit der Umsetzung zeigt sich sehr schwierig.
Zuerst muss man es verstehen, dann sein Ego dazu erziehen, es in Grenzen halten.
Schlicht und einfach: Ego es gibt Bereiche aus den hast du dich rauszuhalten.
Keine Bewertungen, keine Analysen, keine Emotionen. Nimm es als reine Information.

Gruß ramalon

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Beitrag von ramalon » 17.01.2018, 07:52

Hallo Freigeist,

ein gutes Beispiel von Geist und Ego trennen ist mir gerade begegnet.
War gerade im Garten, im Dunkeln.
Ich verspĂŒrte Angst (bin Empath).
Lasse ich es durch mein Ego so macht es diese Emotionen zu der Seinen.
Nehme ich es als Information, so stelle ich fest, dass etwas Angst hat.
Irgendwo saß ein Tier im GebĂŒsch, dass Angst vor mir hatte.
Bin dann gegangen, damit es keine Angst mehr hat.

Es war nicht meine Angst.

Gruß ramalon

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Sullivan
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Beitrag von Sullivan » 17.01.2018, 12:53

Hi Freigeist,

mit deinem Namen signalisierst du, frei von schĂ€dlichen Vorstellungen und Bevormundungen sein zu wollen. So weit, so bestens ! Wer möchte dir da nicht zustimmen ! Die Bezeichnung "Freigeist" ist aber in der Geistesgeschichte belastet. Als Obama Deutschland besuchte, gratulierte er den Deutschen zum wohl bedeutendsten ihrer Philosophen: Immanuel Kant, genannt "der Alleszermalmer". Kant hatte nicht nur alle sogenannten Gottesbeweise zu Schrott gemacht, und so mit anderen GeistesgrĂ¶ĂŸen seiner Zeit die Trennung von Staat und Kirche befördert, sondern auch klarsichtig den Irrtum der damaligen Freigeistler erkannt: "Und so zerstört Freiheit im Denken, wenn sie sogar unabhĂ€ngig von Gesetzen der Vernunft verfahren will, endlich sich selbst." - Dein Name steht hier natĂŒrlich nur fĂŒr wirkliche Freiheit des Geistes.

Deine BeitrĂ€ge lassen unschwer Sympathie fĂŒr Eckart Tolle und seinen Bestseller "Jetzt ! - Die Kraft der Gegenwart" erkennen. Den hatten wir im Forum schon ausgiebig. Es ging dabei nicht immer manierlich zu. So sehr Meinungsstreit zur NormalitĂ€t eines Forums gehört und es attraktiv macht, so bedauerlich sind Pöbeleien von vermeintlich Eingeweihten. Wir hatten einmal eine ganz junge Erleuchtete, die sogar Goethes bekanntestes Zitat gebrauchte, das sich schon GrundschĂŒler auf dem Pausenhof zurufen: "Leck m.a.A.!" Es wurde zwar gelöscht, doch wird durch solche AusfĂ€lle mancher abgehalten, BeitrĂ€ge zu schreiben, um nicht selbst zur Zielscheibe werden zu können.

Zur Zeit sind alle Rabauken wieder außerhalb des Forums. Falls es dich aber unversehens doch einmal erwischen sollte, hoffe ich, dass du nicht gleich aufgibst, wie es schon so viele Schreiber von hochinteressanten BeitrĂ€gen getan haben. Als Vorbild könnte dir Ramalon dienen. Letztes Jahr schrieb jemand aufgeregt, wenn der Administrator den Account von Ramalon nicht löschen wĂŒrde, brĂ€chte er sich selbst in Schwierigkeiten. NatĂŒrlich geschah nichts. Ramalon schrieb darauf so freundliche BeitrĂ€ge an den Aufgeregten, dass dieser an ihn bald ebenso entspannt zurĂŒckschrieb, als sei nichts geschehen. Er ist aber nicht mehr im Forum.

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Hi Welthupferl,

wenn ich an dich schreibe, ist mir dein jetziger Gesundheitszustand bewusst, den ich nicht beeintrĂ€chtigen möchte. Dazu habe ich dir bereits GenesungswĂŒnsche ausgesprochen.

Was dir aber so oft deine Beherrschung raubt, kann ich auch heute in meinem Beitrag an Freigeist nicht lassen: Ein Fremdzitat, diesmal von Kant. Obwohl solche Zitate nur einen winzigen Teil des Gesamtumfangs meiner ĂŒber 1800 BeitrĂ€ge ausmachen, fĂ€llst du dann immer wieder aus der Rolle. Statt einmal in Ruhe zu lesen und zu ĂŒberdenken, meinst du, diese Zitate stĂŒnden in keinem Zusammenhang. Du hast aber noch kein einziges konkretes Beispiel genannt, das ich dann hĂ€tte erlĂ€utern können.

Bedenke doch bitte: Im Forum werden unzÀhlige Videos mit teilweise stundenlangen VortrÀgen angezeigt. Das sind doch auch keine originalen EigenbeitrÀge der User. Diese hast du noch nie beanstandet. Sobald aber jemand in seinem Beitragstext ein Fremdzitat bringt, entsteht in dir reflexartig die Zwangsvorstellung, er sei nicht zu eigenstÀndiger Meinung fÀhig. Egal, wie viele umfangreiche Eigentexte ohne Zitate er bereits geschrieben hat.

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Euch beide grĂŒĂŸt freundlich
Sullivan

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 18.01.2018, 12:52

@ suli

So wie du das erlĂ€uterst klingt das eigentlich gut, nur leider entspricht es nicht dem, was tatsĂ€chlich in sich stĂ€ndig wiederholenden ĂŒberflĂŒssigen Diskussionen ausartet.
Ich hab nichts gegen Zitate an sich, aber nicht wenn sie einfach nur als Verweis auf die Ansichten Dritter verwendet werden. Ob diese Dritten kompetent oder inkompetent sind sei mal dahingestelt. Darum geht es mir gar nicht. Ich erwÀhne das immer wieder, leider vergeblich. Wenn ich wissen wollte was diese Leute, die du zu zitieren pflegst, denken oder gedacht haben, könnte ich mich selber kundig machen.
Die meisten der Leute und deren BĂŒcher aus denen du zitierst sind mir auch durchaus bekannt. Du bist nicht der Einzige der belesen ist. Das heisst nicht, dass du mir nicht, mit deinen Querverweisen, einige durchaus positve Überrschungen serviert hĂ€ttest.

Was ich vermisse ist dein persönlicher Bezug zu den Dingen.
Ich versuch ich immer wieder dein eigenes Gedankengut zu den Diskussionsthemen herauszufinden.

Mag ja sein, dass ich die dies bezĂŒglichen RĂŒckfragen falsch artikuliere oder tatsĂ€chlich zu dumm bin deine Reaktion und Antworten zu verstehen. Ich sehe mich dann jedesmal in endlos Diskussionen ĂŒber irgendwelche NebensĂ€chlichkeitenverwickelt. In wahre Tiraden von VorwĂŒrfen wieso ich irgendwelche Leute nicht als richtungsweisend anerkenne, was ich irgendwann mal ĂŒber Diesen oder Jenen mal geĂ€ussert habe oder andere dergleichen unfruchtbaren Dinge.
Nur mal ein Beispiel fĂŒr NebenschauplĂ€tze: wenn ich auf Goethes schaffen und seine Lebenserkenntnisse verweise muss ich nicht zwingend darauf verwiesen werden, wer dessen Briefe gesammelt und wem wir das Wissen ĂŒber Goethes GedankengĂ€nge zu verdanken haben. Ich hĂ€tte mir in dem ganz konkreten Falll mehr gewĂŒnscht zu erfahren ob auch du das so siehst oder vor allem ob du eine andere Meinung vertrittst.
Leider ist es immer das Gleiche. Da finde ich nichts, da kommt einfach nichts.
Alles was du on dir gibst, wirkt wie Herumprotzerei mit Bildung, ohne irgendeinen persönlichen Bezug.
Also qausi genau im Gegensatz zu Sense bei deren persönlicher Bezug mit ihrer Bildung(dem was sie von sich gibt) untrennar verbunden erscheint.

Ich bin auch nicht der Einzige der das so sieht.

Ich vermute du willst dich auf die Art unverwundbar oder nicht angreifbar machen.
Wie leicht das Leuten passieren kann, zeigt sich ja gerade aktuell beis Sense oder in der Vergangenheit bei Horus.
Deine Haltung ist also durchaus menschlich verstÀndlich aber eben nicht sonderlich fruchtbar was die Thredthemen betrifft.

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Sullivan
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Beitrag von Sullivan » 18.01.2018, 15:00

@ Welthupferl

Hier gelten allein die Forumsregeln. Sie fordern nicht, dass die Teilnehmer Persönliches mitzuteilen haben. Das ist ihnen freigestellt.

Man kann sÀmtliche BeitrÀge jedes Forumsmitglieds bequem in chronologischer Reihenfolge aufrufen. Jeder kann also schnell nachlesen, was jemand tatsÀchlich geschrieben hat. Zur Zeit haben dich die Medikamente wohl etwas vernebelt.

Du befindest dich im Krankenstand und hast deshalb weitaus mehr Zeit als die meisten, um BeitrĂ€ge zu schreiben. Wichtig ist fĂŒr deine Genesung jetzt, dass du dich möglichst nur mit Erfreulichem beschĂ€ftigst.

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 19.01.2018, 00:15

@ suli, du sperrst dich zu verstehen worum es mir und so manch anderem hier es geht, keine Ahnung wieso.

Ich will mit Goethe nicht diskutieren, mir liegt im Gegensatz zu PeterO auch nichts daran mit Toten zu reden.
Die hatten ihre Zeit. Ich kann aus Goethes Leben und dessen Erkenntnissen nur wenig nachvollziehen was seine Meinungsbildung geprĂ€gt haben mag. Er war definitv unglaublich klug und belesen aber sein info-Input war vermutlich kleiner als der eines intelligenten 12 jĂ€hrigen unserer Zeit. Ich will also von Niemandem auf Goethes Meinung oder die Ansichten anderer Verblichener verwiesen werden. Ich hĂ€tte es viel lieber wenn Leute, die an einer Diskussion teilnehmen, ihre eigene Meinung zu vertreten wissen, statt sich hinter angeblichen AutoritĂ€ten zu verstecken. Wie erwĂ€hnt, gegen Querverweise durch Zitate an sich hab ich keine EINWÄNDE.
Sie reichen mir nur nicht als Beitrag oder ErklÀrung irgendwelcher Themen.

Ich diskutiere ausserdem nicht um zu debattieren, sondern versuche aus Diskussionen zu lernen.
Wie kann ich das, wenn ich da keine eigene Meinung erkenne?
Wie soll ich das, wenn der Diskussionspartner lediglich auf Dritte verweist und einen in sinnlose Debatten in NebensÀchlichkeiten verwickelt die, wie jetzt gerade und hier, gar nicht zum Threadthema passen.
NatĂŒrlich kann dich niemand zwingen.
Ich versteh nur nicht wieso du alle so gnadenlos niederzumachen trachtest die dich hinterfragen oder in Frage stellen.
Was mich immer so sauer macht ist dass du deine Kompetenz immer nur mit der Kompetenz Dritter zu untermauern trachtest statt mit deiner Meinung.

Ich bedanke mich herzllich fĂŒr deine GenesungswĂŒnsche. Die hab ich tatsĂ€chlich bitter nötig.
Du warst allerdings nicht der Einzige was der Sache an sich aber keinen Abbruch tut.
Ich war vorgestern wieder per Notarzt im Krankenhaus gelandet.
Da man mir da allerdings keine wirkliche Hilfe leisten konnte, hab ich mich nnoch am gleichen Tag, wiederum per Notarzt nach HAus bringen lassen.
Das ich nicht in der Lage war, mir einfach ein Taxi zu nehmen, sagt wohl alles.
Was meinen Verstand betrifft, brauchst du dir, wie hoffentlich unschwer erkennbar, keine Sorgen zu machen.
Ich glaub nicht, dass da was vernebelt ist.
Im ĂŒbrigen, keine Sorge, ich werd so schnell nicht draufgehen, mir droht schlimmeres.

Deine Kritik an meiner damaligen Äusserung ĂŒber diverse akademische Bereiche akzeptiere ich.
Wie Ramo erwÀhnte hast du mir das ja mindestens dutzende von Male vorgehalten.
Ich muss dir leider sagen, dass ich im Grunde nach wie vor zu dieser Äusserung stehe.
Ich wĂŒrde es inzwischen nur netter formulieren.
Ich sehe in vielen dieser damals genannten Bereiche keine echte wissenschaftliche Herangehens oder Arbeitsweise. Halte sie allerdings auch nicht fĂŒr erforderlich. So Zeug wie Jura, PĂ€dagogik, Sprachen und andere sogenannte Geisteswissenschaften könnte man auch in einem Schulsystem unterrichten, statt an einer teuren Uni. Da bedarf es keiner besonderen FĂ€higkeiten des selbststĂ€ndigen Denkens oder einer wissenschftlicher Arbeitsweise. Auswendig lernen kann im Prinzip Jeder.
Zu dieser Meinung steh ich!
Mag ja sein, dass Ausnahmen die Regel bestÀtigen aber invielen FÀllen bedeuten Titel aus diesen Bereichen gar nichts. Von den von Gutenmbergs aus diesen Bereichen will ich erst gar nicht gross anfangen.
Da wird gekupfert und kopiert wie der Teufel. Das klingt schlimmer als es ist. In Jura hat sich seit dem code cevil so gut wie nichts geĂ€ndert. Unser BGB dĂŒrfte noch heute zu 90% auf der durch Napoleon angeordnete Gesetzgebung basieren. Wieso sollte da einer was neues zu erdenken oder eine wissenschaftliche Ausarbeitung abliefern, selbst wenn er es könnte?

Meine diesbezuegliche Meinung zu diesem Punkt hÀtte ich allerdings niemals im Forum geÀussert, wenn ich nicht durch dich dazu provoziert worden wÀre.
Deine blinde Hörigkeit gegenĂŒber Pseudointelektuellen, Professoren, angeblichen KoryfĂ€en, AutoritĂ€ten und Titeln bringen Menschen wie mich zur Weissglut.
Mir ist dann auch egal, dass in dem Zusammenhang quasi ein Nestbeschmutzer bin und sogar selber protze, da auch ich Titel hab.

So jetzt hab ich mich noch malausgetobt, grins.
Hoffe das Ding ist jetzt gelaufen. Ich werd mich zu diesen Themen nicht mehr Àussern.

Wie irgendwann schon erwÀhnt Suli. Ich hab dich inzwischen in gewisserweise auch zu schÀtzen gelernt.
Auch wennn du eine Änderung in deinem Gebahren leugnest, kam in letzter Zeit einiges mehr von dir durch.
Zumindest zĂ€lhst du zu den Aktiven die den Laden hier in Schwung halten und hast intellektuell gesehen richtig was drauf. Das rechne ich dir auf jeden Fall hoch an und werd mir MĂŒhe geben dich einfach so zu verknusern wie du bist.

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