Bequemlichkeitsverblödung

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Biba
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Beitrag von Biba » 13.09.2017, 09:40

Hallo Ramalon,

ja das liebe Geld, wir werden sehen.
Erinnert mich gerade an die Zeit als ich den Heimatverein √ľbernommen habe, sagt auch so ziemlich jeder das schaffst du nicht, das ist zu viel Geld das fehlt.
Wundersamer Weise kam das Geld recht z√ľgig zusammen, war auch nicht gerade ein Pappenstiel so um die 150.000 ‚ā¨.

Was ich vor habe, ist viel mehr als nur autark leben, das hat schon größere Dimensionen und schaft nicht zuletzt einige Arbeitsplätze.
Mein bisheriges Leben sehe ich als Vorbereitung genau darauf, obwohl ich meinen Werdegang als Mensch nie so geplant hatte. Jedoch wusste ich zumindest gro√üe Teile dessen wohin es f√ľhren w√ľrde schon als Kind und da bisher alles eingetroffen ist, wie ich es als Kind sah und vorraus sagte, warum sollte es dabei anders sein?
Nur h√§tte ich nie geglaubt das es so lange dauern w√ľrde dort hin zu kommen.

Wie schon zu Anfang geschrieben, wir werden sehen was da so alles kommen mag.
√Ąhej√§ asch√§r √§hej√§
(Ich bin, der ich bin und Ich werde sein, der ich sein werde.)

ramalon
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Beitrag von ramalon » 13.09.2017, 10:13

Hallo Biba,

warum solltest du es nicht schaffen.
Wer sein Ding machen will schafft es auch.
Wie viele Leute haben mich f√ľr bescheuert erkl√§rt, und das schaffst du nie.
Ich habe mein Ding gemacht und durchgezogen. Es hat geklappt.
Nur das es nicht leicht wurde, war mir von vorherein klar.
Nicht leicht, heißt aber nicht unmöglich.
Liegt auch an einem selber, was man bereit ich daf√ľr zu tun.
Nicht bei den ersten Schwierigkeiten das Handtuch werfen.
Ich habe mich oft durchs Leben durchgebissen, und meine Ziele erreicht.
Und warum sollte es dir nicht m√∂glich sein, das zu verwirklichen, was du f√ľr richtig h√§ltst.

Kommt mir das Zeug aus der Esoterik wieder in den Kopf.
Mit den W√ľnschen und der Energie.
Wenn man viel Energie in einen Wunsch steckt, so geht es in Erf√ľllung.
Auch ein 16 oder 20 Stunden Arbeitstag ist Energie.
Nichts ist unm√∂glich, kommt nur darauf an wieviel Energie man bereit ist, daf√ľr zu geben.

War jetzt nur am Rande bemerkt.

Und ein Kopf voll Wissen und einige Illusionen, sind besser, wie nur Illusionen.
Du weißt auf was du dich da einlässt und das ist schon die halbe Miete.

Wieder etwas aus dem Leben.
Einige Menschen die kenne, meinten ein Restaurant aufmachen zu m√ľssen.
Waren absolut nicht vom Fach, aber voller Illusionen.
Von Finanzen und Buchf√ľhrung keinen Plan, keine Ahnung von Kalkulation usw.
Und so wie es kommen musste, es wurde immer ein Schuss in den Ofen.

Du kommst vom Fach und das ist schon ein guter Start, und wenn Du es f√ľr richtig h√§ltst, dann ist es richtig.
Ich habe es auch nichts anders gemacht. Mein Ding durchgezogen.

Gruß ramalon

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Biba
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Beitrag von Biba » 13.09.2017, 23:58

Hallo Ramalon,

danke f√ľr deinen Zuspruch.

Ja das mit der Gastronomie geht ja auch oft durch die Presse bzw. Fernsehen, die Leute scheinen da wohl nach dem Spruch zu denken, "Wer nix wird wird Wirt"
Aber das war weder fr√ľher noch heute so und heute ist es da wie in vielen Bereichen eher sogar schwieriger. Das war und ist, vor allem in der Speise und √úbernachtungsgastronomie ein Knochenjob.
Hier ist es noch recht ländlich aber dennoch, ein Restaurant hatte innerhalb von 5 Jahren 4 Besitzer und selbst die älteste Gasstätte steht nun zur Verpachtung, in der Umgegend sieht es nicht anders aus.
Den Menschen fehlt zum einen das Geld und zum anderen kommt wieder die Vereinsamung, Verblödung usw. dazu.
Wie gesagt es fehlt das Geld, auch Rentner haben es nicht mehr, reale soziale Kontakte nehmen immer mehr ab, zum anderen die Kontrollen - nix mehr mit Feierabendbier und weiter fahren, oder Mittagsbier und auf die Arbeit. Rauchen ist auch nicht mehr.....
Gesellschaft im Wandel, hin zur Verinsamung und dem Fast Food.
Vor einiger Zeit sprach ich mit dem Italiäner vor Ort, Sonntags bis zu 500 Essen - im Lieferservise, Gastraum leer.

Biba
√Ąhej√§ asch√§r √§hej√§
(Ich bin, der ich bin und Ich werde sein, der ich sein werde.)

ramalon
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Beitrag von ramalon » 14.09.2017, 06:20

Hallo Biba,

Gastronomie ist ein Thema f√ľr sich.
Das Problem heute ist, das die wenigsten kochen können.
Mit TK Ware kann man keinen hinter den Ofen hervorlocken.
Wie du weißt, war ich 37 Jahre als Koch in ein und demselben Laden tätig.
So schön wie es im TV aussieht, aber der Tag fängt mit Vorbereitungen an.
Wir haben so gut wie alles selber gemacht.
Kommt dann auch noch auf die Produkte an, die man verwendet.
Ich lebe auch in einer Kleinstadt, nur mit hatten Gäste aus einem Umkreis von 100 Kilometer.
Es macht der Ruf und das Essen, was die Gäste bringt.
Es ist ein Kn√ľppeljob den man bestimmte Zeit machen kann.
Auch Kreativität gehört zur Gastronomie.
Als ich in dem Laden anfing war kaum etwas los. Die Gerichte waren g√ľnstig, die Qualit√§t m√§√üig.
Da das Restaurant am Hafen lag, bot sich eine Fischkarte an. Hatte 6 Monate gedauert, bis der Inhaber sich √ľberzeugen lie√ü.
Die Fischkarte wurde gut angenommen.
Dank Computertechnik hatte ich dann angefangen die Speisekarten zu schreiben.
So legten wir zur Stammkarte immer eine Sonderkarte mit neuen Variationen.
Dinge die gut angenommen wurden, kamen in die Stammkarte und Ladenh√ľter raus.
Mit den Jahren änderte sich die Stammkarte grundlegend.
Sie passte sich immer dem Geschmack und den Essverhalten der Kundschaft an.
Das was du meinst mit immer weniger Geld zu Verf√ľgung sehe ich nicht so.
Die Anfangskarte war eine Billigkarte und mit den Jahren stieg die Qualität der Produkte und auch die Preise. Zuletzt wurden fast nur noch hochwertige und hochpreise Speisen verkauft.

Auch in der Gastronomie gehört Mut zur Veränderung.
So hatte ich damals meinem Arbeitgeber vorgeschlagen, Fisch mit Spargel auf die Karte zu setzen.
Er hatte sich dagegen gew√§hrt. An einem Wochenende hatte er zu viel Spargel eingekauft und war schon in Panik. Er lie√ü sich dann von mir √ľberzeugen, und so kam Fisch mit Spargel auf die Karte.
Der Fisch war ein Rotzungenfilet und nennt sich Limande.
An dem Tag verkauften wir 60 Prozent allen Essens die Limande.
Seitdem war das Gericht ein Renner während der Spargelzeit.

Will damit sagen, wenn man einen eigenen Stil in der Gastronomie hat, den Markt beobachtet, sich vor Arbeit nicht scheut, und kreativ ist, kann noch sein Geld verdienen.
Uns haben auch versucht viele zu kopieren. Versucht aber nie erreicht.
Das sind dann die Läden die baden gegangen sind.
Die Leute sind bereit Geld f√ľrs essen auszugeben, aber es muss gut sein.
Heute bin ich auch vom Essen gehen ab. Liegt aber nicht daran, dass ich sparen muss, sondern an dem Zeug, das man mir dort zumutet.
Tiefk√ľhlware liefert Bofrost nach Hause, und das wesentlich billiger. Deswegen muss ich nicht essen gehen.
Ich finde es Frechheit, wenn ich irgendwo essen gehe, und die Suppe kommt von Knorr oder Maggi.
Mit den Soßen ist es auch nicht andres und das Essen wird im Konvektomaten heiß gemacht.
Tiefk√ľhlware. Die Kr√§uterbutter von M√§ggle, die Salate aus dem Glas.
Das hat f√ľr mich nichts mehr mit kochen zu tun.

Hat nichts mit der Vereinsamung gemein. Der Laden in dem ich gearbeitet hatte ist jetzt gut 3 Jahre geschlossen, aber aus Altersgr√ľnden. Inhaber sind in Rente gegangen.
In den letzten Monaten des Jahres hatten wir 4000 Gäste pro Monat.
Feiertage waren wir 2 Jahre im Voraus ausgebucht.

Gut wir hatten uns eben den Zeiten und dem Markt angepasst, waren flexibel und kreativ.

In den 40 Jahren hatten wir etliche Umsch√ľler als Koch und die haben ein Praktikum in der K√ľche durchlaufen. Keiner von denen hat je in der Gastronomie gearbeitet.
K√ľchenhilfen hatten wir etwa 200 in den 40 Jahren.
Die wenigsten haben den Stress lange mitgemacht.
Auch Gastronomie ist wie Landwirt ein Job ohne geregelte Arbeitszeiten.
Es gibt keinen Sonn- oder Feiertag, kein Wochenende. Urlaubszeit, Ferien sind Zeiten in dem das Geschäft brummt.

In der Gastronomie wird gearbeitet, wenn andere frei haben, denn dann lässt sich das Geld verdienen.

Gruß ramalon

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Biba
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Beitrag von Biba » 14.09.2017, 22:06

Hallo Bani,

und nun? Du wiedersprichst dir ja schon selber :smile14:

Oder willst du uns weiß machen ohne Geld zu leben und nicht auf Geld zu reagieren?

Nein, es nötigt uns Niemand? Schon mein Körper nötigt mich - zwecks Nahrung und um die zu beschaffen braucht es nun mal Geld.
Jedes Geschäft nötigt mich, denn es verlangt Geld - sonst gibt es nix.

Ohne Geld nix Leben, selbst Bettler benötigen es.
√Ąhej√§ asch√§r √§hej√§
(Ich bin, der ich bin und Ich werde sein, der ich sein werde.)

ramalon
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Beitrag von ramalon » 15.09.2017, 06:59

Hallo,

nichts gegen Geld. Dieser Tauschhandel geht nur in Bezug auf Grundbed√ľrfnisse und Eigenproduktion.
Wenn man ein Fahrzeug braucht, oder etwas Aufwendigeres, dann ist es unbequem mit 20 Tonnen Kartoffeln durch die Gegend zu schleppen, und jemand suchen der diese braucht.
Einfacher ist der Gegenwert als Geld. Auch kann man dann daf√ľr kaufen, was man ben√∂tigt.
Geld ist flexibler.
Der Grundgedanke des Geldes ist schon OK.
Aber wie immer, neigen viele Menschen dazu, es zu manipulieren.
Habgier ist die treibende Kraft.

In Bezug auf Arbeit. Man sollte davon ausgehen, dass ein Kunde hart f√ľr sein Geld gearbeitet hat.
So bekommt er von mir als Gegenwert das Gleiche.
Ich gebe mein Bestes.
Mache ich es nicht, habe ich ihn beschissen.

Gruß ramalon

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