bruderherz

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Arjuna
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bruderherz

Beitrag von Arjuna » 08.08.2017, 23:39

"Eines Tages - warte nur ab! - da wirst auch Du deinen Meister finden!"
(Muttis Prophezeiung)
Seit meiner fr├╝hen Kindheit bin ich mit dem ├ťberirdischen vertraut. Eine Mutter ohne die F├Ąhigkeit zur Schau h├Ątte mich gewundert. Nie hatte ich einen Grund daran zu zweifeln, da├č meine Mutter diese Kunst beherrscht. Noch immer ist alles genau so eingetroffen wie sie es vorhersagte. Jedenfalls beinahe immer. Noch ist ja Zeit. So sollte es auch bis zu meinem 21. Lebensjahr dauern bis sich einer ihrer eindringlichsten Weissagungen erf├╝llte und ich zu einer Zeit, in der ich mich in einer ersten kleinen Lebenskrise wiederfand, tats├Ąchlich meinen Meister kennenlernte. Doch im Stillen geahnt hatte ich es schon damals: "Da wird die Frau sicher wieder recht behalten".
Wenn ich heute auf meine fr├╝hen Tage zur├╝ck schaue, so wird es mir ganz augenscheinlich, wie ich doch schon immer umgeben war von alten Symbolen und von wegweisenden Zeichen und wie alles was ich erlebte mich letzten Endes darauf vorbereitete, das zu tun, wonach mir heute der Sinn steht: den ├älteren bei ihrem Werk zu helfen, dabei dem Ruf des Menschen Geh├Âr zu schenken, willens, seine ewig jungen Fragen im Licht der Zeit zu beantworten. Das tue ich, weil Du es nicht tust.
Gerne erinnere ich mich an die Momente, wenn meine Geschwister sich zu meinen F├╝├čen versammelten, um mit einem "ah, der Herr Oberlehrer wei├č es wieder besser" und "Achtung, jetzt spricht er gleich" meinen Ausf├╝hrungen zu lauschen. Ich war das Letzte Wort, das Herz der Gruppe - der Magier! -, ich bog Wahrheit zu Recht, machte sie greifbar. Und indem ich hinter's Licht f├╝hrte, lernte ich Gehorsam. Die Ansagen meines Vaters kamen dann auch klipp und klar, und wenn er mich im Gebot der Stunde zu einer kleinen Askese lud, dann zweifelte niemand daran: diese Auszeit hatte ich mir verdient.
Bald stand ich im Ruf. "Heiliges Kanonenrohr", "Gulaschkanone gegen den Wissensdurst", das sind zwei meiner fr├╝h erworbenen Titel. Der Platz auf dem ich stehe war erkannt und kurz vor meinem siebten Geburtstag hatte ich die ersten Studien ├╝ber die kleinen Dramen menschlichen Zusammenseins beendet. Ich verstand wie wir F├╝hlen und was wir glauben zu denken, und mit diesen Erfahrungen - rehbraune Augen taten wohl das ihre - wickelte ich mir die Welt ├╝berwiegend ├Ąlterer Damen um den Finger. Immerhin. Das war das halbe Abitur. "Wer im Kleinen besteht, der wird ├╝ber Gr├Â├čeres gesetzt". Ich war bereit, gr├Â├čere N├╝sse zu knacken.
Nermin
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"Die Wahrheit schlie├čt alles mit ein. Sie schlie├čt nicht aus."
(Tibeter)

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