Vom B├╝cherwurm zur schreibenden Zunft?

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Schneeflocke
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Beitrag von Schneeflocke » 19.03.2017, 20:42

@Klara
Vielen Dank, liebe Klara :-o.
Und ich danke wiederum dem wundervollen Anssi, dessen ber├╝hrende Worte ein wichtiger Teil meines Beitrags sind! Sch├Ân, wenn dadurch etwas in Dir bewegt wird! Das, was Du ├╝ber die Perfektion geschrieben hast, finde ich sehr weise! Sie kann ein gro├čes Hindernis im kreativen Prozess sein, auch wenn sie zur Ausbildung einer handwerklichen Basis durchaus n├╝tzlich ist. Wahrscheinlich liegt die Kunst darin, ein Gleichgewicht zwischen kreativem Ausdruck und Perfektion zu finden!

@Yogini
Hast Du denn selbst bereits Erfahrungen mit dem Schreiben gesammelt, Yogini?

@Hexalita
Bei mir bestand der Vorteil eher darin, dass ich vieles wortw├Ârtlich vom Deutschen ins Franz├Âsische ├╝bersetzt habe.
Dadurch entstanden wahrscheinlich Formulierungen, die ein waschechter Franzose so nicht unbedingt verwenden w├╝rde, die aber dennoch g├╝ltig waren und dem Ganzen einen poetischen Charakter verliehen.
Ich vergleiche es mit einem Farbenblinden, der Bilder malt. Dabei k├Ânnen die ungew├Âhnlichsten, ├╝berraschendsten Farbkompositionen entstehen, die jedoch in der Welt des Farbenblinden v├Âllig normal erscheinen.
Der sicht- und auch unsichtbare Prozess der Manifestation ist tats├Ąchlich etwas Wunderbares :smile08:.

An alle,
ich stimme Yogini durchaus darin zu, dass sich jedweder k├╝nstlerische Ausdruck deutlich von der Masse abheben m├╝sste, um Beachtung zu finden.
Allerdings sollte meiner Meinung nach das Streben nach Erfolg nicht das prim├Ąre Ziel sein! Die treibende Kraft sollte die Motivation des Herzens sein. Etwas gedeiht im Inneren und will Ausdruck finden. Dabei kann man klein anfangen und dann Schritt f├╝r Schritt immer weitergehen. Und wenn sich eines Tages dann auch noch Erfolg einstellt, so w├Ąre er ein angenehmes Nebenprodukt. Es muss ja auch nicht gleich ein Roman sein. Es kann mit kleinen Gedichten und Kurzgeschichten beginnen. Ich glaube auch nicht, dass man jegliche Literatur ├╝ber die Kunst des Schreibens verinnerlicht haben muss, um ein erfolgreiches Buch zu ver├Âffentlichen. Entscheidend ist das, was man zu sagen hat und wie man es sagt. Das kann auch eine Autobiographie, eine Erfahrungsbericht etc. sein. Anssi wird beispielsweise demn├Ąchst ein Buch ver├Âffentlichen und ich bin ├╝berzeugt davon, dass er erfolgreich sein wird, da seine Worte jetzt schon so viele Menschen ansprechen und ber├╝hren! Ich glaube, ein wichtiges Merkmal, um aus der Masse hervorzustechen, besteht in der Radikalit├Ąt des Herzens!
Das kann radikale Ehrlichkeit sein oder das radikale Manifestieren einer Inspiration, koste es, was es wolle.
Ein Beispiel von mir:
Ich habe eine kunsthandwerkliche Ausbildung absolviert und hatte die Vision meines Abschlussst├╝cks getr├Ąumt.
Am Anfang stie├č ich auf ziemlich viel Gegenwind. Man wollte mir das St├╝ck komplett ausreden, jeder mischte sich mit seinem wenn und aber ein, st├╝lpte mir seine Meinung ├╝ber, die die urspr├╝ngliche Version meines St├╝cks bis zur Unkenntlichkeit verzerrte...und ja - die Bedenken waren wahrscheinlich zum Teil sogar berechtigt, da meine Idee in ihrem freien, spontanen Ausdruck weder in den konventionellen Regelkanon der Abschlusspr├╝fungsordnung passte, noch hatte ich keinerlei Erfahrung mit einem ├Ąhnlichen Gebilde in der von mir anvisierten Technik. Doch meine Vision war so kraftvoll und stark, dass sie alle anf├Ąnglichen Zweifel und Kritiker ├╝berwog. Ich wusste, ich konnte nicht anders, als dieses St├╝ck herzustellen und nahm es sogar in Kauf, deshalb eventuell meinen erfolgreichen Abschluss zu vermasseln, denn das Werk barg in der Herstellung einige Risiken in sich. Aber wie durch ein Wunder ging alles gut. Teilweise kam ich mir so vor, als w├╝rde nicht ich dieses St├╝ck kreieren, sondern als w├Ąre ich wie von magischer Hand gef├╝hrt und ich erlebte w├Ąhrenddessen sogar meditative Flowzust├Ąnde. Auch auf meine Umgebung schien es eine starke Wirkung zu haben und selbst die sch├Ąrfsten Kritiker schienen pl├Âtzlich ihre Einw├Ąnde vergessen zu haben, ergaben sich dem Flow und fingen an zu tanzen ;-). Und ich empfand es als tiefe Erf├╝llung, meine Vision in die Tat umgesetzt zu haben. Und so sollte es meiner Meinung nach mit jeder kreativen Absicht sein. Sie mit Herzenskraft verfolgen, unerm├╝dlich kleine Samen s├Ąen, bis sie auf fruchtbaren Boden fallen, das erste Aufkeimen genie├čen, geduldig gie├čen, loslassen und schaun, was geschieht...und eines Tages...wer wei├č... :-o
Liebe Gr├╝├če!
Zuletzt ge├Ąndert von Schneeflocke am 26.03.2017, 21:05, insgesamt 1-mal ge├Ąndert.

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hexalita
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Beitrag von hexalita » 26.03.2017, 17:45

Liebe Schneeflocke! Danke dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast, das ist sehr inspirierend. W├╝rde dir da zu hundert Prozent beipflichten. Nat├╝rlich gibt es in unserer Gesellschaft viele Konventionen, viele H├╝rden f├╝r Kunstschaffende. Aber wie du bin ich dir Meinung, dass ein Kunstwerk, dass aus dem tiefsten Herzen emaniert, sein Publikum finden wird. Jener Raum des Herzens aus dem es kommt, hinterl├Ąsst darin seine Spuren und wenn jemand einen Zugang zu dieser Frequenz hat, dann wird es genau diesen Raum in ihm oder ihr ansprechen. Ebenso mit B├╝chern, ganz egal wie man sie in die Welt bringt.
Schau dorthin wo ES sich verborgen h├Ąlt!

Schneeflocke
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Beitrag von Schneeflocke » 26.03.2017, 22:58

Liebe Hexalita,
sehr gern :-o. Danke auch Dir f├╝r Deinen sch├Ânen Beitrag!
Es w├╝rde mich sehr interessieren, wie das Buch von Deinem Bruder hei├čt und worum es darin geht, falls Du etwas dar├╝ber erz├Ąhlen m├Âchtest?
Liebe Gr├╝├če :-)

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hexalita
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Beitrag von hexalita » 27.03.2017, 20:27

Hi du! Also es geht darum im Grunde um die Abgr├╝nde in der menschlichen Seele. Auch um die Suche nach dem Weg des Protagonisten, aber immer zwischengew├╝rzt mit drolligen Alltagsanekdoten und die verr├╝ckten Idiosynkrasien und Eigenheiten, die ja jeder Mensch so hat :) Er ist nicht ganz so spirituell angehaucht wie ich, eher praktisch, aber finde es trotzdem sehr tiefgr├╝ndig.
Schau dorthin wo ES sich verborgen h├Ąlt!

caracol
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Beitrag von caracol » 30.03.2017, 18:43

Schneeflocke, der Text, den du gepostet hast, hat mich wirklich ber├╝hrt. Danke dir daf├╝r!
Ich verstehe auch, dass Du Dich davor str├Ąubst, hier im Forum einen Deiner Texte zu posten. In so einem Forum menschelt es doch sehr und es ist eine Herausforderung, sich dem zu stellen. Allerdings scheinst Du mit dem Gedanken zu spielen, Texte von Dir in Buchform zu ver├Âffentlichen. W├Ąren diese dann weniger intim?
Ja, ich denke schon, dass ein Buch weniger intim w├Ąre. Eben weil es mit dem Hintergedanken, dass es nicht nur f├╝r mich ist, verfasst worden w├Ąre. Ich habe einmal ein kleines B├╝chlein mit einer kurzen Geschichte f├╝r meinen Partner geschrieben. Und schon das war etwas ganz anderes, als wenn ich nur f├╝r mich schreibe. Man nimmt ja, je nach dem mit wem man kommuniziert, durchaus unterschiedliche Rollen ein. Nicht weniger authentisch, aber eben doch verschieden. Und meinem Gef├╝hl nach ist nicht jede Botschaft ist f├╝r jeden Adressaten bestimmt :-)
Erstmal studiert, dann erstmal den Job angenommen der ja ein gutes Einkommen generiert. Und gef├╝hlt wird es immer schwerer den Schritt zu wagen.
Ich glaube, es stimmt, das man den Mut haben sollte, die Wege, die man glaubt beschreiten zu m├╝ssen, weil man das halt so macht, auch mal zu verlassen und seinen eigenen Weg zu gehen.
Denn fast jeder Leseratte tr├Ąumt vom eigenen Roman den sie im Idealfall an einem ruhigen und romantischen Ort verfasst. Und zwar in vollkommener Unkenntnis, wie viel Arbeit so etwas bedeutet und wie anspruchsvoll ein gutes Buch ist.
Ich bin mir ganz sicher, dass da viel Wahres dran ist. Aber wenn man den ersten Schritt nicht tut, erf├Ąhrt man nie, ob man nicht dazu in der Lage ist ;-) Deinen Buchtipp werde ich mir zu Herzen nehmen, danke!
Bei meinem Bruder war es so, dass er eher fixe Zeiten hatte und sich kontinuierlich hingesetzt hat zu schreiben. Allerdings hatte ich manchmal auch das Gef├╝hl, dass er sich damit selbst nichts Gutes tut, weil dann oft Sitzungen waren, wo er gar nichts produziert hat. Aber irgendwann hat er es dann eben doch fertig gebracht und nach dem Anschreiben von vielen Verl├Ągen, ist sein Manuskript schlie├člich beim Novum Verlag genommen worden. Mit dem B├╝cherschreiben hast du den Prozess der Manifestation halt sehr intensiv vor Augen, weil erst nur eine Idee in deinem Kopf da ist und irgendwann h├Ąltst du sie eben in H├Ąnden! :)
Das hast du sch├Ân geschrieben. Und die Geschichte macht Mut, es freut mich zu lesen, dass dein Bruder da seinen Weg und auch einen Verlag gefunden hat! Ich denke, es ist wichtig, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg geht.
Und so sollte es meiner Meinung nach mit jeder kreativen Absicht sein. Sie mit Herzenskraft verfolgen, unerm├╝dlich kleine Samen s├Ąen, bis sie auf fruchtbaren Boden fallen, das erste Aufkeimen genie├čen, geduldig gie├čen, loslassen und schaun, was geschieht...und eines Tages...wer wei├č... :-o
Ein sch├Âner Gedanken! Mir hilft es immer auch, wenn ich mir ein Ziel (das sich auch gerne im Laufe der Zeit wandeln darf) vor Augen halte. Wie eben zum Beispiel ein Buch von mir in einem Laden zu sehen. Tr├Ąume darf und muss man ja haben! :-D

Und Geduld braucht man immer, genauso wie Hoffnung. Ich warte aktull zB tats├Ąchlich darauf dass Samen aufgehen. Von den Tomatenpflanzen vom letzten Jahr.. Ich mag es, wenn Dinge gedeihen :flower:

Schneeflocke
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Beitrag von Schneeflocke » 05.04.2017, 13:58

Hi Hexalita,
klingt sehr interessant!
Aber jetzt wei├č ich immer noch nicht, wer Dein Bruder ist und wie sein Buch hei├čt.
Falls Du den Titel hier nicht posten willst, kannst Du ihn mir als PN schicken, falls Du magst.
Liebe Gr├╝├če :flower:

Schneeflocke
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Beitrag von Schneeflocke » 05.04.2017, 14:06

Liebe Caracol,
es freut mich, dass Dich mein Text ber├╝hrt hat.
Was die Intimit├Ąt Deiner Texte betrifft, kann ich Dich sehr gut verstehen.
Allerdings l├Ąsst meine Neugier, was und wie Du schreibst - zugegebenerma├čen nicht nach. Im Gegenteil... ;)
Vielleicht kannst Du Dich ja doch irgendwann ├╝berwinden, einen selbstgeschriebenen Text, den Du auch in Buchform ver├Âffentlichen w├╝rdest, hier zu posten. Aber nat├╝rlich nur, wenn es sich f├╝r Dich richtig anf├╝hlt.
Ansonsten w├╝nsche ich Dir gutes Gedeihen Deiner Tomatenpfl├Ąnzchen :flower:

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sensmitter
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Beitrag von sensmitter » 06.04.2017, 13:40

Liebe Caracol, Schneeflocke hat Recht,
schreib doch mal, was du so schreibst,
hier im Forum.
Auch ich mache es so (siehe Schamanentum),
wo ich alle zehn Tage ├╝ber die Spirits der
Terralogie schreibe.

Gerne w├╝rde ich auch ein Buch mit ausgiebigerem
Text ver├Âffentlichen, allein es fehlt mir an den
Finanzen; zudem habe ich keine Lust, f├╝r etwaige
Lesungen durch die Landschaft zu gondeln, um
Bestandteil eines Marketing-Konzeptes zu sein.
Die meisten Verlage erwarten das, und auch die
Schriftstellerinnen finden das eher toll, sich in
diesem Rahmen darzustellen. Ich aber nicht, bin
m├╝de von B├╝hne...

Hier im Forum ist das Gute, dass du Resonanz
bekommst, sowohl Kritik als auch Lob, und du
kannst verfolgen, wie viele Leute deine Sachen
gelesen, also Interesse haben.
Zudem kannst du Links setzen, wenn sich jemand
in den Stoff vertiefen oder mehr Infos haben will.
Ich finde das inzwischen so gut, dass ich keinen
Kontakt zu Verlagen aufnehme; na, hat eben auch
mit o.g. Gr├╝nden zu tun.

Tats├Ąchlich sollte man sich m.E. nicht w├Ąhrend des
Schaffens mit Gedanken zur Vermarktung besch├Ąf-
tigen, sondern erst einmal das Werk vollenden.
Ich male auch ├ľlbilder - und die trocknen lange -,
und so schlie├če ich aus, mir selbst Druck zu machen,
indem ich Ausstellungen verfr├╝ht festmache oder
bekannt gebe. Bla, bla, bla...

Gute Idee von Schneeflocke. Ich bin dabei.
LG sensmitter

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