warum schrieben die Kelten ihre Geschichten nicht auf?

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Ravenna
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warum schrieben die Kelten ihre Geschichten nicht auf?

Beitrag von Ravenna » 28.02.2017, 20:19

Die kelten glaubten soweit ich weis, dass wenn man etwas aufschreibt, dass es dann irgendwie seine Kraft verliert. Desshalb wissen wir heute so wenig ├╝ber sie. Aber wie ist das zu erkl├Ąren? warum dachten sie so? was denkt ihr?
Viele Gr├╝├če Ravenna

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Andreas
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Beitrag von Andreas » 01.03.2017, 00:57

Hallo,
eine Schrift geht immer ├╝ber den Verstand - insofern ist da tats├Ąchlich die Wurzelchakrakraft, also die Lebenskraft immer erst mal geschw├Ącht, weil der Verstand die Kraft im Gehirn sammelt. Aber ob das der Grund war ??

Es k├Ânnte auch sein, dass einfach nichts von ihrer Schrift ├╝brig geblieben ist. (Wenn in unserer Kultur alle Computer vergehen, dann bleibt auch nichts mehr ├╝brig von der Emoticonschrift die wir heute auf unseren handys benutzen..)


lg von Andreas
Ihr k├Ânnt mich gerne bei facebook adden, ihr findet mich hier: http://www.facebook.com/andreas.rebmann.96

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sensmitter
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Beitrag von sensmitter » 01.03.2017, 13:20

Yeah, eines meiner Lieblingsthemen.
Fangen wir mal so an:
Runen kommt von raunen, fl├╝stern usw.
Informationen wurden weitergesagt;
nicht allen, denn nicht jede/r war imstande,
all die Dinge auswendig zu lernen, die es ├╝ber
das Leben und die H├Âheren M├Ąchte zu sagen
gibt.

Schreiben - n├Ąmlich "kratzen" war eine heilige
Handlung; "ritzen" war immer Verletzung eines
K├Ârpers oder eines Dinges, also Eingriff in die
Harmonie des indiviuellen So-Seins, die nur
Ge├╝bte mit entsprechendem Respekt vor den
Dingen des Lebens ausf├╝hren durften.

Das Wort Buchstaben kommt von Buchenstab,
Buchenst├Ąbe, in die Runen eingeritzt werden,
Zeichen mit tiefgehenden Bedeutungen.
In europ├Ąischen Sprachen, ehemals indogerma-
nische Sprachen genannt, kann man den Ursprung
unseres Alphabeths wiederfinden.

Die Runen bezeichneten ausserdem die sechzehn
"Male" des Jahres, die Monaden, die Monate...
einmal, ein Mal, zwei Mal, usw., manchmal...

Ritzen als heilige Handlung - auch als Tattoo -
ist "malen", eben malen mit Farbe oder statt
auf Haut auf Holz, gerne die Kerben mit Blut
oder auch rotem Pflanzensaft ausgemalt.
Runen sind so eckig, weil sie mit einer scharfen
Klinge mit geraden Schnitten ins Holz ge-
schnitten werden.

Hey, ich bin gerade abgelenkt und muss hier
abbrechen. Wer hat noch Fragen?
LG sensmitter

Ravenna
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Beitrag von Ravenna » 01.03.2017, 14:12

Danke f├╝r eura Antworten. Sensmitter schreib ruhig weiter wenn du nicht mehr abgelenkt bist. :mad:

Ravenna
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Beitrag von Ravenna » 01.03.2017, 14:20

das mit dem Respect vor dem Individuellen sein. dazu habe ich noch eine Frage. Die Kelten waren so wie ich geh├Ârt habe ja sehr Kriegerische V├Âlker.Das h├Ârt sich irgendwie nicht nach Respect vor dem individuellen sein an. wie ist das miteinander zu vereinbaren?

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sensmitter
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Beitrag von sensmitter » 18.03.2017, 15:08

Hallo Ravenna,
erst sp├Ąt habe ich wieder hier `reingeguckt,
und wollte noch was zu dem individuellen Sein sagen,
dessen Erkenntnis nicht unbedingt Kriege verhindert,
schlie├člich will man ES ja vor Schaden bewahren.
Auch heute ist es doch noch immer so,
dass jeder Mensch f├╝r sich selbst szg. den Anspruch
erhebt, etwas Besonderes zu sein, eine individuelle
Meinung zu haben, auf eine gewisse Art zu leben etc.
Und tats├Ąchlich ist das Gemeinsame aller Menschen,
individuell verschieden zu sein; vieleicht w├╝rde ein
Au├čerirdischer die Menschheit "die Verschiedenen",
bzw. "die Unterschiedlichen", nun eben "die Indivi-
duen" nennen.

Der Spruch Nietzches:"Alle Menschen sind gleich,
aber einige sind gleicher" beinhaltet dann auch,
dass wir in der Erkenntnis der Gleichheit - im
Gegensatz zu z.B. Aliens - uns zusammenrotten,
wenn Gefahr droht.
"Das Volk" nennen sich ├╝bersetzt die Menschen in
fast allen bekannten Mythen, was aber nat├╝rlich
V├Âlkerkriege nicht ausschlie├čt.

Mit der Behauptung des angeblichen "Anderssein"
eines Volkes werden Kriege heraufbeschworen und
bewusst Feindbilder konstruiert, die einzelne Men-
schen sich aus Angst verbr├╝dern lassen, da der
Einzelne sich ohnm├Ąchtig und dem Untergang geweiht
f├╝hlt.
Wir k├Ânnten jetzt unter verschiedenen Gesichtspunkten
durchspielen, zu was es f├╝hrt - allein schon zwischen
nur zwei Menschen -, wenn jede/r einen gro├čen
Anspruch auf Individualit├Ąt hat und sich gleichzeitig
aus Angst vor dem Alleine-Dastehen mit Gleichartigen
umgeben will.

Was die Kelten oder andere Altvorderen dann doch noch
von uns unterscheidet, scheint der ├╝bersteigerte Indivi-
dualit├Ątsanspruch unserer Tage, dass jede/r sich aufge-
fordert f├╝hlt, sich nach au├čen als etwas Besonderes
darzustellen, was wohlm├Âglich alle anderen und alles
Andere in den Schatten stellt.
Na, genug f├╝r heute.
LG sensmitter

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sensmitter
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Beitrag von sensmitter » 03.04.2017, 17:39

Zusatz/Nachschlag
Viele Tage sp├Ąter m├Âchte ich noch erw├Ąhnen,
dass s.g."Male" ja Zeichen sind und Bedeutungs-
tr├Ąger, die symbolisch f├╝r etwas stehen.
So stehen Runen, die nur "geraunt" werden, also
gefl├╝stert werden, f├╝r Kl├Ąnge der Sprache, die
wiederum gro├če Macht hat; denn kennt man den
Namen von etwas oder jemandem, kann man es
rufen, kontaktieren, beeinflussen, herbeiholen etc.,
"Nomen est omen". Zudem sagte einem fr├╝her der
Name von jemandem weit mehr als heute. Auch der
eigene Name st├Ąrkte das Selbstverst├Ąndnis und das
Selbstwertgef├╝hl und vermittelte Identit├Ąt. So ist
eine Taufe eine Namensgebung und eine Energie-
├╝bertragung bestimmter Eigenschaften auf eine Person.

Ein Name besteht aus mehreren Buchstaben, die
man auf bestimmte Runen zur├╝ckf├╝hren kann,
die wiederum als Energietr├Ąger bestimmter Eigen-
schaften betrachtet werden k├Ânnen.
All unsere Namen haben eine Bedeutung, die ├╝ber
indogermanische Sprachwurzeln auf Runen zur├╝ck-
zuf├╝hren sind als Tr├Ąger komprimierter Energie,
die ich s.z.g. "herbeihole" und durch Aussprechen
herbeirufe, wie wenn ich jemanden mit seinem
Namen anspreche oder herbeirufe. Nur wenn ich
seinen Namen kenne, wird er auf meinen Ruf rea-
gieren. Einen Namen zu kennen, bedeutet Macht
dar├╝ber zu haben.

Schreibt einer auf eine Wand: Willi ist doof, ├╝bt
er auf den armen Willi Macht aus, auch ohne selbst
anwesend zu sein. Worte repr├Ąsentieren den Willen
des Schreibers, so als w├Ąre er anwesend...

Und so ├╝bertrage ich in geballter Form Energie,
sobald ich auf einen Gegenstand eine Rune male,
schreibe, kratze oder ritze. Ich "verewige" mich
auf diesem, und mein Geist wird dort walten, wo
dieser Gegenstand ist, und immer so weiter
gedacht..."ein geschriebenes Wort", sagt man
noch heute, "gilt mehr als ein gesprochenes".
Und wirkt und hat immer wieder Bedeutung, so
oft ich es anschaue. (Auf meinem Tisch liegt
die Stromrechnung und mahnt durch Anwesenheit.)

Alle Worte indoeurop├Ąischer Sprachen f├╝hren zu
einer gleichen, gemeinsamen Wurzel zur├╝ck,
und diese wiederum auf die Rune Rit, Ka und Rit
oder noch st├Ąrker die Kombination Sig, Ka und Rit,
wie wenn du dir langsam mal die Buchstaben S,
was ein Schneideger├Ąusch ist, dann Ka, was ein
gekonntes Stechen und R rollst fast wie das Ger├Ąusch
etwas zu s├Ągen, dann landet man mit Leichtigkeit
bei dem Wort S - CH - R - E - I - B - E - N.
Schrei-ben ist dann fast so wie Schrei-en ein Ger├Ąusch;
beide W├Ârter sind nat├╝rlich verwandt, wird jetzt klar.

Und ob jemand deinen Namen schreit oder fl├╝stert;
er erregt deine Aufmerksamkeit und dein Gem├╝t.
Also br├╝llt mir Eure G├Âtter nicht an, deren Schutz
Ihr haben wollt, mag ein Druide wohl gesagt haben;
und hat das dann lieber selbst ├╝bernommen.
Die Runen, z.B. das Futhork, als uraltes Alphabeth,
kann man sich ja "merken" = auswendig lernen, szg.
im Geiste "markieren"; was bereits vor tausenden
Jahren bereits geschehen ist...
wie es ja - auch ohne aufgeschrieben worden zu
sein - in unseren Sprachen immer noch enthalten
ist.

LG sensmitter

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sensmitter
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Beitrag von sensmitter » 17.04.2017, 13:22

Hallo, ich schon wieder,
weil mir noch was durch den Kopf ging...

Als Antwort zur urspr├╝nglich gestellten Frage
k├Ânnte man lapidar antworten:
Geschichten haben etwas mit Geschehen zu tun
und sind szg. urspr├╝nglich ├╝berhaupt nicht dazu da,
aufgeschrieben zu werden, denn das Erz├Ąhlen von
etwas stellt die Begebenheit selbst dar.

Man kann sich heute kaum vorstellen, dass jegliches
Gedankengut haupts├Ąchlich auswendig gelernt wurde.
Und des Schreibens war erst recht nicht jeder imstande,
als man anfing sich der Schrift zu bedienen.
Sich etwas "auszudenken", bzw. seine Gedanken nieder-
zuschreiben, kam auch nur wenigen in den Sinn.
Man vergleiche hierzu, dass viele Geschichten davon
handeln, dass jemand etwas erz├Ąhlt hatte.

Wir machen es ja heute noch so, und erz├Ąhlen das
weiter, was wir geh├Ârt haben, was dann auch dem
Spiel "Stille Post" gleichkommen kann, weil der Text
von jedem mit kleinen Ver├Ąnderungen anders weiter-
gegeben wird.
Nun k├Ânnte man annehmen, dass etwas Geschriebenes
seine Bedeutung beh├Ąlt und man Irrt├╝mern dadurch
vorbeugen k├Ânnte. Tatsache ist jedoch, dass ehemals
Bedeutsames heutzutage nicht unbedingt mehr den
Stellenwert wie fr├╝her hat und/oder auch aus heutiger
Sicht falsch interpretiert werden kann.

├ťber vorliegendes Geschriebenes jedoch wiederum
mit anderen sprechen und die Gedanken austauschen,
hat m.E. immer einen Wert, da es allen Beteiligten neue
Perspektiven er├Âffnet. Dieser Prozess erweitert das
eigene Bewusstsein; im besten Falle...
denn es bleibt philosophisch und reine Spekulation, was
urspr├╝nglich ausgedr├╝ckt werden sollte, da kulturelle
und zeitliche Hintergr├╝nde eine wesentliche Rolle spielen.
Trotzdem findet wohl bei n├Ąherem Studium jeder etwas
in den alten Texten, was sein eigenes Leben und seine
Wertvorstellungen erweitern und bereichern kann, DENN:
Wir sind Menschen, und unsere Anspr├╝che ans Leben
bleiben die gleichen wie fr├╝her.

Dabei frage ich mich, was die Infos ├╝ber uns, die wir in
den Weltraum geschossen haben, wohl den Aliens sagen
m├Âgen?
LG sensmitter

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