Erleuchtung.

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martina1966
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von martina1966 » 22.02.2013, 16:27

Hey Sullivan!

Ja, das war ein Volltreffer!
Danke Dir fĂŒr Deine detaillierten, mit großem Engagement geschriebenen BeitrĂ€ge!

Es ist in der Tat tausendmal leichter zu sagen, was Erleuchtung NICHT ist, kicher^^. Oder vielleicht sind wir ja ALLE erleuchtet, aber die Meisten von uns sind sich dessen nicht bewusst.
Oder wir sind eben BEIDES: verwirrt und klar, wie der Geist von Natur aus auch ist.

GrĂŒĂŸe!
StörgefĂŒhle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

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Sullivan
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Sullivan » 22.02.2013, 18:38

Liebe Martina,

ich freue mich, dass du dich voll verstanden fĂŒhlst! In deiner PN bist du des Lobes aber allzu voll. Gewissermaßen als Ausgleich fĂŒr einen wĂŒtenden Protest zu spĂ€ter Stunde (nicht von Horus), der im Forum gestern fĂŒr kurze Zeit zu lesen war. Ich habe den Meldebutton jedenfalls nicht gedrĂŒckt.

Die vergangene Nacht brachte mir ein ĂŒberraschend intensives Erlebnis des "Alles ist
Eins", ausgelöst natĂŒrlich durch meine BeitrĂ€ge an dich. Es war eine Auferstehung dessen in meinem Herzen, was dort vor Jahrzehnten durch die Reden Buddhas (Pali-Kanon) und die Bhagavadgita gepflanzt wurde. Ich bin weder Buddhist noch Hinduist, fĂŒhle mich aber diesen Traditionen eng verbunden.

Heute wirkt der Kaffee schon lÀngst nicht mehr so berauschend wie gestern nach achtmonatiger Abstinenz. Deshalb ist mein Brieflein an dich auch deutlich schlanker.

"Alles ist Eins!"

Sullivan

Anmerkung:
Ich kann deiner Feststellung, dass wir Erleuchtung und "Entleuchtung" gleichermaßen haben, nur zustimmen.

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von martina1966 » 22.02.2013, 21:36

Hey Sullivan,

genau, wir brauchen uns auch nicht zu einer Religion zu bekennen, um das FĂŒhlen zu trainieren, dass Alles Eins ist! Eine Religion kann sogar ein Umweg sein, was natĂŒrlich nicht negativ zu sehen ist, doch wir können es einfacher haben.

GrĂŒĂŸe!
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Sullivan
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Sullivan » 22.02.2013, 23:08

Liebe Martina,

die zweieinhalb Jahrtausende alte Lehre Buddhas hat sich wie unser Christentum im Lauf der Zeiten in viele einzelne, miteinander konkurrierende Lehrmeinungen aufgefÀchert. Grundlage ist aber der Pali-Kanon, die noch zu Lebzeiten Buddhas aufgezeichneten Reden.

FĂŒr den Westen wurde der Buddhismus unseren Vorstellungen so weit angepasst, dass viele glauben, es handle sich um eine Philosophie fĂŒr den Verstand.

Gustav Meyrink, dessen spannende okkulte Romane fĂŒr mich die bestmögliche EinfĂŒhrung in die Esoterik waren (unmittelbar im Anschluss an Karl May), konvertierte noch in spĂ€ten Lebensjahren aus der evangelischen Kirche zum Urbuddhismus des Pali-Kanon.

Was das eigentliche Lebenszentrum dieser Lehre ist, erlebte er besonders drastisch bei einem lebensgefĂ€hrlichen Sturz aus großer Höhe im Gebirge. In den Sekunden des Falles brannte es in seinem Herzen, und er wusste, dass er unsterblich ist. Er hörte und fĂŒhlte die Worte Buddhas aus dem Pali-Kanon:

"Vom Herzen gehn die Dinge aus, sind herzgeboren, herzgefĂŒgt!"

Meyrink ließ sich fĂŒr sein Grab in Starnberg die folgende Inschrift anbringen:

V I V O ! (lat. "Ich lebe!")

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Sullivan
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Sullivan » 24.02.2013, 11:47

Hallo Martina,

heute fĂ€llt mir wieder ein, was ich dir schon gestern mitteilen wollte. Du hast neulich einmal den bekannten Spruch "Der Weg ist das Ziel" irrtĂŒmlich Buddha zugeschrieben. Er stammt aber von dem chinesischen Weisen Konfuzius (siehe Wikipedia), der wie sein ebenso berĂŒhmter Landsmann Laotse etwa um die gleiche Zeit wie Buddha lebte, falls man der Überlieferung trauen darf.

"Der Weg ist das Ziel" wĂŒrde zum Urbuddhismus des Pali-Kanon gar nicht passen, zu spĂ€teren Versionen des Buddhismus allerdings schon. Man kann Buddha als einen Reformer des Hinduismus ansehen. Es ist keinesfalls so, dass Buddha nicht an Götter oder himmlische und höllische Welten geglaubt hĂ€tte, wie manche im Westen meinen. Sie spielten in seiner Lehre nur keine Rolle. In spĂ€teren buddhistischen Doktrinen kommen dann bereits ĂŒberwundene Vorstellungen gewissermaßen durch die HintertĂŒr wieder in den Buddhismus hinein.

Die chinesischen Weisen Konfuzius und Laotse verbinde ich unzertrennlich mit der atemberaubend schönen frĂŒhchinesischen Malerei. Der Werbefachmann eines Arzneimittels stellte Konfuzius einmal in eine solche himmlische chinesische Landschaft und textete passend:

Leis verklingend wie ein Ton
schwindet Schmerz durch Melabon.

Sullivan

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von martina1966 » 24.02.2013, 19:42

Hallo Sullivan,

ich bin lĂ€ngst nicht so belesen wie Du, was den ursprĂŒnglichen Buddhismus betrifft. Danke Dir fĂŒr alle Deine Hinweise!
Die Lamas des Diamantweg-Buddhismus betonen, dass der Buddhismus keine Philosophie ist. Der Dalai Lama (aus dem Gelugpa-Orden) spricht von einer wissenschaftlichen Geisteshaltung. Dieser Ausdruck kommt wohl der Wahrheit am nÀchsten. Es ist eine Weltanschauung, die nicht auf Glauben basiert und bei der Wissenschaft und Religion miteinander Hand in Hand gehen.

Doch das Wesentliche ist, wie Ramalon immer wieder schreibt, das FĂŒhlen der Energien der Natur, welches mir die einzige Möglichkeit zu sein scheint, die sogenannte Buddhaschaft zu erreichen.
Selbsterkenntnis bedeutet fĂŒr mich: ich fĂŒhle durch und durch, dass alles das eine Bewusstsein ist; das "Ich"-Empfinden löst sich komplett auf.

Liebe GrĂŒĂŸe!
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Sullivan » 24.02.2013, 20:50

Hallo Martina,

fĂŒr dich wĂ€re es ĂŒberhaupt nicht wichtig, den Urbuddhismus des Pali-Kanon (mehrere tausend Seiten) zu studieren. Was du von außen fĂŒr dein Inneres brauchtest, hast du dir lĂ€ngst angeeignet.

Der Name "Diamantweg" gefĂ€llt mir wegen seiner SymboltrĂ€chtigkeit besonders gut. Der Diamant ist das hĂ€rteste Material der Erde. Dennoch verflĂŒchtigt er sich unter kĂŒnstlich konzentrierter Sonnenstrahlung (Brennglaseffekt bei etwa 800 Grad Celsius) an der Luft restlos als das Gas Kohlendioxid. - Eine wunderbare Parallele zur Auferstehung und Himmelfahrt Christi durch das Licht Gottes!

Der Dalai Lama, der einer anderen Richtung des tibetischen Buddhismus angehört als du, ist im Westen besonders angenehm dadurch aufgefallen, dass er die Christen lehrt, bei ihrer angestammten Religion zu bleiben. Nur auf ganz deutlichen inneren Ruf solle ein Mensch den geistigen Bezirk verlassen, in den ihn das Leben hineingestellt hat.

Aus den Liedern der Mönche und Nonnen Buddhas (allein schon ĂŒber 600 Seiten mit Kommentaren) habe ich dir bereits einmal den eindrucksvollen Prolog ("Wie Löwenruf im Felsentor ...") zitiert. Heute folgt noch ein Vers der Nonne Pajapati, auch "die große Gotamidin" genannt, den sie nach ihrer endgĂŒltigen Befreiung durch Buddhas Lehre neben vielen anderen Versen schrieb:

Die Lehre hab ich voll erfasst,
das letzte Dasein leb ich nun.
Zunichte ging die Wandelwelt,
und nimmer gibt es Wiederkehr.

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von martina1966 » 27.02.2013, 23:23

Hallo zusammen,

ich frage mich, wieweit sich Tiere ihrer selbst bewusst sein können, eine Frage, die mir vielleicht Niemand beantworten kann. Was meint Ihr?
Wir sind ja alle eine Energie, ein Bewusstsein, und der Intellekt kann sogar eher hinderlich sein fĂŒr die Selbsterkenntnis.

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Sullivan » 28.02.2013, 10:47

Hallo Martina,

wenn man sich die erstaunlichen wissenschaftlichen Ergebnisse der Tierpsychologie ansieht, kann man deine Frage gut verstehen. Antworten darauf sind aber alle nur vorlÀufig.

In den Religionen ist es vor allem der Hinduismus mit seinen sprichwörtlichen heiligen KĂŒhen, der sich dieses Themas annimmt.

Im bunten Reigen der verschiedensten hinduistischen Lehren gibt es auch die Vorstellung, dass sich unser menschliches Bewusstsein erst aus dem Mineralreich, dann ĂŒber das Pflanzenreich und danach ĂŒber das Tierreich entwickelt hat.

Der französische Dichter Victor Hugo hat das 1843, zu einer Zeit als schon einige fernöstliche Lehren nach Europa herĂŒbergeschwappt waren, in einer seiner "Contemplations" dargestellt. Dort lĂ€sst er den berĂŒhmten Dichterkollegen Dante ("Göttliche Kommödie") von seinen frĂŒheren Daseinsformen als Berg, Eiche und Löwe berichten.

Solche Lehren konnten sich aber nicht durchsetzen. In der heutigen Esoterik spielen sie kaum eine Rolle.

Wie wir uns allen Lebensbereichen gegenĂŒber verhalten sollen, hat der berĂŒhmte Arzt, Theologe, Organist, Philosoph und Pazifist Albert Schweitzer auf eine schöne Formel gebracht:

"Ehrfurcht vor dem Leben!"

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von GhostDog » 28.02.2013, 10:53

martina1966 hat geschrieben:ich frage mich, wieweit sich Tiere ihrer selbst bewusst sein können, eine Frage, die mir vielleicht Niemand beantworten kann.
Die meisten Tiere werden dieses Bewusstsein höchstwahrscheinlich nicht aufweisen, sie leben im JETZT und sind nicht in der Lage Geschehnisse reflektiert zu betrachten. Ein Vorteil daraus ist aber auch, dass sie z.B. nicht schon im Vorfeld traurige GefĂŒhle entwickeln könnten, weil es objektiv unwahrscheinlich ist, dass sie in den nĂ€chsten Wochen vermutlich kaum etwas etwas zu fressen finden werden. Solche AbwĂ€gungen macht ein Tier nicht (kann es auch nicht), sondern es macht sich schlicht und einfach an seinen nĂ€chsten Schritt (z.B. Nahrung suchen), wenn sein Instinkt ihm sagt, dass es ein BedĂŒrfnis hat.

Der klassische Indikator, der dafĂŒr spricht, dass Tiere nicht ĂŒber "sich" nachdenken bzw. "sich" als Individuum kennen, ist der Spiegeltest. Die Reaktion von Tieren zeigt i.d.R., dass sie ihr eigenes Spiegelbild eher wie ein fremdes Tier wahrnehmen, z.B. indem sie knurren, fauchen, eine "BegrĂŒĂŸung" versuchen o.Ă€. siehe auch Stichwort 'Spiegeltest' z.B. bei wikipedia.

Auf spiritueller Ebene ist es so, dass Tiere Geistwesen mit geringeren FĂ€higkeiten sind, die dem Menschen praktisch helfen sollen, nĂŒtzlich sein sollen, in einer untergeordneten Weise, was umgekehrt dem Mensch aber auch eine Verantwortung gibt, die Tiere zu schĂŒtzen und ihnen Gutes zu tun. Sie dĂŒrfen in der Tat (in Dankbarkeit) fĂŒr das eigene Wohl dienen, z.B. als Jagdnahrung, wenn dieser Bedarf da ist - aber das was in unserer heutigen Gesellschaft an Fleischkonsum lĂ€uft ist spirituell sehr ĂŒbel, Massenhaltung/Schlachtung etc. und auch noch alles aus reiner Dekadenz heraus... :-/

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von martina1966 » 28.02.2013, 15:20

Hey Sullivan und Ghost Dog,

ich danke Euch fĂŒr Eure sehr interessanten BeitrĂ€ge. Hm... (schmunzel), lieber Gost Dog, das finde ich gerade so vorteilhaft, dass Tiere - bis auf ein paar Ausnahmen - nicht in der Lage sind, sich als "ich" zu sehen und darĂŒber zu reflektieren: somit haben sie gar nicht erst das "Problem" mit den uns durchaus vertrauten Gedanken der Trennung!

Ja, die Tiere brauchen unseren Schutz, und sie haben dasselbe Recht, mit WĂŒrde behandelt zu werden wie wir.
Dass die Hinduisten die KĂŒhe als "heilig" ansehen, mag zwar fĂŒr uns ĂŒbertrieben und fĂŒr Einige sogar lĂ€cherlich wirken, doch habe ich große Achtung davor. Und es ist auf jeden Fall etwas Wahres dran.

Der historische Buddha erinnerte sich auch an seine frĂŒheren Inkarnationen als Baum, als Tiger usw.

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Sullivan » 28.02.2013, 17:38

Hallo Martina,

im Pali-Kanon berichtet Buddha ausschließlich von menschlichen Inkarnationen. Niemals von anderen Vorexistenzen. Letzteres sind nur hinduistische Vorstellungen.

Neulich ging das Bild eines Hundes durch die Presse, der tÀglich zur gleichen Zeit mit dem LÀuten der Glocken alleine eine italienische Kirche betrat, und dort wÀhrend des ganzen Gottesdienstes ausharrte, wie er es viele Jahre mit seinem verstorbenen Frauchen getan hatte.

Gewissenhafter KirchgÀnger!

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