... sind Buddhisten unter uns?

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Anaria
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Beitrag von Anaria » 20.02.2013, 08:42

Beathag hat geschrieben: f├╝r mich ist ein Buddhist jemand, der zuflucht genommen hat zu den drei juwelen, dem achtfachen pfad folgt, sich um die silas bem├╝ht und nach der erleuchtung strebt :)
Ich sehe das auch so. Wie auch in anderen Religionen wird der achtfache Pfad von buddhsitischen Menschen unterschiedlich ernsthaft ausge├╝bt. Als ich in die DBU (deutsche buddhistische Union) eingetreten bin, habe ich mich moralisch verpflichtet dem Dharma [Buddhas Lehre] zu folgen. Es braucht Zeit um die Handlungsweisungen aus dem edlen achtfachen Pfad mehr oder weniger umzusetzen.

Der edle achtfache Pfad wird in 3 Gruppen eingeteilt: Weisheit [rechte Einsicht, rechtes Denken], ethisches Handeln [rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb] und Sammlung [rechtes Streben, rechte Achtsamkeit, rechte Meditation].

Die 3 Juwelen bedeuten die Anerkennung Buddhas, der Lehre Buddhas und der buddhistischen Gemeinschaft [Sangha].

Die 5 Silas sind grundlegende Tugendregeln, die die Entwicklung der Sittlichkeit f├Ârdern. F├╝r ordinierte Buddhisten sind diese Regeln unbedingt verpflichtend, aber auch Laien-Buddhisten (alle Buddhisten, die nicht ordiniert sind) k├Ânnen sich darin ├╝ben. Sinngem├Ą├č wird in den Silas folgendes verlangt: kein Lebewesen t├Âten, nichts stehlen, keine ausschweifenden sinnlichen Handlungen ver├╝ben, nicht l├╝gen und wohlwollend sprechen, keine Substanzen konsumieren, die den Geist verwirren und das Bewusstsein tr├╝ben.

F├╝r ordinierte Buddhisten gibt es auch noch weitere Silas. Z.B. nach 12 Uhr bis Sonnenaufgang nichts essen, keine kulturellen Veranstaltungen besuchen, keine Duftstoffe oder Kosmetik verwenden, keinen Schmuck tragen, nicht auf hohen, weichen Betten schlafen.

Und es gibt w├Âchentlich einen Fastenfeiertag an dem auch Laienbuddhisten weitere Silas befolgen. Diese Tage sind die Vollmonde, Neumonde und die Zwischenmonde. Nat├╝rlich gibt es auch noch weitere Feiertage.

Dann gibt es noch die vier edlen Wahrheiten: 1. Das Leben ist leidvoll. 2. Das Leid hat eine Ursache [Gier, Hass, Unwissenheit] 3. Es gibt einen Weg, wie man das Leiden beenden kann. 4. Dieser Weg ist der edle achtfache Pfad.

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 23.07.2014, 22:33

ich verstehe die frage nicht wirklich.
so inhaltlich gesehen haut einen der buddhismus nicht wirklich um. das gleiche zeug, die frage nach dem weg, die suche nach dem weg und letztendlich das beschreiten des weges findet sich in allen religionen irgendwo wieder. anders oder unterschiedlich sind eigentlich nur die begrifflichkeiten. andere bezeichnungen f├╝r ├Ąhnliche oder gleiche inhalte.
bedeutet die frage hier in diesem forum die suche nach menschen die sich von dem esoterischem gedankengut abgrenzen, dass die sch├Âpfung, sprich gott nicht automatisch bestandteil eines einzelnen menschen sind?

falls ja, dann geh├Âre ich auch dazu.

wie die g├Ąngigen religionen bin ich der ansicht, dass ich in mir lediglich mich selber finde und erst ├╝ber meditaion oder gebet kontakt mit der sch├Âpfung aufnehmen kann. allein drehe ich mich nur in mir selber, unf├Ąhig mich so weiterzuentwickeln. die gr├Âsste aufgabe f├╝r einen menschen ist die, sich erstmal selber anzunehmen zu lernen. der bibliche spruch -liebe deinen n├Ąchsten wie dich selbst, bedeutet als umkehrschluss, man muss sich erstmal selber lieben lernen, ehe man andere lieben kann.

aber erst durch die anerkennung gottes, buddhas, der sch├Âpfung und in der gemeinschaft mit anderen gleichgesinnten beginnt der heilige geist , der 8. pfad oder wie immer man das nennen mag in einem selber zu wirken. erst dann sind ausreichend demut und ausreichend barmherzigkeit in einem individuum herangewachsen, um seinen weg auch zu beenden.

viele menschen sind wegen ihrer ichbezogenheit f├╝r immer verloren, biblisch : die saat fiel auf unfruchtbaren boden, andere bekommen eine chance - reinkarnation

martina1966
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Beitrag von martina1966 » 03.08.2014, 19:30

Hallo,

Buddhismus ist eine ERFAHRUNGSreligion; im Mittelpunkt steht der Geist. Wir alle sind Geist, unendlicher Raum, (kollektives) Bewusstsein, ein und dieselbe Essenz. Es gibt keinen Gott als Person, Einzelwesen.
"Wir sind nicht der Tropfen im Ozean, wir SIND der Ozean." In uns ist die gesamte Information des Universums gespeichert. Der Geist wei├č alles und kann alles!
Buddhismus basiert auf den Gesetzen der Natur, welche vom Buddha - und meiner ├ťberzeugung nach auch von Jesus - gelehrt worden sind, z.B. das Gesetz der Resonanz, das von Ursache und Wirkung, das Gesetz der Entsprechung - "wie oben so unten" sind ein paar Beispiele.

Es gibt zwar verschiedene Linien/Schulen, doch die Kernaussage ist immer dieselbe.

Liebe Gr├╝├če!
St├Ârgef├╝hle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 06.08.2014, 20:52

@martina - so im groben stimmen wir da durchaus ├╝berein.

AnjaK

Beitrag von AnjaK » 04.08.2015, 10:54

Hallo zusammen.

F├╝r mich ist ein Buddhist jemand, der seine innere Ruhe, seinen inneren Frieden entdeckt bzw. gefunden hat. Der Dinge auf eine ganz besondere Art und Weise wahrnimmt und sowohl positive als auch negative Schwingungen sehr gut wahrnehmen kann. Buddhismus ist f├╝r mich eine wirklich sehr faszinierende Wissenschaft - ich nenne es mal bewusst Wissenschaft, weil ich es gleichzeitig f├╝r sehr komplex und herausfordernd halte...

Amanda

Beitrag von Amanda » 04.05.2016, 12:02

Ich w├╝rde mich selber nicht als Buddhist bezeichnen, habe aber sehr viel Respekt vor diesen Menschen, bewundere ihre Einstellung und versuche so nah wie m├Âglich den buddhistischen Lebensstil zu verfolgen.

karfunkel

Beitrag von karfunkel » 04.05.2016, 13:28

"Wir sind nicht der Tropfen im Ozean, wir SIND der Ozean." In uns ist die gesamte Information des Universums gespeichert. Der Geist wei├č alles und kann alles!
Ja, da hat auch der Buddhismus seine Grenzen.

Denn das hier l├Ąsst (mindestens) 2 Dinge au├čer Acht:

1. Unsere k├Ârperliche Auspr├Ągung mit unseren individuellen Talenten und F├Ąhigkeiten, also der Teil, der Energie ist, wird hier ignoriert und rein auf den Geist abgestellt.

Das G├Âttliche, oder wie man es auch nennen will, ist aber nicht nur Geist, sondern auch Energie/Lichte/Materie. Und wir sind Teil davon.
Das Bewusstsein oder den Geist k├Ânnen wir haben, sch├Ân, aber wir haben auch noch mehr Anteil am G├Âttlichen, n├Ąmlich an seinem K├Ârper. Wo findet sich das im Buddhismus? Einfach unterschlagen?
Der Geist ist ├╝berall. Nicht aber die Materie. Insofern K├ľNNEN wir niemals der Ozean sein.

2. Der Geist kann alles und wei├č alles? So. Warum kann sich ein Buddhist dann nicht selbst sch├Âpfen?

Ich bin also kein Buddhist. Obwohl ich den meisten Buddhisten einiges voraus habe... Oder vielmehr genau deswegen. Genauso wenig, wie ich Moslem oder Hindu oder sonst was bin. Weil alle Religionen ihre Schwachstellen haben. Da ich in christlichen Gebieten aufgewachsen bin, bin ich am ehesten christlich gepr├Ągt.

Der Buddhismus zeigt einen Weg auf, einen Pfad, den man verfolgen kann. Das Christentum beschreibt einen Pfad mit anderen Worten, der zum selben oder auch zu einem anderen Ergebnis f├╝hren kann. Den Buddhistischen Erfolg bezeichne ich als nonduales Einheitsbewusstsein, den christlichen als duales Einheitsbewusstsein. Nur, um mal grob einen Unterschied anklingen zu lassen. Christlich gepr├Ągte oder sonstige nicht-buddhistische Menschen k├Ânnen trotzdem das buddhistische Ziel erreichen... Die "drei Juwelen" sind daf├╝r ├╝berhaupt nicht notwenig, das ist nur die Bindung an eine Religion, wie die Kirche das mit ihren Sakramenten und ihrem Unfehlbarkeitsanspruch auch macht. Ob Buddhisten mit ihrem "Unglauben" auch das christliche Ziel erreichen k├Ânnen ist fraglich. Das w├╝rde ein Umdenken verlangen und dann w├Ąre man ja kein Buddhist mehr. Insofern hat das Christentum da mehr zu bieten... ;)
Aber wahrlich, ich sage Euch: jeder, der die Wahrheit entdeckt, wird die Schwachstellen der Religionen erkennen und kann sich sp├Ątestens dann mit keiner davon mehr identifizieren... :smile08: :sunny:

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 06.05.2016, 01:21

@ was deine gedankeng├Ąnge, buddhissmus vs. christentum, betrifft kann ich die gut nachvollziehen.
genau wie du kann ich mich mit keiner der religionen so richtig identifizieren. am wenigsten mit der katholischen kirche oder irgendwelchen esoterischen ersatzreligions-ans├Ątzen. mir kommen beide richtungen ziemlich entartet (unmenschlich)vor.
ich glaube erkannt zu haben was uns buddha uns sagen wollte, jedenfalls was mich selber betrifft und ich bewundere jesus und seinen genius.
beide haben die tiefen des menschseins durchlebt(ausgelotet) und haben entsprechend gelitten. Beide haben weitestgehend auf machtdemonstrationen verzichtet,
ich sch├Ątze es gibt nicht viele g├Âtter oder gottwesen die so etwas auf sich genommen h├Ątten oder nehmen w├╝rden, um der menschheit den weg zu weisen oder sich selber als weg anzubieten.

das wir als menschen mal diese gr├Âsse erreichen ist w├╝nschenswert aber wohl doch eher unwahrscheinlich.
So wie ich das derzeit sehe, haben wir uns vorher l├Ąngst selber entsorgt.

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PITTCARE
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Beitrag von PITTCARE » 15.05.2016, 13:53

Unsere Familie sind Buddhisten... wir sind "Thai-Chinesen".

Ich halte wenig von ├╝blichen Buddhismus, die praktiziert wird nach dem Motto: "Ich rede, ihr folgt..."

Ich glaube kaum, dass das der Sinn von Buddhismus ist. Das hat auch Buddha nicht so gewollt... ich finde Buddhismus ist ein Weg zum Bewusstsein des Lebens. Zum bewussten Leben.

Dazu kann man einer haben der "leitet", aber keinem dem man folgt.
Was ist Krankheit? Wie definiert man Heilung?

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 17.05.2016, 20:39

sch├Ątze mal der w├Ąre genauso stinkig dar├╝ber was die menschen aus seinen worten gemacht haben, wie jesus!

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Isabellll
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Beitrag von Isabellll » 05.10.2016, 10:43

Ich bin auch keine Buddhistin, aber interessiere mich ebenfalls sehr f├╝r die Religion. Sie verspr├╝ht meiner Meinung nach sehr viel Lebensfreude, was mir im Christentum fehlt.

erzi
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Beitrag von erzi » 28.06.2017, 16:34

Ich w├╝rde mich selbst nicht direkt als Buddhistin bezeichnen, weil ich daf├╝r die Lehren noch nicht eins zu eins so praktiziere und soetwas macht eine Religion aus (ist meine pers├Ânliche Meinung). Aber wenn ich mich f├╝r eine Religion entscheiden m├╝sste und mich jemand fragt, welche mit meinen Interessen daccord gehen, w├╝rde ich mich immer f├╝r Buddhismus entscheiden!

Gro├čes Lob an diesen Thread und Forumsteil! Sehr spannend und toll :)

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