Reiseberichte einer ....

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Weltenspringer
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Reiseberichte einer ....

Beitrag von Weltenspringer » 11.03.2015, 22:23

Hallo MĂ€dels! Ich bins mal wieder, Eure Yvonne. Ihr wisst natĂŒrlich, dass das nicht mein richtiger Name ist aber er gefĂ€llt mir und er ist genausogut wie jeder Andere.
Niemand kennt meinen richtigen Namen und ich sprech jetzt nicht von dem Namen, der in meinem Personalausweis steht.
Meinen Wahren Namen geht nur mich etwas an!
Ich glaube nicht, dass ich Euch etwas ĂŒber richtige Namen erzĂ€hlen muss?
FĂŒr unsere neuen Schwestern sei erwĂ€hnt: Am Anfang war das Wort!
Aus meiner Sicht der Dinge könnte man es auch Urknall nennen. Es ist nur logisch, dass mindestens zwei Komponente zusammentrafen
um diesen Knall hervorzurufen. Man könnte auch ĂŒber Ursache und Wirkung sprechen.
Man könnte es aber auch als die GeburtsstÀtte der DualitÀt bezeichnen. Bit and Nobit, Positiv und negativ, Licht und Dunkel, Mann und Frau, eine Wertung oder ein Vergleichen, ob nun gut oder böse, wÀre in diesem Zusammenhang höchst unangebracht.
Ich halte ĂŒberhaupt nichts von schwarz-weiss-malerei.
Wichtig ist nur das VerstÀndnis, dass jedes Ding einen Namen trÀgt, dass Worte Auslöser sind und Energien erzeugen können, zumindest, wenn man die richtigen Worte oder Namen benutzt.
Doch das ist eigentlich nicht wovon ich schreiben wollte. Ihr kennt mich ja und wisst deswegen, dass ich gerne einmal etwas abschweife.
Also zurĂŒck zu meiner Geschichte!
Der Mann sitzt mir gegenĂŒber, trotz auffĂ€lligen langen dunklen, leicht ergrauten Haaren und dem hĂ€sslichen langen Bart ein unscheinbares kleines MĂ€nnlein.
Er hebt seinen Blick und mustert mich. Seine Augen sind erstaunlich groß fĂŒr einen Mann, mit extrem langen Wimpern und darĂŒber wuchtige breite Augenbrauen.
Sein Blick ist offen und klar. Obwohl er nicht mehr der JĂŒngste ist, wirkt seine braune Gesichtshaut makellos glatt und weist wenig Faltenbildung auf.
Seine weisse Kleidung steht in einem interessanten Kontrast zu seinem Gesicht, sie wirkt gepflegt im VerhÀltnis zu dem zottlig wirkenden Kopfhaar und dem wild wucherdem Bart.
Alles in allem, der geborene VerkĂ€ufertyp. Jemand der weiss, wie man Leute beeindruckt, fĂŒr sich einnimmt und wie man sie beeinflussen kann.
Sein Blick verklÀrt sich leicht, wÀhrend er mich mustert. Das kenn ich und wundert mich wenig.
Meine lange blonde HaarmÀhne, meine wohlproportionierten 1,80m, meine Angewohnheit ziemlich luftige Kleidung zu bervorzugen,die Eigenart mich meist mit angezogenen, angewinkelten Beinen auf Sitzgelegenheiten zu positionieren, bringt die meisten MÀnner leicht aus der Fassung.
Es gibt Freunde von mir, die behaupten, so wie ich immer dahocke, sÀhe ich aus, wie ein Vöglein auf einer Stange.
Er fĂ€ngt sich jedoch recht schnell wieder, er ist ĂŒberrascht und sein Blick wird intensiver.
Aus den Augenwinkeln bemerke ich wie sein Vertrauter, aus meiner Sicht, der Mann der links neben uns steht, seinen Blick verdutzt zwischen uns und hin und herwandern lÀsst.
Der Mann zu unserer Rechten zeigt keinerlei Regung.
Der Mann vor mir rÀuspert sich verhalten. Er ist ein guter VerkÀufer und wartet.
Ich lĂ€chel ihn an und streiche wie beilĂ€ufig ein StrĂ€hne meines Haares zurĂŒck.
Jetzt bildet sich doch so etwas wie ein Falte, mittig auf seiner Stirn.
Die Haut auf meiner Stirn bleibt glatt.
Wir sehen uns drei minuten lang an.
Ich erhebe mich und gehe davon.

Er hatte keine Worte fĂŒr mich und ich keine fĂŒr ihn.

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 25.03.2015, 14:31

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mir wurde wieder einmal ein bericht aus unbekannter quelle zugespielt!
ich habe lĂ€ngst aufgegeben die zeilen zu kommentieren. meistens sprechen sie fĂŒr sich selber, auch wenn sie aus dem zusammenhang gerissene fragmente sind.
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Ich hatte Sanny seit Jahren nicht mehr gesehen. Die Wiedersehensfreude war entsprechend groß. Unsere Treffpunkt war eine Wucht. Ein altes mittelalterliches StĂ€dtchen mit viel Flair.
Wir waren zusammen durch die malerischen Mauern gewandert und die Zeit verlief uns viel zu schnell beim Plaudern. Einen guten Teil der Zeit verbrachten wir in einer Eisdiele nahe der alten erwĂŒrdigen Statdmauer.
Das StĂ€dtchen war bekannt fĂŒr seinen Schweinebrunnen. Einst waren es angeblich die Schweine gewesen die die Stadt vor einem Überfall warnten.
Ich kannte eine Àhnliche Story mit GÀnsen. Sanny selber hatte sich mÀchtig verÀndert. Sie war immer die Temperamentvolle gewesen, die stets Dummheiten im Kopf hatte, nun war sie gereift, hatte zwie Kinder in die Welt gesetzt und wirkte nur noch als brave Ehefrau.
Trotzdem hatten ihre FĂ€higkeiten gewaltig zugenommen. Wir sprachen nicht darĂŒber aber ich spĂŒrte sie gut.
Es war spĂ€ter Nachmittag geworden, das Wetter hatte sich eingetrĂŒbt und es war kalt geworden.
Sanny drÀngte es nach Hause und wir Verabschiedeten uns herzlich.
Das war ein toller tag gewesen. Wir hatten Beide in alten Erinnerungen geschwelgt und uns versprochen uns bald wiederzusehen.
Ich war glĂŒcklich in dem Bewusstsein, dass es ihr gut ging. Sie schien ihre Vergangenheit nicht zu missen.

Ich blieb allein zurĂŒck. Irgendwie war mir danach noch zu bleiben. Ich stieg einen Damm hinauf der den alten Vater Rhein davon abhalten sollte das kleine StĂ€dchen zu ĂŒberfluten, an dessen Mauern er wohl einst vorbeigeflossen war.
Kaum hatte ich mich auf eine der BĂ€nke, hoch oben auf dem Damm niedergelassen, verspĂŒrte ich eine merkwĂŒrdige Unruhe in mir.
Das eigentĂŒmliche Frösteln das mich durchlief war nicht nur auf das kĂŒhl gewordene Wetter zurĂŒckzufĂŒhren.
Mein irritierter Blick blieb auf einer Anzahl uralter Linden haften, die sich nahe des Rhein krĂŒmmten. Sie schienen nur aus Krone und vom Wasser freigespĂŒlten Wurzeln zu bestehen.
Aus der Entfernung wirkte der Übergang zwischen Wurzelwerk und Krone faßt fließend.
Plötzlich sah ich sie!
Meine Gedanken ĂŒberschlugen sich und ich ich verlor fĂŒr einen Moment die Fassung.
Da bereist man fast die ganze Welt um so etwas zu Finden, zu Sehen.
Nur meine eiserne Disziplin verhinderte mein Aufspringen, das BedĂŒrfnis zu Jauchzen, zu Schreien.
Ich sog die Luft tief in meine Lungen und hielt sie an. Mein Blick hatte sich etwas verschleiert weil mir die TrĂ€nen in die Augen geschossen waren und ich bemĂŒhte mich krampfhaft ihn zu fokussieren.
Dazu brauchte ich meine ganze Energie und mir wurde abwechselnd heiss und kalt.
Sie war kaum auszumachen. Ihre Gestalt schien mit dem Baum verwachsen in dessen Wurzelwerk sie saß.

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