Unterteilungungen der Magie

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WaldgeistAlex
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Unterteilungungen der Magie

Beitrag von WaldgeistAlex » 20.01.2013, 19:57

hallo,

gibt es eigentlich große unterteilungen der magie?

ich hab mal so eine unterteilung bekommen:
- Primitiv Magie (Liebeszauber, Heilzauber, FĂŒch usw.)
- Evokationen (Herbeirufen von Wesen)
- Invokation (Freiwillige bessenheit durch ein wesen)
- Nekromantie (kontaktaufnahme mit den toten)
- Chaos Magie (ein sich selbst entwickelndes ritual)
- Ritual-/zeremonial Magie (alles wird nach regeln in ein aufwÀndiges ritual verpackt)
- Natur Magie (die arbeit mit und in der natur und den 4 elementen)

kennt ihr da noch was?

Benu
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Beitrag von Benu » 20.01.2013, 22:57

Moin,

theoretisch gibt es tausende von „magischen“ Arten.

Zu deiner AufschlĂŒsselung:
„Primitive Magie“ gibt es in der Form nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass du von „Volksmagie“ sprichst. Darunter fallen Dinge, die eben „aus dem Volk“ kommen, typischer „Aberglaube“, sympathiemagische Zauber, etc. Liebeszauber, Heilzauber und FlĂŒche sind Anwendungsgebiete, die innerhalb jeder magischen Richtung angewendet werden können.
Evokation und Invokation sind ebenfalls Anwendungsmöglichkeiten innerhalb jedes magischen Systems, daher wĂŒrde ich diese nicht als Kategorie auffĂŒhren.
Gleiches gilt fĂŒr die Nekromantie, die mehr eine Anwendungsmöglichkeit beschreibt, wie man bspw. mit „Toten“ Kontakt aufnehmen kann. HierfĂŒr gibt es jedoch keine eigene Sparte, da dies ebenfalls in diversen magischen Systemen angewandt wird oder zumindest angewandt werden kann.

Hier eine kleine AufschlĂŒsselung von mir:

Chaosmagie
Chaosmagie ist nicht einfach ein selbst entwickeltes Ritual, denn dies erfolgt frĂŒher oder spĂ€ter in jeder magischen Richtung. Bei der Chaosmagie geht es vielmehr um den Blick hinter magische Systeme, das Herausfinden von Gemeinsamkeiten, Entwickeln von Techniken, der s.g. Paradigmenwechsel, etc.

Freifliegende Magie
Alles was wirkt ist wahr. Keine bestimmten Richtungen oder Vorgehensweisen, alles individuell. Daher auch mit der Chaosmagie „verwandt“.

Ritualmagie
Muss nicht zwingend ein aufwendiges Ritual bedeuten. In der Zeremonialmagie wird sich (grob gesagt) jedoch an bestimmte „GesetzmĂ€ĂŸigkeiten“ gehalten, die bspw. die Verwendung von Korrespondenzen mit einbezieht. Symbolismus ist ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang.

Hermetik
Viele Hermetiker sind Ritualmagier und viele Ritualmagier sind Hermetiker. Stichworte sind Alchemie, Astrologie, Kabbalah, Theurgie, Rosenkreuzer, henochische Magie, etc.

Schamanismus
Kann man sich streiten, ob man das jetzt unter „Magie“ einsortiert. Auf jeden Fall hat der Schamanismus die heutige magische Praxis erst hervorgebracht und beeinflusst diese auch weiterhin in vielen Bereichen.

Heidentum
Wiedererweckung alter Traditionen und Glaube spielt hier meist eine Rolle.

Pfad der linken Hand
Keine eigene Richtung, sondern eher eine bestimmte Ausrichtung der Magie, worunter bspw. der Satanismus, Setianismus, Luziferianismus, etc. gehören. Gottwerdung ist das Ziel.

Thelema
Basierend auf das magische und philosophische System von Aleister Crowley.

Wicca
Neuzeitreligion, welche zwar gern behauptet, auf uralte Wurzeln zurĂŒckzugreifen, tatsĂ€chlich jedoch eine neue Erfindung von Gardner ist. Doch trotz Erfindung nicht weniger populĂ€r. Auch hier spielt die spirituelle Seite eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Göttin und/oder (manchmal auch ohne) den Gott.

Hexentum
Kann man nicht wirklich klassifizieren. Jedenfalls ist nicht jede Hexe Wicca. Das Hexentum allgemein orientiert sich an der Vorgehensweise der Frauen, die man frĂŒher "typisch" als Hexe angesehen hĂ€tte. Auch oft Naturverbunden bzw. es geht hier auch viel um Heilwirkung durch Pflanzen, Steinen, etc. Wobei ich auch Hexen kenne, denen das völlig egal ist. Und natĂŒrlich gibt es auch mĂ€nnliche Hexen. ^^ Gerne wird auch auf volksmagische Dinge zurĂŒckgegriffen.

Daneben gibt es noch viele eher östliche Richtungen, wie bspw. den Vajrayana Buddhismus oder andere tantrische Strömungen. Ist meiner Meinung nach nur schwer dort eine direkte Grenze zwischen Glaubensansicht und Magie zu ziehen.

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Sullivan
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Beitrag von Sullivan » 22.01.2013, 12:15

Hallo WaldgeistAlex,

diese Übersicht von Benu ist so gut und umfassend, dass du sie dir vielleicht schon ausgedruckt hast.

In deinem Alter war ich auch schon voll auf die Esoterik abgefahren. Mir stand eine riesige elterliche BĂŒchersammlung zur VerfĂŒgung, ĂŒber die ich mich gleich nach meinem Karl-May-Rausch hermachte. Aus meiner damaligen Erfahrung kann ich dir heute einen unschĂ€tzbar wichtigen Hinweis geben:

Sei dir bewusst, dass du als VierzehnjĂ€hriger im Hauptberuf SchĂŒler bist. Freu dich, dass du weißt, womit du dich in deiner Freizeit beschĂ€ftigen kannst, aber vernachlĂ€ssige nicht die Arbeit fĂŒr die Schule, und auch nicht deine Verpflichtungen gegenĂŒber den Eltern und Geschwistern. Erst wenn in dieser Hinsicht alles erledigt ist, wirst du das befriedigende GefĂŒhl haben, dass es jetzt Zeit fĂŒr das Hobby ist. Deine Freude darauf ist dann viel grĂ¶ĂŸer.

Der Schweizer Hans-Dieter Leuenberger hat das kleine ausgezeichnete Buch "Das ist Esoterik" verfasst, in dem auch die esoterischen Gebiete neben der Magie kurz umrissen werden. Leuenberger wurde im Fernsehen einmal gefragt, wohin uns die Esoterik ĂŒberhaupt fĂŒhren will. Er gab darauf die treffende Antwort: "Immer das NĂ€chstliegende richtig zu tun."

Wenn wir also heute das Haus verlassen, ist es fĂŒr uns das NĂ€chstliegende, nicht unsere Gedanken in magischen Bereichen schweifen zu lassen, sondern höllisch aufzupassen, dass wir bei Glatteis nicht auf die Nase fallen!

Sullivan

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