Ist es das, was es ausmacht- die Liebe?

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TĂŒrkisblau
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Ist es das, was es ausmacht- die Liebe?

Beitrag von TĂŒrkisblau » 27.10.2014, 00:53

Einen schönen Abend an alle,

ist Liebe tatsĂ€chlich so essenziell? Zumindest bin ich zu dem Schluss gekommen, als ich zuletzt, nach langer Zeit wieder, meditiert habe. Als ich ĂŒber mene Fußsohlen strich, um sie zu entspannen, war es, als genossen sie es. NatĂŒrlich war ich es, die es genoss, aber es war, als wĂ€ren sie das Kind und ich die Mutter, als genossen die Fußsolen-Kinder die so unerwartete FĂŒrsorge, die von mir, der Mutter kam. Es war, als schluchzten die Fußsohlen, dabei war ich es, die ganz tief in der Brust auftaute und etwas spĂŒrte, was nach ErleichterungstrĂ€nen erinnerte. Und da ging mir auf, dass ich mich schon lange nicht mehr gemocht hatte, wenn es denn jemals so gewesen war. So eine ZĂ€rtlichkeit, so eine FĂŒrsorge fĂŒr mich selbst, die ich mir manchmal von anderen gewĂŒnscht hatte, hatte ich mir nie entgegengebracht, da war immer KĂ€lte gewesen von mir zu mir, das merkte ich in diesem Augenblick.
Die Einsamkeit, die ich schon sehr lange spĂŒre, schien in diesem Augenblick zu werden, ging von mir selbst aus. Mein Herz funktioniert schon einige Zeit nicht mehr richtig; irgendwann habe ich angefangen, nichts zu empfinden, außer es war Trauer oder Schuld. Diese GefĂŒhle hatten keinen Grund zu existieren. Sie waren aber da. Ich konnte nicht mehr wirklich lachen, ich konnte nicht mehr weinen. Doch, weinen schon. Meine Augen weinten, und mein Herz blieb starr.
Ich dachte, das wÀre schon lange vorbei, doch bei dieser Meditation merkte ich, dass es nicht so war. Eine traurige Erkenntnis, aber auch eine Erleichterung, endlich darauf zu kommen.
Nach langem Festhalten an der AttitĂŒde, keine starken GefĂŒhle mehr zuzulassen, um spĂ€ter nicht von ihnen verletzt zu werden, ging mir auf, dass mir das fehlte, die Liebe. Und ich rede nicht von Verliebtsein, von PĂ€rchen und HĂ€ndchenhalten. Mit jemandem hĂ€tte vor Kurzem was werden können, aber ich spĂŒrte nichts fĂŒr ihn, und es wurde lĂ€stig, ja stressig, beĂ€ngstigend (nur das bloße Miteinandersein mit ihm), ich bin jeden Tag wieder froh, dass wir uns nicht mehr sehen. Nein, ich spreche davon, dass jemand mich dafĂŒr liebt, wie ich bin (das klingt trivial, ich weiß). Das jemand mir zuhört, nicht weil er in mich verliebt ist, nicht weil er mich gern reden hört, was an sich ja eine wunderbare Sache ist, sondern weil ihn interessiert, was ich zu sagen habe. Respekt haben. Zuneigung. Vorsichtiges AnnĂ€hern. Aber nicht mit einem Ziel. Aus Interesse. Aus Neugier. Ohne Druck. Ohne Erwartung. Und mir ist aufgegangen, dass genau das ich machen kann. Ich kann mich lieben, ich kann mir zuhören und mich mir annĂ€hern. Ich kann mich beruhigen und trösten, ohne zu nachlĂ€ssig zu werden. Ich kann mich respektieren. Ich Ich lerne mich lieben. Und dann liebe ich auch die andern, dann findet Liebe fĂŒr andere auch einen Platz in meinem Herzen.
Habt ihr auch Erfahrungen mit dieser Liebe? Habt ihr was zum ergĂ€nzen? Was sagt ihr dazu? Das GefĂŒhl werde ich wohl bald vergessen und schnell wieder in den alten Trott zurĂŒckfallen, aber ich wollte diesen... Traum zumindest noch fĂŒr euch festhalten.

In Liebe ;)

TĂŒrkisblau
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Beitrag von TĂŒrkisblau » 27.10.2014, 01:13

Liebe Administratoren,

es ist wirklich sehr aufmerksam von euch, dass ihr jedes Thema prĂŒft und in die richtigen Themengruppen einordnet. Obwohl im Titel meines Themas das Wort "Liebe" ist, hat es jedoch nichts mit der Liebe zwischen Mann und Frau zu tun. WĂ€re es deshalb möglich, es in eine andere Kategorie einzuordnen? Vielen Dank,

TĂŒrkisblau

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 27.10.2014, 02:13

starker beitrag !

du hast den kern erwischt und alles ausgedrĂŒckt was man zu dem thema sagen kann.
das kurzzeitige verstÀndnis, die einsamkeit, schuld, trauer
fĂŒr all das hat jesus sich geopfert,
das rechne ich dem burschen hoch an.

leider stimmt auch dein fazit mit dem alltagstrott.

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 27.10.2014, 02:16

ah - mir fÀllt gerade ein-ich kenn deinen nick aus dem weltenbaum!

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mona seifried
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Beitrag von mona seifried » 28.10.2014, 22:04

Hallo TĂŒrkisblau,

das hast du wunderschön geschrieben/beschrieben. Danke dafĂŒr. :oops:

Etwas Ă€hnliches habe ich vor einigen Jahren mal Leuten empfohlen, die meinten nichts spĂŒren zu können und mit einer Meditation nichts anzufangen wußten.

Ich riet ihnen folgendes: So komme ich jetzt mal zu euren FĂŒĂŸen. Ob sie sauber sind spielt dabei keine Rolle. :smile14:

Im Schneidersitz geht es auch gut, die Fußsohlen werden aneinandergelegt, die HĂ€nde werden wie zum Gebet gefaltet, die Augen geschlossen und ruhig geatmet.
Es ist auch im liegen besonders wirkungsvoll. Die Knie werden angezogen, die Fußsohlen aneinandergelegt und jeweils zur Seite auseinandergeklappt. Die HĂ€nde liegen ausgestreckt zu beiden Seiten des Körpers. FĂ€llt nur manchen etwas schwer anfangs, wenn Hingebungschwierigkeiten vorliegen.
Wellen der Empfindungen steigen dann ins Bewusstsein. Ein streicheln der Seele.

Die Fußsohlen sind Ă€ußerst sensibel und die meisten wissen gar nicht, wieviele GefĂŒhle der Liebe zu sich selbst sich in ihnen befinden.
:smil94 Gott ist die gewaltige universelle Kraft der Liebe.

TĂŒrkisblau
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Beitrag von TĂŒrkisblau » 29.10.2014, 00:19

Hallo Mona,

ich war so froh, dass du geantwortet hast! Dass sich jemand fĂŒr diese Gedanken interessiert hat :bussy: Und du natĂŒrlich auch, Weltenspringer... Vielleicht erinnere ich mich auch mal an deinen Namen. Hmmm... :roll:

Die Fußsohlen sind wirklich empfindsam. Dass man das nicht merkt, obwohl man den ganzen Tag darauf herum geht...

Ich vergesse langsam alles wieder, ich spĂŒre es. Aber es berĂŒhrt mich zutiefst, wenn Leute wie ihr das lesen und darauf antworten, denn dann wacht die Erinnerung wieder ein kleines StĂŒckchen auf- danke dafĂŒr! :smile06:

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BabaJaguar
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Beitrag von BabaJaguar » 31.10.2014, 05:01

du hast es sehr sehr gut gesagt, dass verliebtheit mit einem ziel (eine beziehung zu "brauchen", bestimmte zuwendungen dann zu bekommen) eigentlich ja nichts mit wahrer und echter liebe zu tun hat.

wer in der liebe lebt, kann eigentlich diese liebe nicht nur auf einen gegengeschlechtlichen partner/partnerin beschrÀnken. :smile06: :smile13:


vor allem sagte ja auch jesus, dass man andere lieben soll wie sich selbst.

aber die selbstliebe wird oft vergessen.

auch das man intensive und wunderschöne gefĂŒhle auch fĂŒr sich selbst spĂŒren kann.......... :smil94



@wohin hÀttest du denn gerne deinen beitrag verschoben? ;)
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Die Welt ist meine Vorstellung.
Ich weiss, dass ich nichts weiss.

TĂŒrkisblau
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Beitrag von TĂŒrkisblau » 01.11.2014, 20:02

Hallo BabaJaguar!

Hm, vielleicht ins Forum "Psychologie" oder "allgemeines Forum"? :smile:

Ich glaube einfach, dass es dort besser hineinpasst als in ein Forum ĂŒber Mann und Frau, da es nicht mit Mann und Frau zu tun hat :-)

ancientra
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Beitrag von ancientra » 05.12.2014, 23:10

Es ist ne schwierige Frage - ich meine es gibt in letzter Zeit gerade viel Themen darĂŒber zu lesen ob Liebe als Modell oder eine Beziehung ausgedient hat und man sich neuem entgegenstellen möchte? Ist schwierig, ich glaube schon noch dran und sehe das sehr essentiell, aber das ist halt mein bedĂŒrnis, und nichts das eines jeden!

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BabaJaguar
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Beitrag von BabaJaguar » 09.12.2014, 00:13

Jes gibt soviele Formen von Liebe. Und die Selbstliebe gehört eng dazu... :love:
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mona seifried
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Beitrag von mona seifried » 09.12.2014, 20:16

Anjali hat geschrieben:
„Wenn du keine Liebe hast, hast du nichts.“
Das ist wahr.
Anjali hat geschrieben: Bevor dich andere lieben können, musst du dich selber lieben.
Wenn Eigenliebe nicht zur absoluten Selbstliebe wird, stimmt es.
Lieben und geliebt zu werden ist das grĂ¶ĂŸte Geschenk auf Erden und im Universum.
:smil94 Gott ist die gewaltige universelle Kraft der Liebe.

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 12.12.2014, 16:36

jap - das ist der logische umkehrschluss von : liebe deinen nÀchsten wie dich selbst


nicht mehr und nicht weniger!

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