EU - Deutschland - Brexit

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Loris
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EU - Deutschland - Brexit

Beitrag von Loris » 29.06.2016, 06:03

Am 24. Juni 2016 haben sich die Briten mit einer eindeutigen Mehrheit fĂŒr den Brexit entschieden.

Cameron mag ich jetzt gar nicht besonders, aber mit seiner Aussage:" Falsche FlĂŒchtlings-Politik hat zum Austritt gefĂŒhrt", traf er den Nagel auf den Kopf.

Der hĂ€rteste Brocken, den England noch mit der EU haben wird, ist das Thema der "PersonenfreizĂŒgigkeit". D.h. der freie Personenverkehr innerhalb der EU. Denn England will sicherlich weiterhin Handel mit den EU-LĂ€ndern betreiben.

Bei den LĂ€ndern ausserhalb der EU, welche ein "freies Handelsabkommen" mit der EU oder EU Staaten ersuchen, beharrt die EU auch auf eine unbegrenzte Einwanderung aller EU-BĂŒrger. Mit einer solchen EU Regelung hat sie einen Jocker in der Hand, womit sie einen wirtschaftlichen Handel mit Staaten ausserhalb der EU blockieren kann, falls einer "PersonenfreizĂŒgigkeit" nicht eingewilligt wird.

An diesem Punkt wird auch selbst die Schweiz in die Zange genommen, weil sie es wagte, via Abstimmung, welche angenommen wurde, ĂŒber eine Begrenzung der personellen FreizĂŒgigkeit zu verfĂŒgen.

Cameron: Falsche FlĂŒchtlings-Politik hat zum Austritt gefĂŒhrt
Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 29.06.16
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... -gefuehrt/


Schon fast zu 100 % sehe ich es wie Hagen Grell:

BREXIT - Warum die Briten 'Fuck the EU' denken #brexit
von Hagen Grell, veröffentlicht am 24.6.2016



â–ș Link zum Video


lg
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mona seifried
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Beitrag von mona seifried » 29.06.2016, 15:45

Es ist erst der Anfang!

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 99970.html

http://www.freenet.de/nachrichten/polit ... 02788.html


http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 07042.html
Dagegen ist das Votum der Briten ein Urteil ĂŒber die EU. Den drohenden Brexit nahmen BrĂŒssel, Rom, Paris oder Berlin nicht ernst, sonst hĂ€tte die EU den britischen Premierminister mit seinen berechtigten ReformwĂŒnschen nicht auflaufen lassen. Jetzt prĂ€sentieren die Briten der EU die Quittung: Brexit. Das ist auch eine Folge des Versagens der EU in der FlĂŒchtlingskrise und ein Ergebnis des Migrantenstroms innerhalb der Union, was den Umgang mit dem Ergebnis schwierig macht.
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Beitrag von Loris » 01.07.2016, 00:12

mona seifried hat geschrieben: Es ist erst der Anfang!
Ja und ich behaupte, mit dem Brexit hatte die "EU-Elite" nicht gerechnet und der Alptraum wĂ€re fĂŒr sie der Domino-Effekt, den es zu den anderen, bereits unzufriedenen Staaten, auslösen kann.

Die Strategie der Brexit Gegnerschaft: (Aus meiner Sichtweise - im zeitlichen Ablauf, wie teilweise parallel gesteuert).

1. Im Laufe der nÀchsten Monate England subtil und sanft wieder in die EU einzubinden.

2. England mit Donner und Krach aus der EU zu jagen und wirtschaftlich, wie finanziell zu schaden um sie, wenn sie in KrĂŒcken daherkommen, wieder aufzunehmen und zugleich den anderen EU-Staaten als Mahnmal zu reprĂ€sentieren, falls sie es wagen aus der EU austreten zu wollen.

3. Mittels der Nato erst recht die Schlinge enger um die verbliebenen EU-Staaten zu ziehen.

4. Ein zweites Referendum gegen den Brexit, fĂŒr den Verbleib in der EU.

5. Im ganzen Verlauf werden die Leitmedien der Atlantik-BrĂŒcke die Pro-EU Politiker und -Gruppierungen in den Mittelpunkt rĂŒcken und die Gegnerschaft in adĂ€quater und journalistischer Rhetorik diffamieren.
SelbstverstÀndlich werden sie auch Bereitschaft signalisieren, die Gegnerschaft der EU verstehen zu wollen und teilweise deren Argumentationen in gewisser Hinsicht entgegenkommen. Aber das ist Theater, da m.E, eine höhergestellte Agenda durchgezogen werden muss.

Interessantes dazu auch vom "Vinevardsaker", wie auch Vertiefungen zum Thema in den Kommentaren.

Eine Lanze fĂŒr Friede und Demokratie
27. Juni 2016, Dagmar Henn
http://vineyardsaker.de/analyse/eine-la ... emokratie/

Jetzt steht Britannien vor der ‘Farbrevolution’ und Soros versucht, Brexit zu stoppen
29. Juni 2016 Dagmar Henn
http://vineyardsaker.de/analyse/jetzt-s ... u-stoppen/


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Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 01.07.2016, 08:16

bei dem thema wird man emotional aber mal so richtig durchgeschĂŒttelt!

auf der eine seite sind die englĂ€nder total plemplem sich selber von den pfrĂŒnden abzuschneiden. leider werden die folgen des austritts nicht nur die englĂ€nder, sondern die ganze eu zu tragen haben.
auf der anderen seite kann die eu froh sein die los zu werden. gerade die englĂ€nder hatten stĂ€ndig irgendwelche sonderkonditionen fĂŒr sich beansprucht, fĂŒr laufenden Ă€rger innerhalb der eu gesorgt und somit eine schnellere weiterentwicklung der eu blockiert.
irgendwie haben die englÀnder immer noch nicht gerafft , dass sie zwar in europa noch einen gewissen stellenwert besitzen aber ansonsten ihre weltweite wirtschaftliche bedeutung komplett verloren haben.
wenn banken und börsen nach frankfurt abwandern (und denen bleibt quasi gar nichts anderes ĂŒbrig) bedeutet das fĂŒr die englĂ€nder auch das komplette aus in europa. die britische Wirtschaft und somit also auch die englische wĂ€hrung sind allein einfach zu unbedeutend um ĂŒberhaupt irgendwo gehandelt zu werden. das bedeutet im klartext, das zukĂŒnftig nur noch ĂŒber die englische regierung (Ă€hnlich wie bei den entwicklungslĂ€ndernso) fremdwĂ€hrung gekauft oder verkauft werden kann. ein normaler freier waren oder devisenhandel wird nicht mehr möglich sein. also goodbye-im und export.
es sei denn eine der frĂŒheren britischen kolonien erbarmt sich aus historischen grĂŒnden und nehmen das englische pfund als zahlungsmittel weiterhin an.

ein grosser schlag ist der austritt der englĂ€nder natĂŒrlich auch fĂŒr demokratische grundideen.
zeigt sich hier doch eindeutung, dass so etwas wei volksentscheide doch nicht so der grosse bringer sind.
es wurde jetzt anschaulich bewiesen, dass diverse deutsche politiker wohl doch recht damit haben, dass das volk viel zu blöd und zu emotional ist, die tragweite irgendwelcher wirtschaftlichen entscheidungen zu beurteilen.

auf der anderen seite ist der austritt allerdings auch wieder positiv zu bewerten. man kann ihen als gegenschlag zur globalisierungspolitk werten.
mittlerweile stellt sich ja immer mehr die frage ob diese globaliserung ĂŒberhaupt die richtige richtung ist.

wenn man an diverse idiotische eu-gesetze denkt lÀsst sich das nÀmlich arg bezweifeln.

wem bringt das wirklich was, dass alles, staatsgebilde, banken, energieversorger oder industriefirmen immer grösser und mÀchtiger werden?
als individuum wird man immer mehr durch irgendwelche gesetze in seinen persönlichen freiheiten eingezwÀngt.

es macht auch nicht wirklich sinn, das beispielsweise in luxemburg, die gleichen bebauungsgesetze wie fĂŒr sĂŒditalien oder mallorca gelten sollen oder dass fĂŒr den viehbestand fĂŒr rindviecher auf ibizza die gleichen richtlinien wie in bayern gelten.

da drÀngt sich doch unweigerlich die frage auf ob man europa nicht wieder in kleine segmente aufteilen sollte.

als individium idendifiziere ich mich meist sowieso nur mit dem engeren umfeld. wĂ€re es nicht vielleicht besser fĂŒr kleine autarke regionen zu sorgen die sich weitestgehend selber versorgen. ich persönlich brauche keinen welthandel, mich interssiert die chinagagge und sonstiger billigkram nicht.
ich brauch auch den sonstigen konsummist nicht und einmal oder zweimal fleisch in der woche reichen mir.
ohne das globalisierungszueg wĂŒrden haufenweise enmergie und umweltprobleme, wie mĂŒll usw. sang und klanglos wegfallen.

möglicherweise sind die englĂ€nder ja sogar wegbereiter fĂŒr etwas neues!

also ..wie eingangs erwÀhnt ... man ist hin und hergerissen.

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mona seifried
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Beitrag von mona seifried » 01.07.2016, 19:25

Hallo Loris,

in den Wochen vor dem Referendum hat sich der Mainstream alle MĂŒhe gegeben, um Angst vor einem Austritt zu schĂŒren. Besonders bei uns haben sie alle GeschĂŒtze aufgefahren und sich bereits in Sicherheit gewiegt. Mit diesem Ergebnis des Brexit- Referendums haben die Herrschaften in BrĂŒssel nicht gerechnet. EU-KommissionsprĂ€sident Jean-Claude Juncker ist es doch gewöhnt alles zu ignorieren. Er ist eben gut in französisch, dass weiß Merkel auch. http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... ncker.html

Die Nato kĂŒmmert sich derweil schon um die aufmĂŒpfigen Polen. Obwohl die Mittelschicht dort ganz andere Ansichten hat. Man bekommt sie nur unter Kontrolle wenn man ihnen Angst vor dem Einfall der Russen macht. :smile14:
Putin verglich die wahnsinnige Ansammlung von NATO-Soldaten und -KriegsgerĂ€t an Rußlands Westgrenzen mit dem Unternehmen Barbarossa des Dritten Reichs.

An ein zweites Referendum glaube ich weniger. Die Schotten wollen sich wieder mal freistrampeln. Die armen fĂŒrchten um ihr Erdgas und Öl in der Nordsee. Dabei bleibt ihnen doch noch ihr Wisky. Whisky mit jĂ€hrlichen Einnahmen in Höhe von etwa 2,5 Mrd. Euro (dies entspricht 20% aller schottischen ExporteinkĂŒnfte durch Fertigprodukte), die Rinder und die Hightechindustrie. Wir sind doch nicht in Zeiten von "Maria Stuart".

Wer an die kommende journalistische Rhetorik noch glauben mag, ist recht einfÀltig.

Zur Zeit werden bei uns die Rentner eingeseift.
Jetzt werden die Rentner mit Rentenerhöhung gelockt, damit diese im kommenden Jahr brav zur Wahlurne schreiten.

Mona
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Beitrag von Loris » 03.07.2016, 23:13

Hi mona seifried

das sehe ich Àhnlich wie du es beschreibst. Und die Sache ist schon deshalb komplex, da GB aus EnglÀndern, Schotten und der City of London besteht.
Des Weiteren ist die EU aufgebaut um einzutreten und hat aber keine AusgangstĂŒre. (Deshalb auch die Hysterie im HĂŒhnerstall Berlin, BrĂŒssel und eigentlich auch in der City of London).

Die EU ist meines Erachtens der 52. Staat der USA und wurde vermutlich von Anfang an darauf konzipiert.

Die einzigen Staaten, welche Vorteile fĂŒr die Aufnahme in die EU sahen oder noch jetzt sehen, sind ganz einfach desolate Nehmerstaaten. Falls Schottland sich von England abtrennen sollte, wĂŒrde ihrer Auffassung nach ihre Wirtschaft (Whisky, Schafe und Öl) nicht stark genug sein und sie wĂŒrden deshalb lieber eine sogenannte Sicherheit durch die EU-Subventionen vorziehen bzw. sie sehen sich als Nehmerstaat.

Falls TTIP nicht durchkommen sollte kann CETA fĂŒr die Amis ĂŒber die HintertĂŒr genau die gleichen Vorteile bescheren.

Zu CETA noch ein recht interessanter Blog:

Wie Merkel und Gabriel mit Juncker gemeinsame Sache machen, um CETA durchzuschummeln (29.06.2016)
http://norberthaering.de/de/27-german/n ... eiterlesen

lg
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Claudia45
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Beitrag von Claudia45 » 19.10.2016, 16:50

das schlimmste ist eigentlich- es wird alles getan das FlĂŒchtlinge nicht nach Europa kommen
aber die Ursachen werden nicht bekÀmpft ( USA ist daran Schuld)

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