Veronika und ein Engel auf Erden

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Golem
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Veronika und ein Engel auf Erden

Beitrag von Golem » 28.10.2010, 18:18


Traurig und verzweifelt eilt Veronika durch den Park. Vor der Mittagspause teilte der Abteilungsleiter ihr mit, dass sie in den n├Ąchsten Tagen wegen Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens die K├╝ndigung erhalten werde. Sie liebte ihren Job als Sachbearbeiterin.

Wie soll es nun weitergehen? Wie soll ich k├╝nftig meine Wohnung, meinen Unterhalt und mein Leben finanzieren? Den Kauf eines neuen Kleinwagens kann ich glatt vergessen. Weshalb wurde gerade mir gek├╝ndigt? Bin ich mit meinen 42 Jahren zu alt f├╝r diesen Job? Am liebsten w├Ąre ich tot! Was wird aus meinen Kindern? Solche und ├Ąhnliche Gedanken schiessen ihr durch den Kopf.

Veronika f├╝hlt sich elend und m├╝de. Sie setzt sich auf eine leere Parkbank und beginnt hemmungslos zu weinen. Nach einer Weile h├Ârt sie eine sanfte Stimme: ÔÇ×Kann ich Ihnen irgendwie behilflich sein?ÔÇť

Verwundert schaut sie auf. Neben ihr sitzt ein gepflegter, ├Ąlterer Herr. Er betrachtet sie mit g├╝tigen Augen und fragt: ÔÇ×Na, junge Frau, was haben Sie auf dem Herzen?ÔÇť Veronika ist erstaunt. Sie hat in ihrem Schmerz und Kummer gar nicht bemerkt, wie dieser freundliche Mann pl├Âtzlich, wie aus dem Nichts, auftauchte.

Er reicht ihr ein seidenes Taschentuch. Damit wischt sich die verzweifelte Frau die Tr├Ąnen aus ihrem Gesicht. ÔÇ×Seltsam, ich f├╝hle mich mit einem Mal so ruhig und geborgen?ÔÇť denkt Veronika. ÔÇ×Die Anwesenheit dieses ├Ąlteren Herrn ├╝bt einen heilsamen Einfluss auf mich aus.ÔÇť

Die beiden kommen miteinander ins Gespr├Ąch und Veronika sch├╝ttet dem Fremden ihr Herz aus. Es tut ihr gut, ihren Kummer von der Seele zu reden. Sie empfindet keine Scheu, dem alten Mann ihre Geschichte zu erz├Ąhlen. Ansonsten ist sie im Umgang mit anderen eher zur├╝ckhaltend und sch├╝chtern. Aber zu diesem g├╝tigen Mann hat sie auf Anhieb Vertrauen gefasst, als ob sie ihn schon lange kennen w├╝rde.

ÔÇ×Mein liebes Kind, ich gebe Ihnen zum Abschied eine Karte, auf der geschrieben steht, was Sie tun m├╝ssen, um ein gl├╝ckliches und erf├╝lltes Leben zu f├╝hren. Bitte lesen Sie es erst, nachdem ich gegangen bin.ÔÇť

Der g├╝tige Mann nimmt Veronika zum Abschied in seine Arme und streicht ihr dabei mit seiner rechten Hand sanft ├╝ber ihre langen Haare. Dabei str├Âmt eine intensive und wohlige W├Ąrme durch ihren K├Ârper.

Veronika bedauert es sehr, sich bereits wieder von ihrem neuen Bekannten verabschieden zu m├╝ssen. Trotzdem f├╝hlt sie sich gest├Ąrkt, froh und voller Hoffnung.

Ihr unbekannter Freund reicht ihr eine goldene Karte und verabschiedet sich. Sie winkt ihm ein letztes Mal zu, und er geht langsam und bed├Ąchtig seines Weges.

Als Veronika den alten Mann nicht mehr sieht, schaut sie neugierig und voller Spannung auf die goldene Karte, auf der in grossen weissen Lettern steht:

Alles ist m├Âglich dem, der glaubt!


Mit lieben Gr├╝ssen

Der Golem (JMF)
:ee:

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