Erleuchtung.

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Schwester
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Schwester » 25.12.2011, 15:13

Danke Horus. Ja, genau so ist es.

Das größte Problem ist nur, dass die Mitmenschen um einen herum die Irrelevanz von materiellen Dingen nicht verstehen.

Klar freue ich mich noch über Geschenke. Aber nicht wegen dem Geschenk, sondern wegen der Geste, die dahinter steckt (sofern es ein echtes Geschenk ohne Hintergedanken ist). Da ist dann jemand, der mir eine Freude bereiten möchte. Und darüber freue ich mich.

Dinge die ich annehme, nehme ich an, weil ich sie für mein materielles Dasein zum Überleben brauche. Aber ich habe kein Interesse mehr daran, irgendwelche Dinge zu sammeln oder zu horten. Es macht einfach keinen Sinn.

Ich muss aber widersprechen, dass Erleuchtung kein Lernprozess ist. Man kann durchaus sein Wissen stückweise abwerfen und in dem selben Maß dann Erleuchtung erlangen. Jedenfalls ist das meine Erfahrung.

Erleuchtung zu bekommen ist nicht einfach eine Art Schalter umlegen. Gerade Menschen, die intelligenter sind (nach menschlichen Maßstäben) fällt es eher schwer, alles Wissen auf einmal über Bord zu werfen. Erst einmal muss man sich bewusst machen, dass das, was man für "Wissen" hält, nicht mehr als ein Tropfen im Ozean ist. Man muss an die Grenzen dieses beschränkten Wissens stoßen, um es loslassen zu können. Und dafür kann man durchaus länger brauchen, wenn man die Grenzen in allen Richtungen sucht. Man stößt in einer Richtung an die Grenze und ist bereit diese Ecke Wissen los zu lassen. Dann geht man in eine andere Richtung und stößt wieder an eine Grenze und so weiter. Aber wenn dieser Prozess erst einmal in Gang ist, halte ich es für eher unwahrscheinlich, dass es wieder aufhört. Insofern sehe ich es sehr wohl als einen Lernprozess an. Allerdings in anderer Weise, wie z.B. schulisches Lernen.

Was setzt aber nun diese Schritte in Gang? Da bin ich definitv Oshos Meinung, dass eine Verlangsamung von Nöten ist. Zeit muss dabei irrelevant werden. Es ist Einkehr in sich selbst, sich über sich selbst bewusst werden. Von dort aus kann man dann nach außen gehen. Erst einmal muss man in sich selbst ruhen, um sich bereit zu machen, neue Wege zu gehen und los zu lassen.

Diese Panikmache wegen dem Weltuntergang an einem bestimmten Datum oder Nostradamus etc. hindern uns daran, irgendwann erleuchtet zu werden. Es wird uns vorgegaukelt, dass wir nur bis zu einem bestimmten Punkt Zeit hätten. Und damit setzen wir uns dann selbst unter Druck. Schließlich möchte es ja jeder gerne schaffen, rechtzeitig "den Sprung in die Erleuchtung" oder ähnliches hinter sich gebracht zu haben. Aber jeder der so denkt, steht sich damit selbst im Weg.

Natürlich, wir sind jeden Tag zeitlichen Zwängen ausgesetzt. Sei es durch Schule, Arbeit, Ladenöffnungszeiten oder ähnlichem. Das können wir nicht ändern. Aber außerhalb den von uns aufgezwungenen Terminen, können wir versuchen, die Zeit nicht mehr so wichtig zu nehmen. Zeit muss an Bedeutung verlieren, das ist der wichtigste erste Schritt.

(und jetzt frage ich mich ernsthaft, ob ich nicht zu "schulmeisterhaft" oder besserwisserisch geklungen habe :???: wenn dem so sein sollte, verzeiht bitte.)
Halte einen Moment an, schau Dich um, dieser Moment wird so nie wieder kommen. Jeder Moment ist es wert, festgehalten zu werden.

martina1966
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von martina1966 » 25.12.2011, 18:16

Liebe Schwester,

ich finde das überhaupt nicht schulmeisterhaft, und es gibt nichts zu entschuldigen. Mal als Kontrast, wie wir Buddhaschaft/Befreiung NICHT erreichen, ist durch Sich-Anstrengen, durch krampfhafte, mühselige Meditation, durch Klugheit, durch Selbstkasteiung oder Selbstablehnung, sondern MÜHELOS.
Alles ist ein Lernprozess, das ist aus dieser Perspektive richtig, jedoch der Buddha hat gesagt: "Der Weg IST das Ziel."
Das bedeutet meiner Meinung nach, dass wir nie in irgendeinen Zug eingestiegen und losgefahren sind, wir waren ja schon immer am Ziel, haben es nur im Laufe der Millionen Inkarnationen wohl vergessen.
Wir sind alle männliche oder weibliche Buddhas, (unabhängig davon, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht), FREI von allen Grenzen, er weiß alles, weil er Teil von Allem ist.

Herzliche Grüße

Martina

Danke fürs Posten, Horus!
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BabaJaguar
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von BabaJaguar » 25.12.2011, 19:49

sehr lieben dank. so etwas lese ich sehr gerne in foren. leider verschwinden interessante threads oft und man holt sie nicht immer wieder hervor.
franz von assisi kasteite sich sein leben lang durch hungern. und sah am ende ein, dass es unnötig war.
ich stimme eigentlich allem zu. sehr weise worte.
nur ich weiss nicht genau ob jeder mensch so sehr frei und und alles einfach loslassen kann. gesunde menschen könnten das nach der erkenntnis theoretisch. aber menschen mit depressionen oder angsterkrankungen sind möglich nicht so frei es jederzeit loslassen zu können. das wäre ein thema für einen thread. wie frei ist der mensch... :smil94 :smil94 :smil94
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Ich weiss, dass ich nichts weiss.

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Schwester
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Schwester » 25.12.2011, 20:35

Also ich kann für mich sagen, dass ich erst durch meine Erkrankung geschafft habe, frei(er) zu werden. Insofern war diese Erkrankung sehr wichtig für mich, um weiter zu kommen. Sie hat mich entschleunigt, was ich von alleine vermutlich nicht geschafft hätte. Ich bin daher dankbar, krank geworden zu sein, auch wenn die Krankheit an sich selbstverständlich nicht schön ist.
Halte einen Moment an, schau Dich um, dieser Moment wird so nie wieder kommen. Jeder Moment ist es wert, festgehalten zu werden.

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von zadorra125 » 25.12.2011, 21:44

Erst einmal muss man sich bewusst machen, dass das, was man für "Wissen" hält, nicht mehr als ein Tropfen im Ozean ist.

Ein Tropfen Wasser hat nur ausserhalb des Ozeans seine Berechtigung, die er verliert wenn er im Ozean ist. Dort wird es kein Tropfen geben.
Ich bin auf dieser Welt, um frei nach meinem Wissensstand, mir meine Meinung zu bilden.

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von martina1966 » 26.12.2011, 12:37

Liebe Pia,

dieser "Tropfen" an Wissen enthält das gesamte Wissen des Universums, Alles ist dieselbe Essenz.
Der Tropfen als solcher ist natürlich eine Illusion, das stimmt.

Grüße
Martina
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Schwester
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Schwester » 26.12.2011, 14:32

Also ich meinte mit dem Satz, dass das was wir "Wissen" nennen, wirklich nur ein Bruchteil von dem ist, was es wirklich zu wissen gäbe, wüssten wir denn alles. Ihr müsst das mit dem Tropfen und dem Ozean nicht zu wörtlich nehmen. ;)
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Schwester
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Schwester » 26.12.2011, 17:19

Ach Horus, ich glaube langsam, Erleuchtung kann man gar nicht richtig erklären. :-(

Erleuchtung und Wissen ist meiner Meinung nach etwas völlig unterschiedliches. Wissen ist etwas materielles, Erleuchtung nicht. Aber erklären kann ich das leider auch nicht besser. :-( Und ich habe das Gefühl, umso mehr ich mich bemühe, es irgendwie in Worte zu fassen, desto unbefriedigender und fehlerhafter wird es.
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von martina1966 » 26.12.2011, 17:59

Die Zen-Meister meinen folglich das In-Sich-Hinein-Fühlen.
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Pink

Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Pink » 28.12.2011, 00:15

Ok Horus... jetzt komm ich auch mal mit Osho :cool:

Er sagt, dass wir wieder unsere Unschuld zurück gewinnen müssen, dass wir alles loslassen müssen und wieder werden müssen, wie ein Kind.

Wenn ich darüber nachdenke und was das mit sich bringen würde, wie es SEIN würde und sich ANFÜHLEN würde, dann glaub ich, das wär schon ziemlich nah an Erleuchtung dran.

... ich gestehe - ich lese gerade in einem Osho-Buch.... :-)

Liebe Grüße
Pink :yy:

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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von martina1966 » 28.12.2011, 01:10

Hi Pink,

steht da tatsächlich "Unschuld"? Der Begriff "Schuld" ist bei Buddhisten absolut unüblich. Aber es stimmt schon: Kinder sind meistens noch verbunden mit sich selbst. Sie handeln aus dem Gefühl, nicht aus dem Verstand heraus (wie die meisten Erwachsenen).

Liebe Grüße

Martina
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Re: Erleuchtung ist....

Beitrag von Schwester » 28.12.2011, 08:42

Damit hat Osho nur das wiederholt, was Jesus bereits sagte. Es ist also überhaupt nichts Neues daran.

Der Begriff "Schuld" oder "Unschuld" ist vermutlich nicht korrekt übersetzt. Osho hat schließlich nicht in Deutsch geschrieben. Daran würde ich mich nicht "hochziehen".
Halte einen Moment an, schau Dich um, dieser Moment wird so nie wieder kommen. Jeder Moment ist es wert, festgehalten zu werden.

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