Vegetarier

fĂŒr Alles
xxjuwelxx

Beitrag von xxjuwelxx » 05.08.2016, 19:59

Ich esse vegan.
Ich schreibe bewußt esse, denn meine Kleidung besteht mit Sicherheit nicht 100% nicht aus Tier. Schuhe und GĂŒrtel sind ja meist das Problem. Ich kaufe allgemein viel second hand der Nachhaltigkeit zu liebe.
Ich finde es wichtig, dass jeder einen kleinen Schritt macht.
Tiere leiden unendliche Qualen durch unsere Gewohnheit!! zu essen. Das muss nicht sein.
Milchprodukte sind zudem mehr als ungesund fĂŒr die SchleimhĂ€ute.
Eine Mutter produziert Milch fĂŒr ihre KĂ€lber. Wir trinken doch auch in der Regel nach dem ersten Lj. nicht mehr die Muttermilch unserer Mutter warum also von fremden MĂŒttern diese trinken.
Das ist mir noch nie so eingeleuchtet.
KĂ€lber werden von ihren MĂŒttern getrennt und bekommen anstatt der Milch Milchpulver in Wasser angerĂŒhrt. Wer einmal mitangehört hat, wie Mutter und Kalb tage- und nĂ€chtelang nacheinander rufen und weinen bis sie heiser sind, der weiß, dass es vielleicht nicht richtig ist, was man da macht.
Aber wo fĂ€ngt vegan oder Bewußtheit an und wo hört sie auf.
Allgemein durch unseren Konsum. Immer das neueste Handy, Kleidung zu Billigpreisen zerstören wir irgendwo ein Leben.
Man wird sich vermutlich nie ganz davon befreien können aber jeder Schritt in die Richtung ist fĂŒr mich die richtige Richtung. Vor allem der bewußte Umgang mit seinem Konsum.

Ich kann es jedenfalls total gut nachvollziehen, dass man nicht möchte, dass ein anderer Erdmitbewohner wegen den eigenen BedĂŒrfnissen qualvoll leiden oder sterben muss.

ramalon
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Beitrag von ramalon » 06.08.2016, 04:43

Hallo xxjuwelxx,

fangen wir schon mal beim Kraftstoff an.
Über 20 Prozent des Getreides jagen wir durch den Auspuff.
Bei der Ernte gehen Rehe, Hasen, BodenbrĂŒter usw. drauf.
DafĂŒr verhungern in der dritten Welt Millionen Menschen.
Viele Autofahrten sind unnĂŒtz.

Wir tragen Kleidung, die Menschen nÀhen, die von den Löhnen nicht leben können.
Leisten uns Luxus auf Kosten anderer.

Produzieren Unmengen an MĂŒll, zu Lasten der Umwelt.
Karren Lebensmittel von der hintersten Ecke der Welt zu uns.

Unter allem was wir der Umwelt entnehmen leidet die Kreatur.
Ob es beim Abbau von Rohstoffen ist, Zerstörung der Umwelt,
Transport von Waren – Treibhausgase.
Entlassen von Giften in die Umwelt durch Produktion und MĂŒll.

Ein bewusstes Umgehen mit der Umwelt, unnötigen Konsum einstellen, mehr bewegen, weniger Auto fahren und vieles mehr, rettet mehr Tieren das Leben wie vegan essen.

Gruß ramalon

xxjuwelxx

Beitrag von xxjuwelxx » 06.08.2016, 05:21

Hallo Ramalon,

wer vegan lebt, geht meist genau mit den Themen sensibel um, die du bennenst.
Ich kenne kaum einen Veganer, der nicht vegan lebt aus ethischen GrĂŒnden.
Ein bewußter Umgang mit dem Konsum plus vegane Lebensweise rettet mehr Erdlingen das Leben als keine vegane Lebensweise.
Jeder kann nur bei sich anfangen.
Tierische Produkte wie Fleisch und Milch erforderten im Allgemeinen mehr Ressourcen und verursachen höhere Emissionen als pflanzenbasierte Alternativen.
Produzieren wir in den IndustrielÀndern weniger Fleisch- und Milchprodukte, könnten wir die FlÀchen anderweitig nutzen und damit die ErnÀhrungssituation in den EntwicklungslÀndern signifikant verbessern.
90 – 98 % der weltweiten Sojaernte werden an die sog. „Nutztiere“ :???: verfĂŒttert.
80 % der hungernden Kinder leben in LĂ€ndern, die einen NahrungsĂŒberschuss produzieren, doch die Kinder bleiben hungrig und verhungern, weil der GetreideĂŒberschuss an Tiere verfĂŒttert bzw. exportiert wird.
Think about it.
Ich glaube, dass die erste und allergrĂ¶ĂŸte Stellschraube unsere ErnĂ€hrungsGEWOHNHEIT ist. Wer bei der ErnĂ€hrung darauf achtet, sich ethisch korrekt und mitfĂŒhlend anderen Erdlingen gegenĂŒber zu verhalten, wird es mehr und mehr auch in den anderen Bereichen seines Lebens berĂŒcksichtigen.

Viele GrĂŒĂŸe

ramalon
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Beitrag von ramalon » 06.08.2016, 15:43

Hallo xxjuwelxx,

das mit dem Soja usw. ist mir bewusst.
Ich bin auch nicht fĂŒr die Massentierhaltung. Hoher Fleischkonsum und ein Teil geht davon in den MĂŒll.
Ich habe das GlĂŒck, das hier in der NĂ€he, etwas 150 Meter, ein Bauer direkt vermarktet.
Frischmilch direkt vom Hof, da geht noch Omas Milchkanne. Eier von freilaufenden HĂŒhnern.

Nur das was ich an Veganern kenne, ist ein Hohn fĂŒr die Veganer.
Vegan leben, aber die ÜberschĂŒsse vom Einkommen in Chemie und E-Aktien angelegt.
Will keine Namen nennen.
Sich beschweren ĂŒber zu hohe Apfelpreise, Bio aus Chile in Kunststoff verpackt.
Eingelagerte aus dem Umland mag sie nicht.
SprĂŒhsahne mit 20 Zusatzstoffen und diverses andere.

Bei vielen Veganern will ich nur damit sagen, dass, wenn sie wirklich etwas erreichen wollen, ihr gesamtes Konsumverhalten Àndern sollten.

Nicht, ich esse vegan, komme was wolle, Hauptsache vegan. Egal was da drin ist und egal aus welchem Teil der Erde.

Das ĂŒbrige Konsumverhalten bleibt wie es ist. Laufend neue Klamotten, billig, billiger.
Autos mit 200 PS fĂŒr den Stadtverkehr.
Bis zu nÀchsten Ecke fahren.
Es ist nicht nur die mit dem Auto Massentierhaltung bei dem die Tiere draufgehen.
Artensterben ist viel wichtiger in meinen Augen.
Dazu gehört auch der Konsum von Fisch.

Jede Entnahme von Rohstoffen aus der Umwelt kostet Tierleben.
Nicht nur im Bereich Nahrung.

Gruß ramalon

xxjuwelxx

Beitrag von xxjuwelxx » 06.08.2016, 16:20

Was du beschreibst, sind Modeveganer, die die neuen Produkte nutzen, die es nun in den herkömmlichen SupermĂ€rkten gibt aber ganz bestimmt keine die aus ethischen GrĂŒnden vegan geworden sind.
Unsere Lebensmittel bestehen fast alle hauptsÀchlich aus Chemie. Ob vegan oder die konventionellen.
Ich weiß ja nicht wo du lebst und was fĂŒr Veganer du kennst, die die ich kenne und die vegan aus Überzeugung leben, kochen frisch (GemĂŒse, Obst, Getreide, GewĂŒrze und NĂŒsse), lassen jegliche Convenience Geschichten aus dem Supermarkt weg und leben auch ansonsten nachhaltig.

Wie gesagt, jeder kann bei sich anfangen. Kleine Schritte, es mĂŒssen ja nicht gleich die großen sein.

ramalon
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Beitrag von ramalon » 06.08.2016, 20:35

Hallo xxjuwelxx,

mir scheinen oft diese Veganer aus meinem Umfeld irgendwie orientierungslos.
Sind inkonsequent. Sobald es teuer wird oder Arbeit macht.
Nichts mit Nachhaltigkeit oder Selbsterzeugung.

Mit der Chemie in unserem Essen stimme ich dir voll zu.
Ich habe fast 37 Jahre als Koch gearbeitet, fast alle Produkte wurden selbst gemacht.
Ob Suppen, Soßen etc.
Es wurden fast ausschließlich regionale Produkte verarbeitet.
Wir hatten nur ein Produkt mit Zusatzstoffen auf der Karte – Nordseekrabben.
Wenn ich jetzt in den Supermarkt gehe, und lese die Liste an Zusatzstoffen auf den Verpackungen, so wird mir ĂŒbel. Ich frage mich - was hat das Zeug darin verloren.
Andererseits ist es das Preis – LeistungsverhĂ€ltnis. Kochen ist ein Handwerk und sehr zeitaufwendig. Es zahlt keiner, zumindest sind die wenigsten dazu bereit.

Bei Aldi liegen Fertiggerichte in der KĂŒhlung fĂŒr 3,69 €
Ich könnte nicht einmal die Zutaten fĂŒr den Preis einkaufen.
Im Preis sind noch enthalten, MwSt., Transport, Arbeitslöhne, Verpackung und Gewinne.
Da frage ich mich, was die Rohstoffe gekostet haben und was ich da zu essen bekomme.

Ein gutes Produkt ist schon bei der Erzeugung recht arbeitsintensiv.
Egal ob Fleisch, Obst oder GemĂŒse.
Es liegt im Preis um ein mehrfaches höher wie konventionell erzeugte Nahrung.

Liegt dann der Preis bei Bioprodukten auf gleicher Höhe wie die konventionell erzeugte Nahrung, so bin ich da skeptisch. Entweder wird da der Landwirt beschissen, der es erzeugt hat, oder der Verbraucher.

Eine Bekannte hatte gemeckert, dass im Bioladen 9,90 € fĂŒr eine 500g Schale Erdbeeren verlangt wurden.
Ich sagte ihr, dass der Preis gerechtfertigt sei. Unsere Löhne und arbeitsintensiver Anbau.

Es gibt dann 2 Alternativen zu den Erdbeeren wen einem der Preis zu hoch ist. Entweder selber zĂŒchten oder den chemischen Mist fressen.

Wenn wir vernĂŒnftige Produkte kaufen wĂŒrden, mĂŒssten wir das 5 fache an Lebensmittelpreise zahlen.

Das wichtigste im Leben ist gesunde Nahrung und dafĂŒr sind die Menschen am wenigsten breit etwas fĂŒr zu bezahlen.


Gruß ramalon

xxjuwelxx

Beitrag von xxjuwelxx » 06.08.2016, 21:02

Hallo Ramalon,
ramalon hat geschrieben: Das wichtigste im Leben ist gesunde Nahrung und dafĂŒr sind die Menschen am wenigsten breit etwas fĂŒr zu bezahlen.
Das sehe ich genauso und sehe es ebenso bei viiiielen Bekannten im Umfeld oder bei der Arbeit.
Mit dem teuersten Auto vorfahren oder ein Kleid fĂŒr 300 Euro tragen aber bei Aldi an der Kasse stehen. Na gut etwas ĂŒbertrieben. Aber ich kenne viele, denen es erstmal wichtiger ist Statussymbole zu besitzen und wenn sie sich dann noch etwas leisten können, dann wird auch Geld in Lebensmittel investiert. Leider wird dabei aber mehr auf eine Marke oder einen Namen geachtet anstatt einfach einmal auf die Zutatenliste zu schauen.
In herkömmliche LebensmittellÀden gehe ich nicht mehr. Am liebsten bin ich auf dem Wochenmarkt, ReformhÀusern oder in BiolÀden aber auch in BiolÀden muss man schon sehr genau schauen. Leider.
Ich habe einige Zeit sehr sehr wenig Geld zur VerfĂŒgung gehabt und konnte trotzdem meinen Standard bei den Lebensmitteln halten. Das einzige auf was ich da verzichtet habe, war dann eben essen zu gehen. Aber im Bioladen regional zu kaufen und frisch zu kochen, war immer drin.
Ich bilde mir zumindest auch ein, dass ich von den Nerven und Empfindungen her sofort merke wenn ich Chemie oder nichts gutes gegessen habe. Mein Körper fĂŒhlt sich ganz anders an. Manchmal möchte er sich auch gehen lassen und einfach nur mit etwas schnellem belohnt werden. Aber an vielen Tagen zieht er sich genau die Energie aus meiner -so wĂŒrde ich sagen - gesunden und bewußten ErnĂ€hrung. Die Nahrung liegt nicht schwer im Magen und ich mich viel feier.
Bei mir setze das aber erst ein als ich alles tierische weggelassen habe. Ich vertrage das nicht. Ich spĂŒre das Leid in den Fasern und ich kann nichts essen, wenn ich mir das Lebewesen vorstelle. Ich bin vermutlich aber auch eher ein Pflanzenesser. Von Fleisch wird mir ĂŒbel. Das bekomme ich nicht runter. Allein der Geruch stĂ¶ĂŸt mich ab.


Wie sagt man so schön, du bist, was du ißt.

Viele GrĂŒĂŸe

ramalon
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Beitrag von ramalon » 07.08.2016, 05:46

Hallo xxjuwelxx,

mit der gesunden ErnĂ€hrung und dem WohlfĂŒhlen kann ich dir zustimmen.

Bei mir gibt es noch einen eigenartigen Effekt:
Obwohl ich mich hier eigentlich schon recht gesund ernĂ€hre, essen gehen mache ich ĂŒberhaupt nicht, so ist mein körperlicher Zustand in der dritten Welt wesentlich besser wie hier.
In den Wintermonaten treibe ich mich dort rum, Bioprodukte kennen die Menschen dort nicht.
Da die chemischen Mittel fĂŒr die Bauern dort unbezahlbar sind, wird auf diese verzichtet.
Ich koche selber und nach einigen Wochen geht es mir hervorragend.
Kann sein das es an der ErnĂ€hrung liegt, aber auch daran, das dort alles etwas natĂŒrlicher ist.
Wir wĂŒrden sagen, dreckiger und dadurch die Darmflora auf Vordermann gebracht wird.
Oder eben alles zusammen.

Dem Bio in unseren LĂ€den traue ich nicht unbedingt.
Etwas abnorm sind Bioprodukte die in Kunststoff verpackt sind. Kunststoff enthÀlt krebserregende Weichmacher. Frage mich dann, wo noch das Bio ist und das Gesunde.

Die liebsten Produkte sind mir aus dem eigenen Garten oder vom Bauern den ich kenne.
Wie ich schon geschrieben hatte, wohnt nicht unweit ein Landwirt, der hat zwar kein Bio im Logo, bei dem laufen die KĂŒhe auf der Wiese, und die HĂŒhner ums Haus.
Er vermarktet vieles selbst.

Gruß ramalon

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Sullivan
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Beitrag von Sullivan » 08.08.2016, 05:09

Hallo xxjuwelxx,

du hast das Forum schon wieder verlassen. Ich möchte dir noch nachrufen, dass mir dein entschiedenes Eintreten fĂŒr den Vegetarismus sehr gefallen hat. In einem Esoterikforum gibt es dafĂŒr weitaus mehr Zustimmung als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Als Urvater der Vegetarier in Europa gilt Pythagoras vor zweieinhalbtausend Jahren. (Seine Lebenszeit liegt fast gleich wie die von Gautama Buddha.) Bevor das Wort Vegetarier erfunden wurde, nannte man deshalb Leute, die das Töten von Tieren zwecks Fleischverzehr strikt ablehnten, PythagorÀer.

In dem ausgezeichneten Buch "Unser tĂ€glich Fleisch" lautet die Pointe: "Wir wollen keine wandelnden GrĂ€ber von Tierleichen sein." Nicht nur esoterische Lehren, sondern auch manche Wissenschaftler sagen voraus, dass die Menschheit einmal auf das Fleischessen wie auf den Kannibalismus zurĂŒckschauen wird.

LG Sullivan

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