Vom BĂŒcherwurm zur schreibenden Zunft?

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caracol
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Vom BĂŒcherwurm zur schreibenden Zunft?

Beitrag von caracol » 02.03.2017, 17:28

Im Winter ziehe ich mich immer gerne ein bisschen zurĂŒck und nehme mir Zeit, um mich ganz auf mich selbst zu besinnen. WĂ€hrenddessen verschlinge ich ĂŒblicherweise Unmengen von BĂŒchern. Im FrĂŒhling, wie er jetzt vor der TĂŒre steht, zieht es mich wieder mehr in die Natur. Und wie auch die jungen Pflanzen aufkeimen, keimt in mir der Gedanke selbst ein Buch zu schreiben.

Hier im Forum gibt es sicher auch kreative Geister, hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Schreiben? Über einen Austausch mit Gleichgesinnten wĂŒrde ich mich riesig freuen!

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hexalita
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Beitrag von hexalita » 05.03.2017, 13:55

Das klingt sehr gut! Schreibe selbst schon seit lĂ€ngerem aber nur hin und wieder. Meistens kleine Gedichte und Anekdoten. Mir hilft das Schreiben einfach, meine Gedanken auszukristallisieren zu lassen und einen besseren Umgang mit den vagen "Ideen" die da herumschwirren zu finden. WorĂŒber schreibst du denn so? Alles Liebe
Schau dorthin wo ES sich verborgen hÀlt!

caracol
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Beitrag von caracol » 08.03.2017, 19:41

Paulo Coelho, der weltberĂŒhmte Schriftsteller, schrieb seinen ersten Roman erst mit 40 - nachdem er den Jakobsweg entlanggepilgert war. Vorher hatte er sich das Schreiben noch nicht zugetraut.
Das Buch habe ich sogar bei mir im BĂŒcherregal stehen, in Santiago war ich auch schon selbst. Allerdings bin ich nicht gepilgert, wobei das auch noch einer meiner TrĂ€ume ist!

Ansonsten lese ich fast alles, was ich in die Finger kriege. Einer meiner Lieblingsautoren ist Umberto Eco, aber auch mit den Werken von Michael Ende kann ich immer wieder viel anfangen.
Ich selbst habe bisher nur sehr wenig Erfahrung mit dem Schreiben - frĂŒher schrieb ich ab und an Gedichte.
Allerdings hege ich denselben Gedanken wie Du. Nur bei mir ist die Zeit noch nicht reif. Ich habe zwar frĂŒher auch sehr viel gelesen, was sich aber mittlerweile geĂ€ndert hat. Erfahrung ist mir wichtiger. Und ich möchte noch einige Erfahrungen sammeln, bis es vielleicht eines Tages soweit ist.
Das denke ich auch, wenn man einen guten Draht zu sich selbst hat, merkt man es ganz von alleine, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Was fĂŒr Gedichte hast du denn geschrieben?

Ich habe bislang nur ein paar mÀrchenhafte Kurzgeschichten verfasst, die mir aber wirklich aus der Seele sprechen :smile:
Schreibe selbst schon seit lÀngerem aber nur hin und wieder. Meistens kleine Gedichte und Anekdoten.
Klingt gut, kreativ zu sein ist eine schöne Form sich auszudrĂŒcken. Dich scheint das Schreiben schon lĂ€nger zu begleiten, oder? Hast du schon mal etwas veröffentlicht?

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hexalita
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Beitrag von hexalita » 08.03.2017, 19:58

Also veröffentlicht habe ich bisher noch nichts, ganz Ă€hnlich wie Schneeflocke habe ich mich noch nicht wirklich bereit dazu gefĂŒhlt. Aber auch mein Bruder ist recht begabt was das Verbale angeht und bei ihm durfte ich wĂ€hrend der Zeit als er zum ersten Mal veröffentlicht hat etwas mitfiebern :) Und mĂ€rchenhafte Kurzgeschichten klingt auf jeden Fall gut. In einer so technologischen Welt wie heute ist ein bisschen MĂ€rchen sicher nie verkehrt. Alles Liebe!
Schau dorthin wo ES sich verborgen hÀlt!

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mona seifried
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Beitrag von mona seifried » 13.03.2017, 19:55

Hallo Hexalita,

erstmal
debwnxvv.gif
debwnxvv.gif (41.95 KiB) 4498 mal betrachtet
Wenn du dein Buch selbst finanzieren willst, dĂŒrftest du kein Problem haben einen Verlag zu finden, der zum Druck bereit ist.

Vielleicht solltest du dich erst einmal dort versuchen, wo es einige SachverstĂ€ndige gibt, die die ErgĂŒsse deiner Feder beurteilen können, die dir gegebenenfalls RatschlĂ€ge und VerbesserungsvorschlĂ€ge zu deinen Werken nennen können.

Ich schick dir den Link.

LG Mona :oops:
:smil94 Gott ist die gewaltige universelle Kraft der Liebe.

caracol
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Beitrag von caracol » 18.03.2017, 19:05

habe auch vor einigen Jahren einmal in Frankreich an einem Schreibatelier teilgenommen...das war eine tolle und auch herausfordernde Erfahrung in einer Fremdsprache zu schreiben...meistens wurde ein Wort, ein Satz oder auch ein Bild vorgegeben und dann hatte man ca. 10 Minuten Zeit, sich spontan einen kurzen Text einfallen zu lassen...
In Fremdsprachen ist es auch, je nachdem wie verinnerlicht man die Sprache hat, nicht so einfach die richtigen Worte zu finden, wie in der Muttersprache, das geht mir auch so.

Zu Bilder geschrieben habe ich noch nie, aber ich habe vor einigen Jahren ein paar Bilder zu Gedichten gemalt :smile:
Wie wĂ€re es, wenn Du hier eine Kurzgeschichte von Dir veröffentlichst? Mich wĂŒrde es auf jeden Fall sehr freuen und interessieren!
Das kann ich verstehen, aber ich muss sagen dass sich in mir innerlich ein bisschen etwas strĂ€ubt. Manchmal schĂ€tze ich im Internet auch die AnonymitĂ€t sehr, wenn du weißt, was ich meine. Das meiste, was ich bislang geschrieben habe, ist doch sehr intim.
Aber auch mein Bruder ist recht begabt was das Verbale angeht und bei ihm durfte ich wÀhrend der Zeit als er zum ersten Mal veröffentlicht hat etwas mitfiebern :)
Wie ist dein Bruder das mit dem Buch schreiben denn angegangen? Ich habe mich vor ein paar Tagen mal hingesetzt und angefangen eine Geschichte zu Papier zu bringen. Über den Kurzgeschichten-Umfang bin ich jetzt raus und jetzt hĂ€nge ich irgendwie ein bisschen. Vielleicht sollte ich auch an einem Schreibatelier oder so teilnehmen?

Musste dein Bruder sehr viele Verlage anschreiben, bis er untergekommen ist? Oder wie ist er die Veröffentlichung angegangen?
Wenn du dein Buch selbst finanzieren willst, dĂŒrftest du kein Problem haben einen Verlag zu finden, der zum Druck bereit ist.
Wie kann ich mir das Vorstellen? Wie ein Mittelding zwischen klassischem Verlag und Selbstverlag?

Klara
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Beitrag von Klara » 19.03.2017, 12:23

Hallo zusammen,
das ist ein tolles Thema! Vor allem der Beitrag von Schneeflocke hat mir sehr gefallen!

Mir geht es Ă€hnlich. Eigentlich wollte ich immer SelbstĂ€ndig sein, seit ich denken kann. Was ist passiert? Ich habe immer auf "die Idee" gewartet. Erstmal studiert, dann erstmal den Job angenommen der ja ein gutes Einkommen generiert. Und gefĂŒhlt wird es immer schwerer den Schritt zu wagen.

Deinen Traum vom Schreiben finde ich klasse! Vor allem gibt es ja heut zu Tage so viele Möglichkeiten durch das Internet. Ich denke wichtig ist, dass man einfach anfĂ€ngt, man muss ja nicht fĂŒr immer bei dem einen Format (z.B. Blog) bleiben und schon gar nicht sofort am Anfang alles perfekt machen. Perfektion verhindert ja meistens schon den ersten Schritt. Also du könntest z.B. mit einem Blog anfangen und dort auch Kurzgeschichten und Ă€hnliches veröffentlichen. Über Amazon kann ja mittlerweile jeder seine BĂŒcher ohne große HĂŒrden veröffentlichen, falls du Angst hast, sofort unter deinem eigenen Namen anzufangen, kannst du dir dort auch Pseudonym anlegen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Klara

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hexalita
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Beitrag von hexalita » 19.03.2017, 14:25

Unter Fremdsprachen zu schreiben hat allerdings oft den Vorteil, dass man den "Blick von außen", auf die Sprache hat, das heißt eventuell versteckte Konnotationen in Wörtern zu entdecken, die die Muttersprachler ĂŒbersehen. Die HĂ€nger sind absolut normal, manchmal gilt es dann einfach eine kleine Pause zu machen und die Gedanken etwas treiben zu lassen, gute BĂŒcher zu lesen und irgendwann kommt dann schon die nĂ€chste Inspiration. Bei meinem Bruder war es so, dass er eher fixe Zeiten hatte und sich kontinuierlich hingesetzt hat zu schreiben. Allerdings hatte ich manchmal auch das GefĂŒhl, dass er sich damit selbst nichts Gutes tut, weil dann oft Sitzungen waren, wo er gar nichts produziert hat. Aber irgendwann hat er es dann eben doch fertig gebracht und nach dem Anschreiben von vielen VerlĂ€gen, ist sein Manuskript schließlich beim Novum Verlag genommen worden. Mit dem BĂŒcherschreiben hast du den Prozess der Manifestation halt sehr intensiv vor Augen, weil erst nur eine Idee in deinem Kopf da ist und irgendwann hĂ€ltst du sie eben in HĂ€nden! :)
Schau dorthin wo ES sich verborgen hÀlt!

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hexalita
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Beitrag von hexalita » 26.03.2017, 17:45

Liebe Schneeflocke! Danke dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast, das ist sehr inspirierend. WĂŒrde dir da zu hundert Prozent beipflichten. NatĂŒrlich gibt es in unserer Gesellschaft viele Konventionen, viele HĂŒrden fĂŒr Kunstschaffende. Aber wie du bin ich dir Meinung, dass ein Kunstwerk, dass aus dem tiefsten Herzen emaniert, sein Publikum finden wird. Jener Raum des Herzens aus dem es kommt, hinterlĂ€sst darin seine Spuren und wenn jemand einen Zugang zu dieser Frequenz hat, dann wird es genau diesen Raum in ihm oder ihr ansprechen. Ebenso mit BĂŒchern, ganz egal wie man sie in die Welt bringt.
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Beitrag von hexalita » 27.03.2017, 20:27

Hi du! Also es geht darum im Grunde um die AbgrĂŒnde in der menschlichen Seele. Auch um die Suche nach dem Weg des Protagonisten, aber immer zwischengewĂŒrzt mit drolligen Alltagsanekdoten und die verrĂŒckten Idiosynkrasien und Eigenheiten, die ja jeder Mensch so hat :) Er ist nicht ganz so spirituell angehaucht wie ich, eher praktisch, aber finde es trotzdem sehr tiefgrĂŒndig.
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caracol
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Beitrag von caracol » 30.03.2017, 18:43

Schneeflocke, der Text, den du gepostet hast, hat mich wirklich berĂŒhrt. Danke dir dafĂŒr!
Ich verstehe auch, dass Du Dich davor strÀubst, hier im Forum einen Deiner Texte zu posten. In so einem Forum menschelt es doch sehr und es ist eine Herausforderung, sich dem zu stellen. Allerdings scheinst Du mit dem Gedanken zu spielen, Texte von Dir in Buchform zu veröffentlichen. WÀren diese dann weniger intim?
Ja, ich denke schon, dass ein Buch weniger intim wĂ€re. Eben weil es mit dem Hintergedanken, dass es nicht nur fĂŒr mich ist, verfasst worden wĂ€re. Ich habe einmal ein kleines BĂŒchlein mit einer kurzen Geschichte fĂŒr meinen Partner geschrieben. Und schon das war etwas ganz anderes, als wenn ich nur fĂŒr mich schreibe. Man nimmt ja, je nach dem mit wem man kommuniziert, durchaus unterschiedliche Rollen ein. Nicht weniger authentisch, aber eben doch verschieden. Und meinem GefĂŒhl nach ist nicht jede Botschaft ist fĂŒr jeden Adressaten bestimmt :-)
Erstmal studiert, dann erstmal den Job angenommen der ja ein gutes Einkommen generiert. Und gefĂŒhlt wird es immer schwerer den Schritt zu wagen.
Ich glaube, es stimmt, das man den Mut haben sollte, die Wege, die man glaubt beschreiten zu mĂŒssen, weil man das halt so macht, auch mal zu verlassen und seinen eigenen Weg zu gehen.
Denn fast jeder Leseratte trÀumt vom eigenen Roman den sie im Idealfall an einem ruhigen und romantischen Ort verfasst. Und zwar in vollkommener Unkenntnis, wie viel Arbeit so etwas bedeutet und wie anspruchsvoll ein gutes Buch ist.
Ich bin mir ganz sicher, dass da viel Wahres dran ist. Aber wenn man den ersten Schritt nicht tut, erfÀhrt man nie, ob man nicht dazu in der Lage ist ;-) Deinen Buchtipp werde ich mir zu Herzen nehmen, danke!
Bei meinem Bruder war es so, dass er eher fixe Zeiten hatte und sich kontinuierlich hingesetzt hat zu schreiben. Allerdings hatte ich manchmal auch das GefĂŒhl, dass er sich damit selbst nichts Gutes tut, weil dann oft Sitzungen waren, wo er gar nichts produziert hat. Aber irgendwann hat er es dann eben doch fertig gebracht und nach dem Anschreiben von vielen VerlĂ€gen, ist sein Manuskript schließlich beim Novum Verlag genommen worden. Mit dem BĂŒcherschreiben hast du den Prozess der Manifestation halt sehr intensiv vor Augen, weil erst nur eine Idee in deinem Kopf da ist und irgendwann hĂ€ltst du sie eben in HĂ€nden! :)
Das hast du schön geschrieben. Und die Geschichte macht Mut, es freut mich zu lesen, dass dein Bruder da seinen Weg und auch einen Verlag gefunden hat! Ich denke, es ist wichtig, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg geht.
Und so sollte es meiner Meinung nach mit jeder kreativen Absicht sein. Sie mit Herzenskraft verfolgen, unermĂŒdlich kleine Samen sĂ€en, bis sie auf fruchtbaren Boden fallen, das erste Aufkeimen genießen, geduldig gießen, loslassen und schaun, was geschieht...und eines Tages...wer weiß... :-o
Ein schöner Gedanken! Mir hilft es immer auch, wenn ich mir ein Ziel (das sich auch gerne im Laufe der Zeit wandeln darf) vor Augen halte. Wie eben zum Beispiel ein Buch von mir in einem Laden zu sehen. TrÀume darf und muss man ja haben! :-D

Und Geduld braucht man immer, genauso wie Hoffnung. Ich warte aktull zB tatsÀchlich darauf dass Samen aufgehen. Von den Tomatenpflanzen vom letzten Jahr.. Ich mag es, wenn Dinge gedeihen :flower:

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sensmitter
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Beitrag von sensmitter » 06.04.2017, 13:40

Liebe Caracol, Schneeflocke hat Recht,
schreib doch mal, was du so schreibst,
hier im Forum.
Auch ich mache es so (siehe Schamanentum),
wo ich alle zehn Tage ĂŒber die Spirits der
Terralogie schreibe.

Gerne wĂŒrde ich auch ein Buch mit ausgiebigerem
Text veröffentlichen, allein es fehlt mir an den
Finanzen; zudem habe ich keine Lust, fĂŒr etwaige
Lesungen durch die Landschaft zu gondeln, um
Bestandteil eines Marketing-Konzeptes zu sein.
Die meisten Verlage erwarten das, und auch die
Schriftstellerinnen finden das eher toll, sich in
diesem Rahmen darzustellen. Ich aber nicht, bin
mĂŒde von BĂŒhne...

Hier im Forum ist das Gute, dass du Resonanz
bekommst, sowohl Kritik als auch Lob, und du
kannst verfolgen, wie viele Leute deine Sachen
gelesen, also Interesse haben.
Zudem kannst du Links setzen, wenn sich jemand
in den Stoff vertiefen oder mehr Infos haben will.
Ich finde das inzwischen so gut, dass ich keinen
Kontakt zu Verlagen aufnehme; na, hat eben auch
mit o.g. GrĂŒnden zu tun.

TatsÀchlich sollte man sich m.E. nicht wÀhrend des
Schaffens mit Gedanken zur Vermarktung beschÀf-
tigen, sondern erst einmal das Werk vollenden.
Ich male auch Ölbilder - und die trocknen lange -,
und so schließe ich aus, mir selbst Druck zu machen,
indem ich Ausstellungen verfrĂŒht festmache oder
bekannt gebe. Bla, bla, bla...

Gute Idee von Schneeflocke. Ich bin dabei.
LG sensmitter

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