Kann man Märchen der Brüder Grimm ernst nehmen?

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Ravenna
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Kann man Märchen der Brüder Grimm ernst nehmen?

Beitrag von Ravenna » 14.12.2015, 18:36

wie ist das eigentlich mit den Büchern, in denen man nachlesen kann , was für eine tiefere Bedeutung Märchen sie haben?
Klar. Märchen haben einen tieferen Sinn. Die Menschen, die sie erfunden haben, haben sich etwas dabei gedacht.
nun ist es aber doch so, dass die ganzen Märchen, die wir so kennen, von den Brüdern Grimm, ja verändert worden sind. soweit ich weiß teils , wegen dem Christentum und teils, um sie Kinderfreundlicher zu machen.
Nun frag ich mich aber, haben sie dann nicht vielleicht ihren Sinn verloren?

VG Ravenna

DerfrühBesitzer
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Beitrag von DerfrühBesitzer » 15.12.2015, 13:14

Die Märchen sind viel älter als die Brüder Grimm. Die Brüder haben sozusagen alle Geschiten die, die Großmütter erzählen Gesammelt und niedergeschrieben. Märchen werden sowieso immer verändert aber du solltest die Uhrfassung lesen und auch da ist zu beachten dass sich diese Märchen verändert haben. Außerdem darfst du die Mörchen nicht so verstehen wie sie niedergeschrieben sind. Wie zb. Ein Drache heißt nicht gleich ein Drache! Es ist sehr schwer das zu erkennen was in einer Geschichte gezeigt/dargestellt oder was damit gezeigt werden soll. Aber eine Geschichte hat immer einen wahren Kern.

Hoffe ich konnte dir helfen

Ravenna
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Beitrag von Ravenna » 17.12.2015, 17:15

Hallo! und danke für eure Antworten.
Zu dem was derfrühbesitzer geschrieben hat, wegen der Urfassung. das ist ja das was ich meine. wer kennt schon die Urfassung von Hänsel und Kretel oder Frau Holle oder Aschenputtel, und so weiter.
Viele Grüße Ravenna

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GhostDog
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Beitrag von GhostDog » 19.12.2015, 22:00

Die ursprünglichen Märchen waren auf jeden Fall eigentlich eher Geschichten für Erwachsene und da ging es ganz gut zur Sache, z.B. haben viele Märchen auch sexuelle Elemente, die in der modernen, kindertauglichen Grimm-Version nicht mehr ganz so leicht zu erkennen sind.

Ich denke in vielen Märchen steckt im Kern eine gewisse "Volksweisheit" drin, aber vieles wird auch einfach frei erfunden sein durch die Geschichtenerzähler... Ob dieser tiefere Kern noch enthalten ist, kann man wohl pauschal nicht sagen, da müsstest Du Dich vermutlich mit Erzähl-Forschung zu einzelnen Märchen beschäftigen. Zumindest bei einigen wird er aber bestimmt noch drin sein, vielleicht sogar in vielen...

Ragnor
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Beitrag von Ragnor » 20.12.2015, 00:18

Mündliche Weitergabe außen vor:

Es ist definitiv so, dass die Gebrüder Grimm die Märchen, die ihnen erzählt worden sich nachträglich aus "verlegerischen Gründen" wie sie es nannten - letztlich wohl einfach aus persönlichem Geschmack und finanziellen Ansichten - verändert haben. WAS sie genau geändert haben ist nicht festzustellen, da sie WEDER die Fassungen, die ihnen erzählt worden sind irgendwie dokumentiert haben NOCH ihre Quellen namentlich genannt haben. Man weis nicht einmal wirklich genau woher die besagten Märchen stammen, man kann nur grob Regionen festmachen. Vielleicht haben sie nur Details geändert, vermutlich aber in so manchem Fall sehr wohl Essentielles. Leider kann man überhaupt nur sehr wenig dazu sagen. Zu der Zeit hatte man es nicht so mit wissenschaftlicher Dokumentation.

Wenn man sich auf die Märchen als eine Art Autorität berufen will, gar irgendwie eine Art Tradition oder gar Religionsgeschichte damit betreiben will, dann sollte man seeeeehr seeehr gut überlegen inwiefern man da nicht mitunter auf Sand baut.

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Tigermotte
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Beitrag von Tigermotte » 09.01.2016, 00:09

Also, ich sehe schon einen tieferen Sinn und zwar in allen Märchen, die ich kenne, weil mir deren Charaktere so gut bekannt erscheinen.
Nehmen wir mal Rotkäppchen... der böse Wolf (im Menschen) Rotkäppchen (das Böse nicht kennend)
Die Großmutter (schwach und auf das Böse reinfallend) der Jäger (wissend und Eingreifend bzw rettend).
Und so gehts durch sämtliche Märchen, finde ich.
Bei Aschenputtel wird der Neid der Stiefmutter und ihrer Tochter besonders gut dargestellt usw. usw.

LG Tigermotte.
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Tigermotte
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Beitrag von Tigermotte » 09.01.2016, 13:58

Wie war das doch noch mit den von Dir genannten "Fehleinschätzungen" im Thema: "Gibt es den Teufel", lieber Pascale ?
Wie wäre es, wenn Du mal damit beginnen würdest, Deine eigenen Fehlinschätzungen unter die Lupe zu nehmen ?
Aber dennoch vielen Dank für die Deinen... :bussy:
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Tigermotte
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Beitrag von Tigermotte » 09.01.2016, 14:08

Und um diese, Deine Fehleinschätzungen zu berichtigen... ich will mich weder für irgendeine Klasse qualifizieren, noch mich in irgendeine Schublade bzw. Sparte stecken lassen.
Und Danke auch für Deine zukünftige Unterlassung der genannten Fehleinschätzungen Deinerseits. :smile13:
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Tigermotte
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Beitrag von Tigermotte » 11.01.2016, 09:03

Ok, wenn es Dir "so" besser in Deinen Kram passt... jedem das Seine und mir das Meine. ;-)
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Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 11.01.2016, 09:47

natürlich findest du tieferen sinn in märchen und natürlich sind sie wie alles andere dinge auch dem jeweiligen zeitgeist unterlegen.

sie formen sogar schönheitsideale und geschmack ja sogar die einstellung zu anderen lebewesen im kindesalter. in jedem fall prägen sie unsere träume und bieten uns verhaltensrichtlinien. .... die wunderschöne prinzessin mit goldenem haar und alabasterhaut ... die böse schwarze hexe mit warzen am kinn. ..., das wilde biest .der finstere zauberer..das süße rehkitz, der raffinierte fuchs,...die blöde gans.

genau wie die bibel strotzen sie regelrecht von metaphern und tiefem wissen über die oder "den" menschen.
eigentlich ist es fast unmöglich das zu übersehen.
die genannten beispiele sind schon ganz gut gewählt, aber nur die spitze des eisbergs.

ein paar weitere beispiele für die die des lesens kundig sind und auch zwischen den zeilen lesen können.

man denke an den gestiefelten kater. aussage: vorgeben jemand anderer zu sein und ränkeschmieden sind legitim, wenn es nur um einen gut zweck geht.mit anderen worten die volksweisheiten: mehr schein als sein, kleider machen leute, wer angibt hat mehr vom leben, jedes mittel ist recht, hochmut kommt vor den fall, den letzten(verlierer) beissen die Hunde(wird von der katze gefressen).

oder man denke an glücksmarie und pechmarie. da heisst es ganz klar, wer erst mal schön brav ist und immer tut was einem alte kluge männer auftragen und später dann artig den weisungen eine alten erfahrenen dame folgt, fleissig ist und arbeitssam, der wird im leben glück haben und mit gold übergossen und darf dann später tun was er will und irgendwann mal sogar seine eigene bettwäsche ausschütteln.

böse ist, wer jetzt übel bei sowas denkt!

p.s
ghost dog hat natürlich vollkommen recht, wenn er sexuelle elemente erkennt. die meisten märchen triefen regelrecht davon.

die frage ob die grimms ernst zu nehmen sind ist schwer zu beantworten. die haben das zeug ja nur aufgeschrieben. auf jedenfall können sich die erben bedanken, die ziehen da heut dank gema noch kohle. mir wird wohl immer schleierhaft bleiben mit welchem recht überhaupt jemand urheberrechte geltend machen kann oder darf. da keiner von uns allein auf einer insel lebt ist eigentlich alles was man tut oder leiste niemals nur auf dem eigenen mist gewachsen sondern wird immer nur ein winziger teil oder beitrag zu einem ganzen. das jemand unmittelbar von seiner leistung profitiert ist ja vollkommen ok - aber wieso irgendwelche erben oder nachfahren?

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nussbine
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Beitrag von nussbine » 12.01.2016, 00:59

Damit man neidisch sein kann. Wer könnte denn sonst auf reiche Erben neidisch sein, wenn es keine gäbe?

:geek: nussbine :smile01:

es gibt sicher noch andere Gründe.
Immer noch neugierig und wissensbegierig

Weltenspringer
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Beitrag von Weltenspringer » 13.01.2016, 22:27

wunderbar moonlight!

jetzt musste die sache nur noch zu ende bringen bzw. richtig rund machen.

wir reden hier also über das über jahrtausende angesammelte wissen der menscheit, über weisheiten, über die psyche und über tief verwurzelte menschliche verhaltensmuster.
da gibt es warnungen vor fehlverhalten und erläuterungen und hinweise welche wege man sinnvollerweise beschreiten sollte um, nicht in probleme zu geraten.

all das ist in metaphern verpackt und in nette geschichtlein, die man sich sogar als kind schon leicht einprägen und sogar weitererzählen kann.

erst wer reif genug ist und über ausreichend intellekt verfügt, wird sich der vollen wucht und tragweite bewusst.

was da als erzählung immer wieder von generation zu generation weitergereicht wird, ist nicht unbedingt wahr und ist in den seltesten fällen als geschichtlich real zu betrachten, enthält jedoch ein tiefe wahrhaftigkeit.

die menschen die diese märchen kennen, besitzen ein deutlich erkennbaren vorsprung vor denen die nie davon gehört haben. sie wurden animiert solchen erzählungen zu lauschen, ihr geist wurde angeregt und auch ihre fantasie. so manchem war es sicher auch eine gute hilfe ihr selbständiges denken zu entwickeln.
(ok -jetzt, so einige bleiben natürlich beim lesen und zitieren irgendwie hängen)

sodele, dem einen oder anderen geht bei dieser meiner erläuterung sicherlich so ganz nebenbei auf, welche bedeutung und welchen stellenwert beispielsweise die bibel für ihn einnehmen könnte.

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